100 Jahre Heimatbund : Bewahrer der Regionalgeschichte

Die Trachtentanzgruppe zeigte in der Stadthalle, wie Heimatgeschichte lebendig gehalten werden kann.
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Die Trachtentanzgruppe zeigte in der Stadthalle, wie Heimatgeschichte lebendig gehalten werden kann.

Mit einem großen Festakt beging der Heimatbund Landschaft Eiderstedt sein Jubiläum in der Tönninger Stadthalle. Kulturministerin Anke Spoorendonk war unter den Gratulanten. Regionalhistoriker Albert Panten wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

shz.de von
05. November 2013, 07:00 Uhr

100 Jahre Heimatbund Eiderstedt – dieses besondere Jubiläum wurde mit zahlreichen Gästen in der vollbesetzten Stadthalle in Tönning mit einem Festakt gefeiert. Einen besonderen Applaus gab es für die Kulturministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin, Anke Spoorendonk (SSW), und für den Ehrenvorsitzenden Hans-Alwin Ketels, der 33 Jahre Vorsitzender des Heimatbundes war und im Oktober ebenfalls seinen 100. Geburtstag begangen hat. Unter den Gästen waren zudem der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Puschmann, Eiderstedts Amtsvorsteher Christian Marwig, Amtsdirektor Herbert Lorenzen, die Bürgermeister der Halbinsel, Vertreter des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds (SHHB), Professor Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut, Bredstedt, Heidemarie Scheibler, Enkelin von Dr. August Gerkens, Gründer des Heimatbundes, und Festredner Prof. Dr. Dieter Lohmeier aus Kiel. Einen besonderen Anblick boten die Vertreter der Ringreitervereine, die mit ihren Standarten in den Saal einzogen.

„Heimat“, sagte der Vorsitzende des Heimatbundes, Hans Meeder „ ist wichtig in einer Zeit, in der sich alles immer schneller dreht.“ Der Heimatbund habe die Aufgabe, die Geschichte Eiderstedts zu pflegen und zu verbreiten. Die neun Bände der Reihe „Blick über Eiderstedt“ seien das Ergebnis dieser Arbeit. „Auch die Pflege der plattdeutschen Sprache ist eine besondere Aufgabe.“

Der Literaturwissenschaftler und Bibliothekar, Professor Dr. Dieter Lohmeier, ging auf die Gründung des Heimats- und Geschichtsvereins ein. Die Industrialisierung hatte zwar zu enormem Wohlstand geführt, aber, wie es Dr. August Gerkens damals ausdrückte, „alles gleich gemacht“. Ein Grund, sich wieder auf die Erhaltung des Volkstums und seiner Eigenarten zu besinnen, denn die eigene Heimat drohte, in Vergessenheit zu geraten. So wurden 1913 die Reste dessen, was noch erhalten geblieben war, gesammelt und im neugegründeten Heimatmuseum in Tönning untergebracht. Kurz danach wurde dann der „Heimats- und Geschichtsverein“ ins Leben gerufen.

Auch die Ehrengäste hatten das Wort. Kulturministerin Anke Spoorendonk gratulierte auch im Namen der Landesregierung. „Stolze 100 Jahre Heimatbund, das sind mehrere Generationen. Tradition, Museen, Trachten und Tänze und eine intakte Naturlandschaft, das gilt es, alles unter einen Hut zu bringen.“ Die Welt verändert sich, und alle müssen sich diesem stellen. Mit der Kulturpflege sollte die Region für sich werben.

Der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Puschmann ging auf die Besonderheiten der Halbinsel ein: die Haubarge, die Kirchen, den Leuchtturm, das Eidersperrwerk, das Multimar Wattforum, den Strand von St. Peter-Ording und den Vogelschutz. Der Heimatbund möge nach dem Motto handeln „Asche bewahren, aber das Feuer am Brennen halten“.

Amtsvorsteher Christian Marwig überbrachte die Grüße der amtsangehörigen Gemeinden und wünschte dem Heimatbund alles Gute. Weitere Grußworte kamen von Prof. Dr. Steensen, Marianne Ehlers und Beate Dopatka vom SHHB, Albert Panten, Reimer Hennings (Ringreiterbund) und Susanne Dircks vom Unterverband der Fruunsboßelvereine.

Eine ehrenvolle Aufgabe hatten Hans Meeder und Hauke Koopmann. Der Regionalhistoriker Albert Panten wurde zum Ehrenmitglied ernannt. „Keiner hat sich seit der Zeit von Peter Sax so eingehend mit der Eiderstedter Geschichte befasst und dafür gesorgt, dass diese Ergebnisse auch an die Öffentlichkeit kommen“, so Hans Meeder. Gemeint sind unter anderem die Werke „De grote Peter Sax“, „De Eiderstedter Karkengeschich“, „Unbekannte Rechtsquellen ut Eiderstedt“ und zu guter Letzt die Mitarbeit an der neuen Eiderstedter Monografie.

Für die musikalische Unterhaltung des Nachmittags sorgte der neu formierte Chor aus Mitgliedern der Chorgemeinschaft Tetenbüll-Oldenswort und dem Männergesangsverein Garding-Tating. Unter Leitung von Renate Empen sangen sie Lieder aus der Heimat, auf Platt- und Hochdeutsch. Bevor die Trachtengruppe aus St. Peter-Ording einige Tänze zeigte, stellte die Vorsitzende Marion Dittmer die Gruppe kurz vor. Die Trachtengruppe besteht seit fast 33 Jahren. Ihr gehören
22 Aktive an – 14 Frauen und acht Männer. Chor wie Trachtengruppe erhielten viel Beifall für ihre Darbietungen. Zum Schluss bedankte sich Hans Meeder bei den zahlreichen Sponsoren. Dank ging auch an Hauke Koopmann, Sönnich Volquardsen und Gudrun Fuchs, die für die Ausgestaltung und den reibungslosen Ablauf Sorge getragen haben.







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