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Geld fürs NIC : Boden für den Neustart ist bereitet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Nordfriesische Innovations-Center in Niebüll soll zukunftsfähig gemacht werden – der Kreistag gab dafür schon mal Geld frei.

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erstellt am 25.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Die Zukunft kann beginnen: Um das Nordfriesische Innovations-Center (NIC) in Niebüll zu modernisieren und neu auszurichten, hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung einstimmig Mittel in Höhe von 175.000 Euro für das Jahr 2018 freigegeben. Es wird erwartet, dass sich die Stadt Niebüll als zweiter Eigentümer und Gesellschafter in gleicher Höhe beteiligt. Insgesamt sollen 921.000 Euro investiert werden, um Deutschlands nördlichstes Gründerzentrum fit für die Zukunft zu machen und neue Zielgruppen zu erschließen. Kalkuliert wird mit einer Landesförderung von 60 Prozent.

Wie fast alle Zentren dieser Art in Schleswig-Holstein bedarf auch die erfolgreich arbeitende Niebüller Einrichtung einer Frischzellenkur, um sich auf veränderte Ansprüche einstellen zu können (wir berichteten). Das heute rund 1700 Quadratmeter große Zentrum war im Jahr 1993 gegründet und 2001 um einen zweiten Abschnitt erweitert worden. Nun soll das NIC baulich, aber auch konzeptionell stärker auf Unternehmen der digitalen Wirtschaft und ihre Bedürfnisse ausgerichtet werden, dabei jedoch auch offen bleiben für Startups aus anderen Branchen. Aber da das NIC in die Jahre gekommen ist, muss dafür zunächst einmal Geld in die Hand genommen werden – „eine Investition, die dringend erforderlich ist“, wie der stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Martin Jansen (CDU), denn auch im Kreistag betonte.

„Wir müssen gleichziehen ein Stück weit, sonst werden wir diese Klientel nicht gewinnen“, hatte Tilmann Meyer, bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) zuständig für Regionalentwicklung, deshalb schon im Vorfeld der Kreistags-Entscheidung um Zustimmung für die Neuausrichtung des NIC geworben. Auf diese Weise hofft man auch die Auslastung von zurzeit rund 60 Prozent wieder steigern zu können. „Wir wollen wieder auf 90 Prozent kommen innerhalb von fünf Jahren“, hatte Meyer im Wirtschaftsausschuss betont. Angepeilt wird ein Anteil von 25 Prozent Jungunternehmen aus der Digital-Branche – „aber das kann auch viel mehr werden“, glaubt Meyer.

Beim Hochschul-Nachwuchs und Nordfriesland-Rückkehrern hofft man künftig ebenfalls stärker punkten zu können, machte NIC- und WFG-Geschäftsführer Dr. Matthias Hüppauff in diesem Zusammenhang deutlich. Denn Meyer weiß: „Es gibt Gründer, die versuchen, wieder aus den Städten auszubrechen.“ Potenzial sieht Center-Managerin Birte Kruse für das Niebüller NIC, in dem künftig auch die Kfz-Zulassungsstelle und ein Schilderpräger Raum finden, überdies als ideales Umfeld für Workshops und Projektgruppen von Unternehmen. Diese könnten die Tagungsstätte als Kreativschmiede auf Zeit nutzen. „Es ist eine Idee, ein Versuch“, sagt Birte Kruse.

Hoffnungen an die Neuausrichtung des Nordfriesischen Innovations-Centers knüpft auch der Bredstedter Christdemokrat Christian Schmidt. „Wir werden kein zweites Silicon Valley oder Berlin werden, aber es eröffnen sich große Chancen“, zeigte er im Kreistag auf. Auf diese Weise lasse sich nämlich der Trend drehen, dass Menschen eher in die Metropolen gehen und das Land immer weiter ausblutet. Die Digitalisierung ermögliche es, dort zu arbeiten, wo auch die Lebensqualität stimmt. Gelinge es, das NIC moderner aufzustellen und bekannter zu machen, eröffne dies die Chance, dass innovative Betriebe dorthin umsiedeln. Auch Jörg Tessin (FDP) sieht hier einen hervorragenden Ansatz, dem Ausbluten des ländlichen Raums zu begegnen.

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