Zu wenig Schulkinder : Bordelum kämpft um seine Schule

Keine 80 Schüler besuchen die Einrichtung in Bordelum.
Keine 80 Schüler besuchen die Einrichtung in Bordelum.

Das Schulamt fordert das Ende der Eigenständigkeit der Bordelumer Schule. Die Begründung: Die Schülerzahlen sinken kontinuierlich. Die Gemeinde hat jetzt Widerspruch gegen die Pläne eingelegt.

shz.de von
30. Januar 2015, 10:00 Uhr

Ein gravierender Einschnitt steht der Grundschule Bordelum bevor. Schulrätin Maike Jennert hatte Rektorin Ilka Jacoby, Bordelums Bürgermeister Peter Reinhold Petersen und Schulverbandsvorsteher Sven Paulsen kurz vor Weihnachen eröffnet, dass die Eigenständigkeit der Schule wegen der nicht erreichten magischen Schülerzahl 80 in Frage gestellt wird. Die Schulrätin forderte daher – so der Fachjargon – das Eingehen einer organisatorischen Verbindung mit einer Mutterschule, also die Umwandlung in eine Zweigstelle. Das würde heißen, dass dann auch die Schulleiterin ihre Stelle einbüßt. Zur Umsetzung setzte die Schulrätin eine Frist bereits zum Ende des laufenden Schuljahres, also Sommer 2015. Diese von Siegfried Puschmann, Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses, vorgetragene Entwicklung überraschte denn sowohl die wenigen Zuhörer, als auch Mitglieder des Ausschusses in der gemeinsamen Sitzung mit dem Finanzausschuss Bordelum. Mit einstimmigem Votum entschied das Gremium, Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Das bereits vorbereitete Schreiben wurde auf den Weg gebracht, um keine Zeit zu verlieren, zumal der Kreistag den Schulentwicklungsplan bereits Mitte Februar auf der Tagesordnung hat. Puschmann erläuterte, dass sich die Schulrätin auf Paragraf 2 der Mindestgrößenverordnung vom 11. Juni 2007 beruft. Darin steht wörtlich: „Sollte…erkennbar werden, dass sich die durch die Unterschreitung der Mindestgröße sichtbare Tendenz bestätigt, haben Schulträger, Kreis und Schulaufsichtsbehörde innerhalb der zwei folgenden Jahre nach Unterschreitung der Mindestgröße geeignete Anpassungsmaßnahmen einzuleiten.“ Da allerdings, so Puschmann, die Schülerzahl zum ersten Mal erst im laufenden Schuljahr 2014/15 unter 80 gesunken sei, beginne die Zwei-Jahres-Frist erst ab diesem Zeitpunkt zu laufen.

„Wir werten das Treffen vom Dezember 2014 als Beginn der Diskussion über die Weiterentwicklung der Schule. Wir brauchen Zeit. Das haben wir im Widerspruchsschreiben ausdrücklich angemerkt“, betonte Puschmann. Erst zum August 2016 werde also eine organisatorische Verbindung zu planen sein. Bis dahin müssen ausführliche Gespräche mit potenziellen Mutterschulen geführt werden. Einer weiteren Forderung des Schulamtes wurde zudem widersprochen, nämlich dass die organisatorische Verbindung nur maximal zwei Jahre lang möglich sein soll. Nach den vom Kreis vorgelegten Zahlen wird aber erwartet, dass die Grundschule Bordelum im Schuljahr 2018/19 nur noch 51 Schüler haben wird. Auch mit 51 Kindern, so Puschmann, sei eine Außenstelle einer Grundschule pädagogisch sinnvoll und erhaltenswert. „Die Gemeinde wird alles unternehmen, um die Schule als Außenstelle zu erhalten“, bekräftigte der Bürgermeister. Die Gemeinde sei in der Lage und bereit, finanzielle Mittel aufzuwenden, um auch die Verlässlichkeit zu erhalten. Die Ausschussmitglieder waren sich außerdem einig, dass zur nächsten Sitzung des Finanzausschusses, Ende Februar, die Schulleiterin sowie interessierte Eltern und Bürger eingeladen werden sollen. „Jeder darf sich einbringen.“

Das besagte Widerspruchsschreiben sei bereits eingegangen, erklärte die Schulrätin auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie sei verwundert über den Inhalt, aber auch die erfolgte Darstellung in der Sitzung. Bereits im Frühjahr 2014 habe sie den Beteiligten die Situation erklärt. Außerdem sei Schulträger der Schulverband des Amtes Mittleres Nordfriesland. Im Dezember habe sie lediglich noch einmal auf die Frist hingewiesen, weil bisher konkrete Vorschläge, die eigentlich kommen sollten, nicht kamen. Allen Beteiligten sei klar gewesen, dass die Eigenständigkeit der Grundschule aufgegeben werden müsse.

Das Projekt Anbau einer Mensa an das nahe Kindergartengebäude wurde angesichts der noch zu klärenden Fragen der Schulentwicklung bis auf weiteres von den Mitgliedern des Finanzausschusses auf Eis gelegt. Sie empfahlen dem Gemeinderat die Installation eines Niedrigseilgartens auf dem Schulhofgelände. Sowohl die Schüler, als auch die Kinder aus dem Dorf hätten etwas davon. Ursprünglich war der Standort auf dem Spielplatz am Sandberg geplant. Das habe man, so erläuterte der Vorsitzende Dirk Paulsen, verworfen, weil sich dort nicht mehr so viele Kinder tummeln würden.


















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