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Schiffe auf dem Trockenen : Bootsliegeplatz statt Ferienhäuser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Grachtenschiffe parken im Winter auf dem Halbmondgelände in Friedrichstadt, dort wo eigentlich Ferienhäuser vorgesehen sind. Der Kreis duldet die Einebnung des Platzes und die massive Umzäunung.

Verwunderung in Friedrichstadt und immer wieder Nachfragen, auch bei Bürgermeister Eggert Vogt, ob denn das Halbmondgelände tatsächlich als Winterlagerfläche für Grachtenschiffe dienen soll. Denn dort, westlich des Wohnmobilstellplatzes, südlich des Alten Hafens und der B 202, stehen mittlerweile Schiffe der Friedrichstädter Reederei Schröder auf dem Trockenen, halten quasi Winterschlaf, bis die Saison wieder beginnt. Dort, wo vorher noch eine Wiese war, wurde ein mehrere 100 Quadratmeter großes Areal planiert und mit Grant aufgefüllt. Zudem wurde das Gebiet weiträumig mit massiven in Beton eingelassenen Stahlpfosten und einem massiven Metallgitterzaun gesichert. Von dem befestigten Areal führt ein ebenfalls neu angelegter Weg bis zur Slip-Rampe am Alten Hafen, wo die Grachtenschiffe an Land gezogen worden sind.

Die Planungen für das Gebiet sehen aber eigentlich ganz anders aus, sagt auch der Bürgermeister, der mit der jetzigen Situation überhaupt nicht zufrieden ist. „Das Gebiet sollte eigentlich touristischen Zwecken dienen, nicht aber als Winterlager oder Werftbetrieb.“

Im September 2015 wurden erstmals in einer Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Denkmalpflege der Stadt Friedrichstadt der Öffentlichkeit die Pläne vorgestellt. Unter anderem wollte die Reederei auf ihrem Grund 21 Ferienhäuser errichten. Doch damit nicht genug, die Planungen sahen auch ein Multifunktionshaus mit einer Badmintonhalle, zwei großen Tischtennisräumen und Platz für große Trampoline vor. Ergänzt durch sanitäre Anlagen sowie Werkstatt- und Lagerräume. Auch der Uferstreifen entlang des Neuen Hafens soll attraktiver gestaltet werden. Vorgesehen sind Anleger und mehrere Hütten auf einem im Wasser stehenden Holzrondell. Damit die Planungen damals konkreter werden konnten, musste der Ausschuss einen Aufstellungsbeschluss für die dritte Änderung des Bebauungsplanes Nr. 9 treffen. Schon damals sagte der Bürgermeister, dass die Stadt der Sache sehr positiv gegenüber stehe. Mehrere Behörden müssten allerdings an der Umsetzung arbeiten. So gehört beispielsweise der Neue Hafen dem Land, während der Halbmond auf städtischem Gebiet aber in Privatbesitz ist. Mit einer Umsetzung der Pläne nach dem späteren Ja, auch des Stadtrates, rechnete der Bürgermeister daher frühestens im Jahr 2017. Ein großes Problem war zu diesem Zeitpunkt der Emissionsschutz. Schließlich liegen auf der anderen Seite des Neuen Hafens, nur rund 100 Meter neben den geplanten Ferienhäusern, die alten Getreidesilos.

Schon damals bereitete einigen Ausschuss-Mitgliedern das geplante große Multifunktionsgebäude auf dem Halbmondareal Sorgen. Denn sie befürchteten, dass dies womöglich auch zur Wartung von Wasserfahrzeugen der Reederei genutzt werden könnte, also quasi nebenbei zu einem Werftbetrieb werde. Nun sieht es ganz anders aus. Von einem Schiffs-Lagerplatz, so Eggert Vogt, sei eigentlich nie die Rede gewesen. Doch Details könne er noch nicht nennen, denn dies sei Sache des Kreises. Von dort war gestern zu erfahren, dass die bislang getroffenen Baumaßnahmen auf dem Halbmond-Gelände in Friedrichstadt vorläufig geduldet werden, zumindest bis zu Beginn der neuen Saison. Als Begründung wird angeführt, dass es sich dabei um ein Sondergebiet handele, für das es einen Bebauungsplan gebe und dieser unter anderem Wassersport und Tourismus vorsehe.

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erstellt am 14.Dez.2016 | 10:00 Uhr

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