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Dreimaster im Dock : Bitte einmal Klarschiff machen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Imposanter Anblick im Husumer Außenhafen: Der Segler „Fridtjof Nansen“ wird im Reparatur-Dock überholt. Einst Gaffelschoner, wird das Schiff heute in der Jugendarbeit eingesetzt.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 10:30 Uhr

Ein imposanter Anblick bietet sich noch bis Dienstag, 4. November, im Außenhafen. Dort liegt die „Fridtjof Nansen“. Das 52 Meter lange Schiff wird bei der Husum Dock und Reparatur GmbH & Co. KG auf Vordermann gebracht. Der Dreimaster, der zuvor in Warnemüde festgemacht hatte, war vor rund zwei Wochen eingedockt worden, um in Husum unter anderem den Rumpf streichen und die Propeller überholen zu lassen.

Der Segler ist nicht zum ersten Mal in die Storm-Stadt gekommen. Aus gutem Grund, wie Heiko Temme, Vorstandsmitglied im Verein Fridtjof Nansen und zuständig für die Technik, erklärt: Die kleine hiesige Werft arbeite prompt auf Zuruf, das Dock passe von der Größe her gut – „und bei der letzten Überholung in den 90er Jahren haben wir hier gute Erfahrungen gemacht“. Zeitgleich legen Crew-Mitglieder auf dem Schiff selbst Hand an. Auch bei den Überholungsarbeiten haben sie assistiert, Ruder ausgehängt und dergleichen. Doch Propeller montieren, das können sie nicht – da müssen Fachleute der Werft ran. Am Dienstag, 4. November, soll die „Fridtjof Nansen“ wieder ausgedockt werden.

Der Verein Traditionssegler Fridtjof Nansen bietet überwiegend für Schüler, Jugendliche, Auszubildende und Studenten Klassen- und Projektfahrten an. Aber auch zu Veranstaltungen wie der Kieler Woche oder der Hanse-Sail in Rostock soll Interessierten das traditionelle Segeln auf dem Dreimaster nähergebracht werden. „Dabei möchten wir die Faszination der traditionellen Seefahrt unter Segeln jedem erlebbar machen und Erlebnisse weitergeben, die auch die eigene Persönlichkeit prägen können“, heißt es dazu auf der Internetseite des Vereins, die unter der Adresse www.fnansen.de/schiff.html zu finden ist.

1919 lief das Schiff zunächst im dänischen Kalundborg als 27 Meter langer Gaffelschoner „Edith“ vom Stapel und war auf Nord- und Ostsee unterwegs – mit Fracht, die vom Stückgut bis zur Apfelladung im Bulk reichte. Nach einem ersten Eignerwechsel 1922 und der Umbenennung in „Frederick Fischer“ fuhr der Küstensegler dann nach einer weiteren Namensgebung von 1934 bis 1981 unter Kapitän Hinnerk Jungcluas als „Gertrud II“. In dieser Zeit wurde der Segler aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg und umfangreicheren Lasten auf 43 Meter verlängert und zum reinen Küstenmotorschiff umfunktioniert. Um Brennstoff zu sparen, setzte man bis 1956 auch immer mal wieder Segel, wenn der Wind günstig stand.

1981 übernahm Kapitän Hanns Temme das Schiff und setzte es zunächst weiterhin in der Küstenfahrt ein. Nach seinen langfristigen Vorstellungen sollte es jedoch zum Segelschiff für die Jugendarbeit umgebaut werden. Im Sommer 1991 wurde die betagte, noch durchaus rüstige Dame dazu nach Wolgast überführt. Auf der ehemaligen Marinewerft an der Peene lief der Dreimast-Großtoppsegelschoner, getauft von der Enkelin des norwegischen Polarforscherns Fridtjof Nansen, Margret Greve, am 25. März 1992 unter seinem jetzigen Namen vom Stapel.

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