Rock an der Eider : Besucher-Rekord geknackt

Die Band Schrottgrenze aus Hamburg begeisterte mit Indie- und Gitarrenpop.
Die Band Schrottgrenze aus Hamburg begeisterte mit Indie- und Gitarrenpop.

Rund 4000 Musikfans lockte das 12. Festival Rock an der Eider nach Stapel. 120 Ehrenamtler sorgten für den reibungslosen Ablauf.

shz.de von
13. August 2018, 15:00 Uhr

„Ein Super-Event“ schwärmten Isa und Felix Kröning aus Bad Mergentheim (Bayern). „Andere bieten nur Strand – aber hier gibt es Strand und klasse Musik. Die Leute sind gut drauf – und für uns ist klar, im nächsten Jahr kommen wir wieder her.“ Zum zwölften Mal präsentierte der Verein Kunst & Kultur Stapel das Kult-Festival Rock an der Eider im Ortsteil Süderstapel. Rund 4000 Besucher – mehr als in den vergangenen Jahren – waren dabei.

„2005 war ich das erste Mal hier – und seitdem immer wieder. In einem Wort: herausragend. Klasse Bands und viele total nette Leute“, erklärte Andreas Grzybowsky aus Friedrichstadt. Anja Carstens aus Schwabstedt war vor allem gekommen, um die Band Lavatory Love Machine, die aus ihrem Heimatort stammt, wieder zu hören. Insgesamt traten 13 Musikgruppen aus Deutschland, England, Dänemark und Irland auf den zwei großen Bühnen am Eiderstrand auf. Sie spielten zwölf Stunden nonstop unter anderem Rock, Folk, Soul, Pop, Indie, Funk und Crossover. Das Besondere: Die Besucher hatten – wie auch in den Jahren davor – freien Eintritt.

Wiederum begeistert von ihren Zuhörern waren auch die Bands. So wie Stolen City aus Dublin, die die Strandbühne rockten. Sänger und Gitarrist Dean Mc Grath, der sich auf dem Boden wälzend dem Solo-Spiel hingab, sagte: „Fantastic people. We hope, that we are next year here again.“ Mit dem Abend nahm der Besucherstrom zu, genauso wie der Regen. Doch viele Zelte boten Schutz vor Schauern und die Möglichkeit, in Ruhe Speisen und Getränke zu verzehren.

Die Veranstalter erfüllten hohe Auflagen: Eine diskret im Hintergrund wirkende 13-köpfige Security-Gruppe behielt den Ablauf stets im Auge, das Personal hielt untereinander Funkverbindung. In den Nähe der beiden Bühnen waren zwei Rettungswagen samt Teams stationiert. Die große Veranstaltung – überschlägig wurden 4000 Besucher gezählt – bestach durch einen absolut friedlichen Charakter. Neben Kinderschminken und weiteren Aktivitäten war auch der Hildesheimer Musiklehrer und Percussion-Künstler Cla:s the Spoonman auf dem Festgelände unterwegs und stellte ganz spontan Besuchergruppen zur „Kochlöffelmusik“ zusammen.

Doch auch ernstere Themen wurden von den Musikern angesprochen. So warb zum Beispiel der auffällig gekleidete Sänger und Gitarrist Alex Tsitsigias von der Band Schrottgrenze aus Hamburg für mehr Toleranz für Homo- und Bisexuelle sowie Transgender. „Toleranz bereichert unsere Gesellschaft“, rief er seinem Publikum zu.

Jederzeit die volle Übersicht behielten die Organisationsleiter Stefan Wölk und Birthe Dierks. „Wir sind zwar etwas geschafft aber vollauf zufrieden“, sagten sie unisono. „Ohne Unterstützung unserer 120 ehrenamtlichen Helfer, der Gemeinde Stapel, der Feuerwehr und der Firmen, die uns hier finanziell unter die Arme greifen, wäre Rock an der Eider einfach nicht möglich.“ Bald wollen sie mit der Planung für 2019 beginnen.

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