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Planung für St. Peter-Ordings Zukunft : Bloß keine Erotik-Betriebe

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Ortsteil Bad ist das touristische Zentrum von St. Peter-Ording. Wo sich dort künftig Hotels, Pensionen, Gastronomie, Einzelhandel und Ferienhäuser entwickeln dürfen, darüber berät der Bauausschuss des Urlaubsortes. Bordelle und Sex-Shops sind allerdings ausgeschlossen.

Wie soll sich der Ortsteil Bad von St. Peter-Ording entwickeln? Welche Betriebe sind dort künftig zulässig? Und wie dürfen die Grundstücke bebaut werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Bauausschuss des Nordseebads. In seiner jüngsten Sitzung setzte er die Diskussion um Nutzung, Grundflächenzahl, Geschosse und Gebäudehöhen fort. Ein Thema, das auch die Bürger interessiert. Rund 20 hatten sich im kleinen Sitzungszimmer im ehemaligen Rathaus eingefunden. Neben den sieben Ausschuss-Mitglieder der einzelnen Fraktionen waren auch weitere Gemeindevertreter anwesend.

Im Einzelnen ging es um die Bebauungspläne Nr. 1 (für das Gebiet südlich und östlich der Straße Im Bad sowie nördlich der Straße Kieferneck). Unter anderem liegt dort die Gesundheitsklinik Stadt Hamburg. Dann um den Bebauungsplan Nr. 13 (für das Gebiet südlich der Straße Am Kurbad, westlich der Straße Im Bad, nördlich des Waldwegs sowie östlich und nördlich der Strandpromenade), dort befindet sich unter anderem das Hotel Ambassador. Und der dritte Bebauungsplan der an diesem Abend besprochen wurde ist die Nummer 36 (für das Gebiet nordöstlich der Straße Im Bad, zwischen der Straße Kieferneck im Norden und Alter Badweg im Süden). Zu den Plänen Nr. 1 und 13 hat es im vergangenen Jahr bereits je eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben, auf der die Art der baulichen Nutzung vorgestellt wurde.

Zunächst ging es in der Sitzung um den Bebauungsplan Nr. 13 für das Gebiet direkt an der Strandpromenade. Er soll neu aufgestellt werden, das hatte die Gemeindevertretung 2009 beschlossen, da er seit seiner ersten Erstellung 1974 zehn Mal geändert worden ist und sich die bauliche Entwicklung in Teilen nicht eingestellt hat oder die Festsetzungen einer städtebaulichen Entwicklung aus heutiger Sicht nicht genügen, heißt es in der damaligen Beschlussvorlage. Darüber hinaus ist der Plan wegen der vielen Änderungen unübersichtlich geworden.

Das Areal ist vorgesehen für eine Nutzung durch Hotels und Gastronomie (Sondergebiet 2), insbesondere entlang der Strandpromenade, für Ferienhäuser und -wohnungen sowie Wohnen (Sondergebiet 3) sowie an der Straße Am Kurbad als Ladengebiet (Sondergebiet 1). Entlang der Straße Im Bad soll ein so genanntes Kerngebiet nach Paragraf 7 Baunutzungsverordnung eingetragen werden. Außerdem ist die Fläche des Kurparks am Strandläuferweg für Bebauung vorgeschlagen.

In der Sitzung wurde vornehmlich über die Gebäudehöhe an der Strandpromenade diskutiert. Es war von 15 Metern die Rede. Stadtplaner Helmut Reggentin sagte, dass künftig das Straßenniveau als Bezugspunkt dienen soll. Doch ohne Skyline-Abbildung wollte die Runde keine endgültige Aussage treffen. „Ohne zeichnerische Darstellung kommen wir nicht weiter“, sagte der Vorsitzende Bodo Laubenstein (CDU). Sie soll in der nächsten Sitzung vorliegen.

Anschließend ging es um die Bebauungsplan Nr. 1. Laubenstein betonte, dass man sich um Bestandsschutz bemühe. Uwe Kirchner schlug vor, bei den zulässigen Arten der Einzelhandelsbetriebe nicht zu sehr einzuschränken und auch SB-Märkte für den täglichen Bedarf zuzulassen. Denn: „Wollen wir noch einen Jackenladen?“ Das fand Zustimmung. Einig waren sich aber alle, dass dort kein Platz für Erotikbetriebe, Wettbüros und Spielhallen ist. Abgelehnt wurden die Vorschläge Richard-Flohrs Richardsen (CDU), aus zwei Baufenstern eines zu machen (Parkplatz am Möwenstieg und zwei angrenzende Grundstücke) und dessen Baugrenzen zu verschieben, sowie den Möwenstieg zu verbreitern. Zustimmung fand dagegen sein Vorschlag, das Hotel St. Peter zum Sondergebiet Hotel zu erklären.

Zum Abschluss stellte Reggentin den Entwurf für den Bebauungsplan Nr. 36 vor. Das Gebiet ist als Sondergebiet Gewerblicher Tourismus vorgeschlagen. Hier entspann sich eine längere Diskussion um die Grundflächenzahl (GRZ). Tim Schäfer (AWG) schlug vor, im südlichen Bereich die GRZ auf 0,35 heraufzusetzen, das heißt 35 Prozent des Grundstücks dürfen bebaut werden. Das gleiche müsste dann aber auch für den nördlichen Bereich gelten, hieß es. Der Planer soll das nun überprüfen. Da für die Grundstücke Nr. 61 und 63 eine GRZ von 0,4 gilt, sollte man die auch für das große Grundstück Nr. 59 genehmigen, schlug Wolfgang Voutta (CDU) vor. Damit dieser Betrieb entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten wie seine Nachbarn hat.

Für alle diese Bebauungspläne werden die Bürger noch Gelegenheit haben, Anregungen und Bedenken abzugeben.

 

 

 

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erstellt am 26.Jan.2014 | 17:00 Uhr

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