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Feuer in St. Peter-Ording : Brandserie hält Feuerwehr in Atem

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum dritten Mal in zehn Tagen brannte ein Reetdachhaus in Eiderstedt nieder. Diesmal war ein Gebäude mit Ferienwohnungen in St. Peter-Ording betroffen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Die Freiwilligen Feuerwehren auf Eiderstedt kommen nicht zur Ruhe und werden derzeit ungewöhnlich hart gefordert. Brannte es am 4. Oktober in Garding und am 12. Oktober in Katharinenheerd (wir berichteten), traf es am Mittwoch, 14. Oktober, St. Peter-Ording. Und immer sind es Reetdachhäuser. „Gegen 22.20 Uhr wurden wir von der Leitstelle Harrislee alarmiert“, berichtet Gemeindewehrführer und Einsatzleiter Norbert Bies. Die Feuerwehrkräfte konnten den Brandort bereits von ihrem Gerätehaus im Heedweg erkennen. Gut 200 Meter weiter in derselben Straße stand das Gebäude mit zwölf Ferienwohnungen. Durch den beißenden Brandgeruch und den Feuerschein waren Nachbarn auf die Tragödie aufmerksam geworden und hatten Bewohner und Leitstelle alarmiert. Das Feuer war im Dach ausgebrochen. Feuerwehrmänner kontrollierten die Wohnungen. „Eine mussten wir aufbrechen und fanden dort eine Person schlafend im Bett“, berichtet Bies. Bei den Löscharbeiten waren neben St. Peter-Ording die Wehren von Tating, Garding, und Welt aktiv. Doch obwohl die insgesamt mehr als 100 Kräfte schnell am Einsatzort eintrafen, konnte das Haus nicht mehr gerettet werden. Bei dem nächtlichen Einsatz, der mehr als 13 Stunden dauerte, wurden zwei Feuerwehrleute verletzt. Einer stürzte und musste ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilt. Der Sachschaden wird auf eine Million Euro geschätzt, in Katharinenheerd auf 300.000 Euro.

Die Kripo in Husum geht von Brandstiftung aus. Ferner vermutet sie einen Zusammenhang mit zwei Bränden in Garding. Im Juli hatte dort ein Reetdachhaus gebrannt, die Feuerwehr konnte den Dachgeschossbrand rechtzeitig löschen. Ebenso am 4. Oktober in der Straße Hahneburg. Dort hatten Bewohner des ebenfalls reetgedeckten Zweifamilienhauses bereits mit den Löscharbeiten begonnen. „Da sind wir rechtzeitig alarmiert worden“, sagt Gardings Wehrführer Matthias Trapp. Es blieb in beiden Fällen bei einem Teilschaden. So viele Brände in einem so kurzen Zeitraum habe er noch nicht erlebt. Bereits im Januar und Februar hielt ihn und seine Aktiven eine Serie von Müllcontainer- und Autobränden auf Trab. „Wir sind derzeit einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt“, sagt er. Ein Zusammenhang mit zwei Feuern in Garding im vergangenen Jahr sieht er nicht. Im August und November 2014 waren zwei Reetdachhäuser niedergebrannt. „Das ist aufgeklärt.“

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Zeugen, die am Mittwochabend im Bereich des Heedweges verdächtige Personen und Fahrzeuge gesehen oder anderweitige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kripo Husum (Telefon 04841/830402) zu melden.

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