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Gastro-Messe in Husum : Branchentreff mit Wohlfühl-Faktor

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sie ist bei Ausstellern und Fachbesuchern gleichermaßen beliebt: Am 8. und 9. Februar findet in Husum die Nord Gastro & Hotel statt – eine Erfolgsgeschichte.

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erstellt am 27.Jan.2016 | 16:15 Uhr

Alle Jahre wieder dient Husum zwei Tage lang als Schaufenster zur Welt der Gastronomie und Hotellerie. Wenn sich am 8. und 9. Februar die Türen der Messehallen öffnen, geht die Nord Gastro & Hotel mittlerweile zum 17. Mal über die Bühne. Bei der Organisation und Umsetzung der Trendschau, die in erster Linie für Branchenvertreter gedacht ist, hat das Team um Messe-Chef Peter Becker und Projektleiter Jochen Sternbeck seit jeher zwei verlässliche Partner im Boot: die Bast GmbH & Co. KG, ein Lebensmittelgroßhandel aus Tönning, und die Husumer Firma Getränke Tadsen. Ein Gespräch mit den Machern der Nord Gastro über erste Gehversuche, Entwicklungssprünge und das Erfolgsgeheimnis.

Um es einmal mit Hermann Hesse zu sagen: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Wie ist die Nord Gastro, die im Jahr 2000 das erste Mal stattgefunden hat, entstanden?

Tim Bast (39): Der Ursprung liegt in einem Gespräch zwischen Karl-Peter Tadsen und meinem Vater, also Werner Bast, auf einer unserer Hausmessen. Davon haben wir vorher zwei gemacht, beide in der Stadthalle in Tönning. Mein Vater und Kalle Tadsen sind befreundet, so hatten wir damals schon diese Ergänzung mit einem Wein- und Getränkestand. Es muss 1998 gewesen sein, als die beiden feststellten, dass die Hausmesse doch einen relativ großen Anklang fand und der Rahmen ziemlich beengt war in Tönning. Und ein Jahr zuvor war gerade die Messehalle gebaut worden – und brauchte ja auch Publikumsverkehr. Das wusste Herr Tadsen als Husumer natürlich.

Durch den Umzug hat sich das Ganze also auch erst richtig gemausert?

Bast: Ja, wir sind dann auch bald zu einer Registrierung übergegangen. In den ersten Jahren war die Veranstaltung noch recht offen, aber da wir nun einmal eine Fachmesse sind, wollten wir die Besucherströme ein wenig filtern. Diese Arbeit hat zentral die Messe übernommen – und auch weitere Aussteller dazugeholt.

Und damit nahm die Entwicklung so richtig Fahrt auf?

Bast: Im Jahr 2000 – damals kamen nicht mehr als 1000 Gäste – hatten wir 60 Aussteller. 2009 waren es dann schon 170 und diesmal sind es 220.

Sternbeck: Was die Besucherzahlen angeht, so sind wir in den vergangenen drei Jahren konstant bei 5000 gelandet. Davor lagen wir immer so im Bereich zwischen 4000 und 5000.

Bast: Diesen Rahmen haben wir schon ziemlich ausgeschöpft. Denn letztlich sind wir eine regionale Messe – das heißt, unser Kerngebiet ist Schleswig-Holstein, Nord-Niedersachsen und Süd-Dänemark. Außerdem gibt es viele Messen und die Nord Gastro findet jedes Jahr statt.

Geht es ohnehin nicht eher um Klasse statt Masse?

Becker: Als wir noch kein Registrierungs-System für die Fachbesucher hatten und das Ganze noch über Einladungskarten gelaufen ist, hat sich die Messe schnell über Mund-zu-Mund-Propaganda herumgesprochen. Ich kenne die Anfangsjahre noch aus meiner Zeit bei der Industrie- und Handelskammer: Da tummelten sich schon relativ viele Endverbraucher. Wir haben dann irgendwann erkannt, dass das nicht der richtige Weg ist, weil auch andere große Messen gesagt haben: Hauptsache, viele Besucher! Und die sind erstmal überhaupt kein Qualitätskriterium für eine Messe.

Was sonst, wenn nicht die?

Becker: Wichtig ist das Geschäft, das auf der Messe gemacht wird. Als das Registrierungsverfahren kam, wurden die Eintrittspreise hochgesetzt, um deutlich zu machen: Liebe Leute, das ist hier keine Fress- und Saufmesse für jeden, sondern nur für Fachbesucher. Wer sich nicht als solcher ausweisen kann, muss einen für Husumer Verhältnisse sehr hohen Eintrittspreis bezahlen. Damals haben wir mit 20 Euro angefangen, heute liegt er bei 30.

Ein Konzept, das aufgeht?

Becker: Die Kehrtwende 2010, hin zu einer klaren Begrenzung der Besucher, hat sich eindeutig ausgezahlt. Seitdem hat die Qualität kontinuierlich zugenommen und unsere Wettbewerber beäugen uns immer argwöhnischer. Die Freunde aus Rostock und Bremen kommen uns gerne besuchen, um auch ein bisschen herauszufinden, wie wir hier immer so eine gute, kompakte Messe mit einer derart hohen Fachkompetenz hinbekommen.

Welche Rolle spielt dabei das richtige Näschen für aktuelle Trends und die Bereitschaft zur Innovation?

Becker: Man muss neben dem reinen Marktplatz auch immer wieder weitere Angebote machen: Seminare, Vorträge und Austausch auf einem anderen Niveau. Dabei verbessern wir uns von Jahr zu Jahr. So hatten wir etwa 2015 das Thema Allergene auf den Speisekarten, diesmal ist es zum Beispiel die Verwertung von Reststoffen. Es gibt eine Infoveranstaltung zu der Frage, wie man sein Hotel, seinen Gastronomiebetrieb schick ausstattet, ohne dass es einen die Welt kostet. Die Nord Gastro muss immer wieder mit Neuem aufwarten, um einen Abnutzungseffekt zu vermeiden. So haben wir in diesem Jahr etwa die Halle 1 komplett umgestaltet, den Lauf verändert. Die Firma Tadsen hat ein neues Standkonzept, aber dazu kann Henning am besten selbst etwas sagen.

Bitte sehr . . .

Henning Tadsen (29): Wir bespielen zwei Flächen. Zum einen ist da unsere Getränke-Familie mit dem Fokus auf die Eigenmarken, zum anderen unsere Spirituosen-Welt. Und das Weindorf wird erstmals in Halle 1 präsentiert. Neu ist auch unser neuer Gastrokurier, den wir parallel zur Messe druckfrisch aufgelegt haben und der jetzt einmal im Quartal erscheinen wird. Die Erstausgabe befasst sich natürlich auch mit der Nord Gastro. Generell nutzen wir diesen Saisonstart, um den Kunden zahlreiche Themen zu präsentieren.

Apropos: Ist Anfang Februar eigentlich ein guter Termin?

Bast: Ja, denn es ist die erste Gastronomie-Messe des Jahres.

Becker: Wir sind ausgebucht, führen schon eine Warteliste. Ganz selten springt mal einer ab.

Liegt das nur am günstigen Zeitpunkt?

Becker: Es ist eines der ganz großen Präs der Messe, dass sie diese tolle Atmosphäre hat. Sie fühlen sich auf anderen Veranstaltungen oft so allein gelassen. Hier ist es einfach kuschelig. Man macht da Geschäfte, wo man sich auch wohlfühlt. Darum beneiden uns viele.

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