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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2017 | 15:06 Uhr

Aktion Blumenwiese : Blühendes Eiderstedt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Naturschutzverein will auf der Halbinsel kleine Oasen für Pflanzen und Tiere schaffen. Auch eine Nationalpark-Partnerschaft ist angedacht.

Einen Hauch von Frühling verbreitete Gisela Twenhöven in der Jahresversammlung des Eiderstedter Naturschutzvereins in Oldenswort. Die studierte Landwirtin berichtete von ihrem Anbau von Wildblumen in Schleswig-Holstein und zeigte dazu Lichtbilder der blühenden Pracht auf Wiesen und auch auf kleineren Flächen. Dort finden kleine Lebewesen, wie Insekten, Vögel und Hasen, wieder einen natürlichen Lebensraum und Nahrung, denn auf Ackerflächen sei der Bestand von Unkräutern erheblich reduziert worden. Für den Anbau der Wildpflanzen sind Magerwiesenflächen besonders geeignet. Diese befinden sich im Kreisgebiet hauptsächlich im Katinger Watt und am Stollberg, so die Vortragende.

Auf Eiderstedt widmet sich Volquart Hamkens mit Helfern diesem Vorhaben. Der Beisitzer im Vorstand des Vereins hat in Koldenbüttel bereits im vergangenen Jahr auf einer Länge von zweieinhalb Kilometern auf einem Grünstreifen neben einer Straße Wildblumen ausgesät. Stolz präsentierte er den Anwesenden Fotos, auf denen eine Fülle von verschiedenen Blumen und Gräsern zu erkennen sind. Gegenwärtig wird auf dem Grundstück des Roten Haubargs eine Fläche von 1200 Quadratmetern unter Kunststofffolie zur Aussaat vorbereitet. Als Projekt „Blühendes Eiderstedt“ sollen auf der Halbinsel auch an anderen Stellen kleine Flächen auf diese Art dauerhaft verschönert werden. „Ab 2020 müssen rohe Böden, die durch Baumaßnahmen entstehen, auf diese Art begrünt werden“, erklärte Hamkens. Gemeinden,die bereits jetzt Interesse daran haben, können sich mit ihm in Verbindung setzen, Telefon 04864/1202.

Auf Vorschlag des Vereinsvorsitzenden, Peter Theodor Hansen, sollen alle Mitglieder über eine Partnerschaft mit dem Nationalpark abstimmen. Zuvor hatte Dr. Christiane Gätje von der Nationalparkverwaltung mit einer Powerpoint-Präsentation die Ziele und Vorteile einer Kooperation erläutert. Vorrangig gehe es darum, das Wattenmeer als Weltnaturerbe für Gäste erlebbar zu machen und einen nachhaltigen Tourismus zu fördern, sagte sie. Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, die Vernetzung mit anderen Partnern und Schulungen gehören zum kostenlosen Angebot der Nationalpark-Verwaltung in Tönning an Betriebe, Kommunen und Verbände, die die Nationalpark-Idee unterstützen. „An der Westküste bestehen mit mehr als 150 unterschiedlichen Einrichtungen Partnerschaften“, teilte sie den 36 Anwesenden mit.

„Wir wissen was für die Natur gut ist und haben eine Menge erreicht“, erklärte Hansen in seinem Tätigkeitsbericht. Seit Ende Januar bestehe eine Vereinbarung mit dem Deich- und Hauptsielverband (DHSV) über die Betreuung von rund 80 Hektar Ausgleichsflächen. Dazu sei die Mitarbeit von möglichst vielen Mitgliedern erforderlich. Der Vorsitzende des 160 Mitglieder zählenden Vereins würdigte die gute Zusammenarbeit mit dem DHSV und dem Gardinger Hegering. Weiterhin sei der Verein bereit, an Schulen auf der Halbinseln Naturschutzprojekte zu unterstützen. Weitere Themen waren das Grabenräumprogramm, der modifizierte Vertragsnaturschutz, der finanzielle Ausgleich für Gänsefraßschäden sowie das Fischotterprojekt. Neue Spuren dieser Marderart hat Volquart Hamkens erst jüngst unter einer Brücke an der B 5 entdeckt.

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