Sanierung in weiter Ferne : Bis 2017 kein Geld für Landesstraße

Die Landesstraße 218 wurde während ihrer halbjährigen Zeit als Umleitungsstrecke nahezu zerstört.
Die Landesstraße 218 wurde während ihrer halbjährigen Zeit als Umleitungsstrecke nahezu zerstört.

Die Landesstraße 281 zwischen Haselund und Löwenstedt ist marode, doch Geld für die Sanierung gibt es nicht. Die Autokraft kann wegen der schlechten Straßenverhältnisse schon nicht mehr den Fahrplan einhalten.

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04. Dezember 2014, 17:45 Uhr

Die Anlieger der L 281 und die Nutzer der Verbindungsstraße zwischen Haselund und Löwenstedt haben sich längst an den Zustand der Straße gewöhnt, wenn auch nur zähneknirschend. Geduld ist angebracht, denn wer mit seinem Auto und mehr als der erlaubten 70 Stundenkilometer auf der Landesstraße unterwegs ist, dem droht im wahrsten Sinn des Wortes ein Abflug. Bodenwellen, Querrillen und immer wieder notdürftig verkleisterte Schlaglöcher haben sogar die Autokraft dazu bewogen, dem Amt Viöl einen Brief zuschreiben. Darin betont das Unternehmen, dass es den Fahrplan nicht einhalten werde, da seine Fahrzeuge nicht mit der eigentlich vorgesehenen Geschwindigkeit die Strecke zwischen den beiden Orten befahren könne.

Dabei war die Straße bis zum Jahr 2010 in einem guten Zustand. Doch dann wurde die B 200 zwischen Haselund und Pobüll saniert. Gut ein halbes Jahr lang wurde der gesamte Verkehr auf die L 281 gelenkt, um weiträumig die Baustelle zu umfahren. Doch für diesen Ansturm war die Straße nicht ausgelegt, zumal die Lkw oftmals regelrecht in Kolonnen unterwegs waren. Die Fahrbahn wurde regelrecht durch die Reifen aufgerieben und der Untergrund zerfahren. Darüber machten sich das Amt Viöl und die Bürgermeister von Haselund und Löwenstedt eigentlich keine Sorgen, denn im Vorwege wurde ihnen zugesichert, dass nach Beendigung der Baumaßnahmen an der B 200 kurzfristig und unbürokratisch die Straße wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werde. Doch bis heute, so Gerd Carstensen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Viöl, warte man darauf. „Immer wieder wurden zwar die Schlaglöcher geflickt, doch eine vernünftige Straße sieht anders aus“, sagt er. Als vor einem knappen Vierteljahr das Amt einige Landtags- und einen Bundestagsabgeordneten um Unterstützung bat, war vier Tage vor dem Ortstermin an der maroden Straße gerade wieder ein Bautrupp durchgezogen. Die gröbsten Schlaglöcher waren gefüllt. „Der katastrophale optische Eindruck war so nicht mehr ganz so gegeben“, so Carstensen.

Unglaublich aber wahr, im Land zwischen den Meeren gibt es viele Straßen, die in einem noch schlechteren Zustand sind. Das wurde deutlich, als das Land Mitte dieses Jahres den Zustandsbericht vorlegte. Darin heißt es unter anderem: „Der Zustand des Landesstraßennetzes von Schleswig-Holstein hat sich seit 2009 weiter verschlechtert. Während vor vier Jahren noch rund ein Viertel des 3600 Kilometer umfassenden Landesstraßennetzes marode war, sind nach der jüngsten Zustandserfassung inzwischen ein Drittel (1160 Kilometer) aller Landesstraßen dringend sanierungsbedürftig. Daher hat das Land ein Landesstraßen-Erhaltungsprogramm für die kommenden vier Jahre aufgelegt. Doch in dem 25-Millionen-Euro-Katalog taucht die L 281 zwischen Haselund und Löwenstedt bis einschließlich 2017 nicht auf.

Stefanie Berkner vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Flensburg, sagt zu dem maroden Zustand der L 281. Nach Rücksprache mit der zuständigen Straßenmeisterei Bredstedt wurden in 2014 Straßeninstandsetzungen an der L 281 zwischen Haselund und Löwenstedt durchgeführt, wie sie auf Anfrage mitteilt. „Im kommenden Jahr sind ebenfalls kleinere,allerdings örtlich begrenzte Erhaltungs Maßnahmen (beispielsweise Asphaltarbeiten mit eigenem Personal) geplant. Außerdem wird, wenn sich etwa durch den Winter Schäden ergeben, spontan darauf mit Sofortmaßnahmen reagiert, um die Verkehrssicherheit für die Autofahrer zu gewährleisten. Solche Eventualitäten sind jedoch jetzt noch nicht abzuschätzen. Maßnahmen im größeren Stil, wie etwa eine komplette Deckenerneuerung, sind zurzeit nicht geplant.“

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