Große Aufführung in Husum : Besonderes Chorkonzert in Husum

Der Propsteikantatenchor Eiderstedt hat das Stabat Mater des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins einstudiert.
Der Propsteikantatenchor Eiderstedt hat das Stabat Mater des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins einstudiert.

Das „Stabat mater“ von Karl Jenkins ist am 23. September im Nordsee-Congress-Centrum in Husum zu hören. Es musizieren unter anderem der Propsteikantatenchor Eiderstedt und die Hamburger Camerata.

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23. August 2018, 17:20 Uhr

Husum | Ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis erwartet die Besucher am Sonntag, 23. September, im Nordsee-Congress-Centrum in Husum. Dort führen der Propsteikantatenchor Eiderstedt und die Hamburger Camerata in großer Besetzung das „Stabat mater“ des Waliser Komponisten Karl Jenkins auf. Das Konzert beginnt um 18 Uhr. Zu hören sein werden auch sein Palladio sowie die Werke „Ave generosa“, „The rose“ und „The Ground“ des Norwegers Ola Gjeilo. Weitere Mitwirkende sind die Solistinnen Manuela Mach, Derya Yildirim (beide Alt) sowie Malte Wienhues (Klavier) und der Kammerchor der Theodor-Storm-Schule, Husum. Die Leitung hat Kreiskantor Christian Hoffmann aus Tönning.

Der Waliser Karl Jenkins (geb. 1945) hat sein „Stabat mater“ im Jahre 2008 komponiert. Er geht viele neue Wege, sowohl was den Text als auch die Musik angeht. Der Text meditiert über das Leiden Marias, der Mutter Jesu Christi, während dessen Kreuzigung. Die Dichtung aus dem 13. Jahrhundert wird Jacopone da Todi zugeschrieben. Der Titel ist die verkürzte erste Zeile, „Stabat m¬ter dolorosa“ (die traurige Mutter stand). Neben Karl Jenkins haben Komponisten wie Haydn, Dvorák, Vivaldi, Pergolesi, Rossini, Verdi und viele andere das mittelalterliche Gedicht vertont.

Jenkins’ Musik ist genreübergreifend. Passagen aus seinen Soundtracks für Werbefilme finden sich in „seriösen“ Werken wieder, die Kompositionen sind in den Bestenlisten von Pop und Klassik zu finden. Sie sind rhythmisch und melodisch eingängig und unmittelbar berührend, überraschen den Hörer dann aber auch immer wieder mit unerwarteten Wendungen. Dabei verbindet Jenkins Gewohntes mit ethnisch geprägten Einschüben, versetzt den Hörer ins Israel des Neuen Testamentes, in den Irak des weit vorchristlichen Gilgamesch-Epos. Und hält die Zuhörer doch immer auch in der unmittelbaren Gegen-wart, evoziert Bilder zum Hören, führt Kulturen zusammen und sorgt für Annäherung. Die verschiedenen Textsprachen: Englisch als gegenwärtige lingua franca, Aramäisch als die Sprache Jesu, Griechisch und Lateinisch als antike Weltsprachen bilden dazu den Hintergrund.

Die Besetzung des Stabat Mater enthält neben der großen klassischen Orchesterbesetzung antike Instrumente aus dem Nahen Osten und dem Heiligen Land: Perkussions-Instrumente wie das Darabuca, Def, Doholla und Riq; das Doppelrohrblatt-Holzblasinstrument Mey; und, neben der westlichen Harmonie, Skalen oder Modi (Maqams) wie Hijaz und Bayati.

Im ersten Teil des Konzertes erklingt neben dem Concerto grosso „Palladio“ von Karl Jenkins Chormusik des aus Norwegen stammenden Komponisten Ola Gjeilo (geb. 1978). „Ave generosa“ und „The Rose“ sind ein Lobpreis auf die Mutter Gottes. „The Ground“ entstammt seiner Sunrise Mass.

Der Propsteikantatenchor wurde von Kirchenmusiker Kurt Rienecker 1931 bei Amtsantritt in Tönning mit dem Ziel gegründet, Chorsängern in der Region Eiderstedt die Möglichkeit zu geben, anspruchsvolle Chorwerke der Kirchenmusik zu proben und zur Aufführung zu bringen.

Der Kartenvorverkauf für das Konzert im September beginnt am Freitag, 24. August. Die Tickets sind bei Boje Hamkens, Tönning, Am Marktplatz, sowie in der Schlossbuch-Handlung in Husum erhältlich.

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