Deutsche Meisterschaft an der Waterkant : Boßeln – da ist Konzentration gefragt

Die mehr als  200 Teilnehmer des Wettbewerbs mussten zunächst ihr Können beim Stand-  und Feldboßeln unter Beweis stellen.
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Die mehr als 200 Teilnehmer des Wettbewerbs mussten zunächst ihr Können beim Stand- und Feldboßeln unter Beweis stellen.

Hochspannung auf Eiderstedt: In emotionalen Wettkämpfen ging es um die Deutsche Meisterschaft im Boßeln.

shz.de von
02. Juni 2014, 08:00 Uhr

Sie ist aus Vollgummi, rot und wiegt 1250 Gramm. Mit dieser Gummiboßel wurde gestern, am zweiten Tag der Deutschen Boßel-Meisterschaften, das Straßenboßeln entlang der Badestelle in Vollerwiek ausgeführt. Tags zuvor mussten die über 200 Teilnehmer des Wettbewerbs ihr Können beim Stand- und Feldboßeln unter Beweis stellen.

Schon von Weitem konnten man die begeisterten Anfeuerungsrufe der Zuhörer und Spieler hören. „Es ist ein emotionales Spiel, bei dem man mit Leib und Seele dabei ist“, erklärte einer der vielen Boßelfans, Heinrich Homann. Ziel des Boßeln sei es, die Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke zu werfen. Beim Straßenboßeln betrug die vorgegebene Strecke fast zwei Kilometer. Tatsächlich ist es ein sehr emotionales Spiel, das mit viel Spannung verbunden ist. Dies bewiesen auch die Damen, die das Boßeln auf der Straße am Sonnabend einleiteten. „Nun reiß dich zusammen und leg den Wurf richtig hin“, feuerten Teamkollegen die Werferinnen an. Je nachdem, wie erfolgreich der Wurf war, waren die Rufe und begeisterten Schreie der Mitfiebernden zu hören. Besonders die Vertreter aus Nordhorn/Emsland konnte man allein schon an ihrer gewaltigen Stimmlage erkennen. „Beim Training üben wir nicht nur das richtige Werfen, sondern auch die Anfeuerungsrufe und Schreie“, verriet eine Mitspielerin schmunzelnd.

Jan Volkers beispielsweise gehörte mit seinen 60 Jahren zu den ältesten Teilnehmern. „Ich bin mit dem Boßeln groß geworden, und bin verrückt danach“, verriet er. „In meiner Ausbildungszeit bin ich immer in der Pause nach Hause gegangen um zu Boßeln.“ Dass so viel Jugendliche für diese außergewöhnliche Sportart zu begeistern sind, verwundert ihn nicht. „Schade nur, dass wir immer weniger werden“, gibt er zu bedenken.

Zu den begeisterten Zuschauern gehörte auch Jan-Friedrich Clausen vom Boßel-Unterverband Eiderstedt. Er ist stolz auf die Erfolge der Spielerinnen aus den eigenen Reihen. „Hier hat alles gestimmt, das Wetter, die Atmosphäre, der Gemeinschaftsgeist.“ Bei den vielen Turnieren kenne man inzwischen die Spieler aus den anderen Regionen. „Es ist wie ein Familientreffen, man freut sich, einander zu sehen. Doch wenn es um den Ball geht, dann ist jeder hoch konzentriert und gibt sein Bestes.“


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