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Vom Wald zur Heide : Blütenbunte Landschaft für edle Falter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gestern wurden weitere Exemplare des seltenen Teufelsabbisses auf dem Galgenberg in Lütjenholm gepflanzt. Auf dem ehemaligen Waldgelände soll eine Heidelandschaft entstehen, die auch Heimat für den Goldenen Scheckenfalter werden kann.

„Ein solcher Aufwand nur für die Ansiedlung des Goldenen Scheckenfalters wäre übertrieben“, erklärte gestern der Biologe Dr. Detlef Kolligs von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bei einer Pflanzaktion auf dem Galgenberg in Lütjenholm. Dort waren im vergangenen Jahr 18 Hektar Nadelwald abgeholzt und zehn Zentimeter Mutterboden abgetragen worden, damit der Sand der alten Dünenlandschaft wieder zum Vorschein kommen konnte – auch, um für den edlen, in Schleswig-Holstein ausgestorbenen Schmetterling eine Heimat zu schaffen. Auch. Denn mit der Umwandlung der Binnendünen soll anstelle des Fichtenforstes eine blütenbunte Heidelandschaft entstehen.

Rund 2000 weitere Exemplare des Teufelsabbisses werden deshalb in den Boden eingebracht. „Wir hoffen, dass sich die Fläche in drei bis vier Jahren so weit entwickelt hat, dass mit der Ansiedlung einer Arten- und Pflanzenvielfalt gerechnet werden kann“, erläutert Stiftungs-Maßnahmenmanager Wolfgang Heigelmann. Bisher sind 750 Setzlinge der gefährdeten Arten Arnica, Schwarzwurzel und Teufelsabbiss gepflanzt worden.

Das Saatgut für die Pflanzaktion ist nicht im Handel erhältlich und wird von einer nahegelegenen Feuchtwiese übertragen. Die Kosten für die Pflanzen liegen bei rund 3200 Euro. 150 Teufelsabbisse hat die Bohmstedterin Gisela Twenhöven gespendet und in ihrer eigenen „Saatfabrik“ den Rest der Pflanzen gezüchtet.

Ein Drittel der Fläche am Galgenberg soll noch im November mit Eichen bepflanzt werden, kündigen Kolligs und Heigelmann an. Sie hoffen, dass bald auch weitere Pflanzen und Tiere auf dem Gelände heimisch werden.

Die gesamte Aktion ist ein Baustein im LIFE-Projekt „Aurinia“, das zu jeweils 50 Prozent von der Stiftung und der EU finanziert wird. „Im Rahmen des Projekts hatten wir in acht Jahren auf rund 2500 Hektar im ganzen Land umgerechnet 150 Euro je Hektar im Jahr an Kosten“, erläutert Heigelmann. „Die Maßnahme am Galgenberg hat sich schon durch den Holzverkauf bezahlt gemacht“, ergänzt Kollogs.

 

 

 

Hinter LIFE verbirgt sich ein Finanzierungsinstrument der Europäischen Union für die Umwelt, das es seit 1992 gibt.

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