Energieversorgung in Bordelum : Bordelum will mit aller Kraft unabhängig werden

Froh über Förderzusagen: Bürgermeister Peter Reinhold Petersen (3. v. l.) mit Vertretern der beteiligten Akteure.
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Froh über Förderzusagen: Bürgermeister Peter Reinhold Petersen (3. v. l.) mit Vertretern der beteiligten Akteure.

Pilotprojekt: Bordelum will seine Strom- und Wärmeversorgung komplett auf erneuerbare Quellen umstellen.

shz.de von
22. Januar 2018, 14:00 Uhr

Als eine der ersten Kommunen in Deutschland plant die Gemeinde Bordelum, ihre Energieversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. In einem gerade gestarteten Pilotprojekt soll zunächst der Ortsteil Dörpum modernisiert werden. Das Neue an dem Projekt: Anders als in vielen anderen Orten in Deutschland will sich Dörpum nicht nur rein bilanziell, sondern tatsächlich zu jedem Zeitpunkt des Jahres ausschließlich mit Energie aus Wind-, Solar- und Biogasanlagen versorgen.

Die rund 500 Einwohner Dörpums wollen den Beweis antreten, dass dies möglich ist. Sie erzeugen mit ihren Bürgerwindparks, Solar- und Biogasanlagen schon heute deutlich mehr Strom als sie verbrauchen. Dieser Überschuss werde bisher ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Zukünftig soll er so genutzt werden, dass sich der Ort zu jeder Zeit komplett selbst versorgen kann und nicht mehr auf die Energiezufuhr aus dem Netz angewiesen ist.

Um das zu schaffen, sind mehrere Schritte erforderlich. Speichersysteme werden weiterentwickelt. Zudem sollen Pläne zur Sanierung von Gebäuden sowie zur Elektrifizierung von Verkehr und Wärmeversorgung vorangetrieben werden. Trotz der ambitionierten Ziele verfolgen die Akteure gleichzeitig die Absicht, die Energiepreise in Dörpum stabil zu halten.

Verantwortlich für das Projekt zeichnet die Gesellschaft Arge Energie Dörpum. Beraten wird sie dabei von den Unternehmen Altec Energie Projektgesellschaft und DWR Eco. Mit der Bordelumer Gemeindevertretung sind sie sich einig, dass sie zwölf Monate Zeit haben, planerisch die Dinge auf den Weg zu bringen. In dieser Zeit sollen die notwendigen Rahmenbedingungen, erforderliche Infrastrukturmaßnahmen und mögliche Hindernisse erfasst und Lösungen gefunden werden. Die Planungen werden von der Investitionsbank Schleswig-Holstein gefördert. Sie bezuschusst die Kosten der Planungen in Höhe von rund 115.000 Euro mit 85 Prozent, wob ei 60 Prozent aus EU- und 25 Prozent aus Landesmitteln stammen. „Für die zeitnahe, praktische Umsetzung des Projekts wollen wir auch Mittel über die Aktiv-Region Nordfriesland Nord einwerben“, erläutert Bordelums Bürgermeister Peter Reinhold Petersen den Finanzierungsrahmen.

Das Projekt für Dörpum soll gleichzeitig als Blaupause auch für andere Ortsteile der Gemeinde Bordelum dienen und wichtige Erkenntnisse für die Energiewende in ganz Deutschland generieren. Ideengeber und Initiator des Projektes ist die Interessengemeinschaft Erneuerbare Energien Bordelum. Dieser Gruppe gehören neben Bordelums Bürgermeister Peter Reinhold Petersen auch Harm Trulsen, Claus Gosch, Heinke Schröder, Ole Hering sowie Torge Wendt an. Vor rund drei Jahren entwickelten sie die Idee, unter Beteiligung der Einwohner, Gemeindevertretung, Bürgerenergieparks und Unternehmen aus der Erneuerbare-Energien-Branche ein Leuchtturmprojekt zu realisieren.

Peter Reinhold Petersen freut sich über die Fortschritte des Projekts: „Die Gemeinde Bordelum steht voll hinter der Energiewende. Unsere Einwohner haben in den vergangenen Jahren privat und beruflich großes Engagement für den Klimaschutz gezeigt, was man zum Beispiel an unseren Bürgerwindparks oder den privaten Solaranlagen sieht. Der nächste Schritt zur tatsächlichen Ökostromversorgung wird bei uns mit Freude erwartet“, so Peter Reinhold Petersen.

Mehr im Internet unter www.altec-energie.de und dwr-eco.com.

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