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Kreativer Einsatz : Blumenfreundin sammelt Spenden für die Krebshilfe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Anne Dupke nutzt ihren großen Garten für einen guten Zweck: Die engagierte Frau aus Wester-Ohrstedt bindet Sträuße und gibt diese gegen eine Spende für die Krebshilfe ab.

Wenn Anne Dupke ganz früh am Tag durch ihre mit Morgentau bedeckte Blumenwiese läuft, ist sie glücklich. „Das Gefühl ist kaum zu beschreiben“, meint sie mit strahlenden Augen. Begleitet von Vogelgezwitscher pflückt sie verschiedenste Blumen, sortiert sie und bindet daraus Sträuße. Dann stellt sie ihre floralen Grüße in Gläsern auf einen Hocker, der direkt an der Straße ihres Grundstücks steht. Wer nun vorbeikommt, darf sich einfach einen Strauß nehmen und Geld in ein Gefäß werfen. Das gilt auch für Sonnenblumen zum Selbstpflücken. Jeder Käufer entscheidet selbst, wie viel er aus seinem Portemonnaie zückt. Ein Schild weist darauf hin, dass es sich um eine Spende für die Deutsche Krebshilfe handelt.

Für Anne Dupke ist dies eine Herzensangelegenheit. Im Jahr 2000 erkrankte sie an Krebs und konnte nach einem langen Weg der Ungewissheit geheilt werden. Als die Nordfriesin wieder bei Kräften war, wollte sie etwas Gutes tun und fing an, einen Teil ihres 4000 Quadratmeter großen Grundstücks in eine Blumenwiese zu verwandeln. Die Idee mit den Sträußen für die Krebshilfe war geboren. Unterstützung für ihr Vorhaben findet sie bei Ehemann Hartmut, der „hilft, wo er kann“.

Schon als Kind hatten Blumen einen hohen Stellenwert für Anne Dupke – und daran hat sich nichts geändert. „Wenn ich einen Spaziergang mache, komme ich immer mit einem Strauß zurück. Ich pflücke dann vom Wegesrand und genieße die Natur.“ Mohn- und Ringelblumen haben es ihr besonders angetan: Orange ist daher die dominierende Farbe in ihrem Garten. Neben weiteren Blütenfarben recken jährlich an die 1000 Sonnenblumen ihre Köpfe gen Himmel. Einige sind so hoch, dass sie gestützt werden müssen.

Drähte spannen, Pfähle setzen, Saat in die Erde streuen und vieles mehr sind die Aufgaben von Hartmut Dupke. Seine Ehefrau sorgt von Mai bis Oktober täglich dafür, dass das Stück Land in Ordnung gehalten wird und genügend Sträuße gebunden sind. Wer ihre „Kunden“ sind, weiß Anne Dupke nicht immer. Als sie über ihre gute Sache spricht, hält ein Auto an und ein Mann steigt aus. Die beiden kennen sich nicht. „Ich bin vorbeigefahren und habe gewendet, weil ich noch einen Blumenstrauß brauche“, sagt Außendienstmitarbeiter Sven Leißner. Hat er seinen Hochzeitstag vergessen? „Nein, nein“, winkt er ab und fragt, was die Blumen kosten. „Das dürfen sie selbst entscheiden“, klärt ihn Anne Dupke auf und erzählt über die Spendenaktion für die Krebshilfe. Am Ende fährt Sven Leißner mit zwei Sträußen in mit etwas Wasser gefüllten Weckgläsern weiter. Denn er ist mit den Blumen noch vier Stunden unterwegs. Anne Dupke wusste mit Blick auf die Wasserversorgung sofort Rat. Dann läuft eine Joggerin vorbei, bleibt trippelnd stehen und lobt, dass „die schönen Blumensträuße an der Straße“ nicht mehr wegzudenken seien. Anne Dupke freut sich über ihre netten Worte.

Im ersten Jahr ihres Vorhabens kamen 240 Euro Spendengelder zusammen, die Summe stieg kontinuierlich, in den vergangenen zwei Jahren waren es bereits jeweils 2000 Euro. Ihr Spendenprojekt kommt an bei den Menschen. Ein jährlicher Geschäftsbericht der Krebshilfe mitsamt Spendenbescheinigung belegt, dass das Geld seine Bestimmung findet.

Alles, was die Nordfriesin täglich einnimmt, wird zu 100 Prozent an die Krebshilfe überwiesen. Manchmal ist zwar kein Strauß mehr da, aber Bares wurde dennoch hinterlassen, oder Menschen klingeln an der Tür und übergeben ihr eine Spende. „Ich bin sehr dankbar dafür, auch darüber, dass ich persönlich etwas zurückgeben kann“, meint Anne Dupke und entfleucht zufrieden in ihren großen Garten.

 

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