Bildungsangeboten droht das Aus

Diakonisches Werk fordert deutliche Erhöhung der Landesmittel für Familienbildungsstätten

23-2043818_23-55833437_1382108687.JPG von
28. Oktober 2018, 14:09 Uhr

Bereits seit Längerem fordert die Diakonie mehr Landesmittel für die Familienbildung in Schleswig-Holstein. „Die Familienbildungsstätten bieten gerade jungen Eltern viel Unterstützung bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder“, so die Leiterin der Ev. Familienbildungsstätte Niebüll, Kornelia Klawonn-Domin.

Sie hatte jetzt Besuch von der CDU-Bundestagsabgeordneten Astrid Damerow sowie der Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses des nordfriesischen Kreistages, Telse Dierks. Stellvertretend für die dem Diakonischen Werk zugehörigen Einrichtungen, hatte man sich an die Bundestagsabgeordnete gewandt.

Es sind existenzielle Ängste der 31 Familienbildungsstätten mit ihren 120 Außenstellen, die das Aus einiger Angebote, wie zum Beispiel Delfi (Denken-Entwickeln-Lieben-Fühlen-Individuell) bedeuten würden: „Richten sich doch alle unsere Angebote vor allem an Eltern von Kindern im ersten und zweiten Lebensjahr, natürlich auch darüber hinaus. Egal welcher Herkunft, Religion oder Nationalität“, erklärte die Leiterin. Die Arbeit bestehe darin, in Seminaren und Vortragsreihen etwa das familiäre Zusammenleben, gewaltfreie Erziehung, Ernährung und Medienverhalten zu vermitteln. Gerade mit Delfi habe man ein Angebot, das für die Entwicklung von Kind und Eltern besonders förderlich sei. „Wir können damit im Frühstadium präventive Arbeiten leisten“, sagte Kornelia Klawonn-Domin. Folgekosten könnten vermieden werden.

„Es wird für uns immer schwieriger, Kursleiter zu gewinnen, besonders für die Delfi-Kurse. Bei pädagogischen Angeboten bedarf es ausgebildeter Fachkräfte, am Besten in Festanstellung. Doch dafür fehlt uns das Geld“, sagte Nicole Saballus, Geschäftsführerin des Diakonischen Werk Südtondern, zu dem die FBS Niebüll gehört.

Damit die Angebote künftig aufrechterhalten werden können, müssten die Einrichtungen dringend finanziell besser ausgestattet werden. „Es ist zwingend notwendig, dass die Landesmittel, die in den Jahren 2008 und 2009 jeweils um 15 Prozent gekürzt wurden, endlich wieder aufgestockt werden“, sagte auch Marianne Trede-Beck, Referentin im Landesverband des Diakonischen Werks.

Die Forderung möchte Telse Dierks gerneauf Kreisebene unterstützen. Damerow sieht sich allerdings eher als Mittlerin: „Ich kann keine Zusagen treffen. Ich werde mich aber an entsprechender Stelle mit dem nötigen Nachdruck dafür einsetzen, dass man sich auf Landesebene dieser Problematik annimmt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen