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Interreligiöser Gebetsraum : Blaue Gotteswolke in der Seether Kaserne

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein interreligiöser Gebetsraum wurde in der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes in der Stapelholmer Kaserne in Seeth eingerichtet. Auch Konfirmanden aus Süderstapel waren an der Einrichtung beteiligt.

Ja, es war feierlich – und erstaunlich viele Teilnehmer hatten sich zur Einweihung des „Interreligiösen Gebetsraumes“ in der Flüchtlings-Erstaufnahme-Einrichtung in der Stapelholmer Kaserne in Seeth eingefunden. „Gott“ ist da jetzt mitten in einer großen blauen Wolke an der Wand zu lesen. Ein schönes Wort für unseren himmlischen Vater – und nicht nur in deutscher Sprache: „God“ steht da geschrieben – und schräg versetzt „Dieu“. Auch die Worte „Jesus“ und „Buddha“ sind da in der Wolke zu finden – und Schriftzeichen aus einer uns fremden Welt. Daneben das Kreuz, der Davidstern, das Omega-Zeichen.

„Ich freue mich, heute hier sein zu dürfen – die ersten Worte sprechen zu dürfen“, bekannte Erstaufnahme-Einrichtungsleiter Lars Christophersen. „Was hier im ehemaligen Hörsaal der Bundeswehr entstanden ist – das ist einfach großartig Ich finde es eindrucksvoll, wie sich hier heute die Hände unter den einzelnen Nationalitäten gereicht werden!“ Der Raum war derart gut besetzt, dass einige Flüchtlinge sogar auf dem Fußboden Platz nahmen. „Wir haben gesagt, wir möchten den Menschen eine sichere Insel geben“, fuhr Christophersen fort, „das haben wir erreicht. Und mit diesem Raum haben wir hier jetzt sogar einen Leuchtturm gebaut.“ Farbig bemalte Fenster signalisieren bereits von draußen, dass es hier vielfältig zugehen soll. Unsere Helferinnen und Helfer haben diesen schönen Raum eingerichtet – unseren großer Dank möchte ich auch im Namen der Ausländerbehörde überbringen.“

Mehrsprachig ging es dann nicht nur bei den Ansprachen, sondern auch in den Liedvorträgen des Deutsch-Tansanischen Chores „Punds milia“ zu, der das Programm untermalte. Pastorin Kerstin Jakobi aus Süderstapel wies in ihrer Ansprache darauf hin: „Im Sommer, als die ersten Flüchtlinge ankamen, war für uns klar, dass wir uns als Kirchengemeinde beteiligen. Solch einen Gebetsraum wie hier kannte ich bis dahin aber nur aus großen Krankenhäusern. Beim Einrichtungsleiter stieß ich mit der Idee auf offene Ohren und Hände. Fleißige Konfirmanden schrubbten Heizungen und Fenster und gemeinsam mit den Helfern entstand hier ein lebendiger Raum – der letzte Teppich kam erst heute morgen hier hinein und die Kirchenbänke haben Cornelia und Reinhard Liegmann bereitgestellt. Bibeln in verschiedenen Sprachen, Korane und ein Gebetsbuch für eigene Texte liegen bereit. Wir alle wünschen, dass dieser Raum allen zur Verfügung steht!“

In englischer Sprache trug dann der aus Togo stammende Kaplan Jules Lawson, der für das Erzbistum Hamburg im Einsatz ist, vor. Ausdrücklich betonte der togolesiche Priester: „Wir sind Kinder Gottes!“ Dann grüßte Scharif B. zunächst mit einem freundlichen „Salem Aleikum“ und erklärte: „Das bedeutet soviel wie Moin.“ Am Ende seiner in arabisch gehaltenen Ansprache betonte er.: „Ich bedanke mich von Herzen – und ich denke, das sagen alle Flüchtlinge.“ Dafür gab es starken Beifall. Anschließend trug Mohamed Alnzall singend Verse aus dem Koran vor. Priester Jules Lawson segnete den großen Raum. Pastorin Kerstin Jakobi unterstrich: „Möge dieser Raum ein Ort sein, an dem es keine sichtbaren und unsichtbaren Grenzen gibt – ein Ort, an dem Menschen Gottes Gegenwart spüren, heute und an allen Tagen.“ Im Anschluss an das Abschlusslied lud Lars Christophersen alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen in der Cafeteria ein.

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