Biogas heizt Drage ein

Gemeinderat stimmte nach langem Ringen den Plänen der Anlagen-Betreiber im Grundsatz zu

Avatar_shz von
01. April 2011, 08:33 Uhr

Drage | Nur neun Tage nach der jüngsten Gemeinderats-Sitzung trat das Gremium jetzt erneut vollzählig zusammen. Bürgermeister Hans-Hermann Paulsen (KWVD) freute sich "ob der großen Zuhörerzahl". Kein Geheimnis - es ging vorrangig um die Erweiterung der Biogasanlage (wir berichteten). Steve Gröne (SSW) fasste für die Zuhörer zusammen: "Bislang steht eine 1680 KW-Anlage der Betreiber Hasche und Spangenberg im Deljekoog, eine weitere 400 KW-Anlage in der Westerstraße 11. In der Westerstraße 1 stehen zudem zwei Gärrestebehälter. Ich möchte, dass auch Futter- und Laubreste sowie Grasschnitt beigefügt werden dürfen." Antwort von Betreiber Peter Hasche: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht möglich."

Bürgermeister Hans-Hermann Paulsen sagte: "Aus meiner Sicht spricht nichts gegen die geplante Aufstellung eines 600 KW-Blockheizkraftwerks im östlichen Gemeindegebiet." Die Zustimmung zur Aufstellung erfolgte mit neun Ja-Stimmen bei Gegenstimme von Michael Johannsen (UWGD).

Dann ging es um die "Zustimmung zur Aufstellung eines Feststoffdosierers in der Westerstraße 1. Johannsen wandte sich vehement gegen das Vorhaben, da seiner Ansicht nach die Wärmeleistung der bestehenden Anlage ausreicht. "Für mich ist das jetzt eine Erweiterung der Biogasanlage. Dies bedeutet auch mehr Transporte durch unser Dorf." Er kritisierte, dass durch den Dosierer in einem der beiden Gärbehälter in der Westerstraße 1 eine komplette Biogasanlage entstehe, und zwar still und heimlich. Daher könne er nicht zustimmen.

Auf Nachfrage von Günther Carstens, "ob die Erweiterung überhaupt zustimmungspflichtig sei", erklärte Amts-Vertreter Norbert Engelke: "Durch Zufügung eines Feststoffdosieres wird aus dem Gärbehälter ein Fermenter, praktisch eine Biogasanlage. Diese bedarf, unabhängig von der Zustimmung im Gemeinderat, auch der des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume." Betreiber Peter Hasche: "Ich habe das in den Rat gebracht, damit jeder Bescheid weiß." Nach längerer Diskussion die Abstimmung: Acht Gemeinderäte votierten für Aufstellung eines Feststoffdosierers, Günther Carstens und Michael Johannsen sprachen sich dagegen aus.

Dann ging es um die Verlegung sämtlicher erforderlicher Wärmeleitungen innerhalb des Dorfs. Zunächst erklärte Betreiber Peter Hasche. "Uns wurde vorgeworfen, dass wir Druck ausüben. Mit Wirkung vom 15. März kamen aber gesetzliche Änderungen, die Zuschüsse für Wärmeleitungen sind um 25 Prozent gekürzt, für Gasleitungen entfallen sie total. Die Gesamtsumme der Investitionen, über die wir hier sprechen, beläuft sich auf gut 2,25 Millionen Euro. Und die müssen bis Weihnachten verbaut sein - wenn alles genehmigt wird. Wenn keine Genehmigung vom staatlichen Umweltamt kommt, ist das Ganze sowieso hinfällig. Bis jetzt haben wir 80 Interessenten für die Abnahme der Wärme." Neun Kommunalpolitiker stimmten zu. Michael Johannsen votierte dagegen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen