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Erfolgreiche Suche : Besitzerin des seltenen Bilderbuchs gefunden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nachdem sie den Aufruf in den Husumer Nachrichten gelesen hatte, meldete sich die Verkäuferin eines Bilderbuches im Husumer Antiquariat. Auch sie ist dafür, das wertvolle Buch ans Jüdische Museum in Berlin zu verkaufen.

Die Suchaktion war erfolgreich: Die Frau ist gefunden. Öffentlich möchte sie aus persönlichen Gründen allerdings nicht in Erscheinung treten. Doch der Reihe nach: In ihrer Sonnabend-Ausgabe berichteten die Husumer Nachrichten über ein Buch, das eine alte Dame der Husumer Antiquarin Linda Streblow angeboten hatte. Die Frauen einigten sich auf einen Kaufpreis von 20 Euro und besiegelten den Handel mit Quittung und Unterschrift.

Doch irgendwie hatte Streblow ein komisches Gefühl. Sie begann im Internet zu recherchieren und fand heraus, dass sich hinter dem Autorennamen Tom Seidmann-Freud niemand anderes als Martha Gertrud Freud, die Nichte von Siegmund Freud, verbarg. Erschienen war deren Kinderbilderbuch 1924 im Peregrin-Verlag, den die Autorin wenige Jahre zuvor mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Verleger Jakob (Jankew) Seidmann, gegründet hatte.

Das „Buch der Hasengeschichten“ ist eine Sammlung mit Anekdoten über Langohren aus aller Welt. Und über entsprechende Internet-Portale fand Streblow heraus, dass das sehr ordentlich erhaltene Buch eine echte Rarität ist und zuletzt bei einer Auktion für gutes Geld den Besitzer wechselte.

Für Streblow stand fest: „Ich muss die Frau finden, die es mir verkauft hat.“ Doch das war einfacher gesagt als getan, denn aus der schwungvollen Unterschrift der Dame konnte sie deren Namen nicht herauslesen. Streblow ging zur Zeitung, und die veröffentlichte die Geschichte. Mit Erfolg: Die einstige Besitzerin des Buches las den Artikel und meldete sich bei ihr. Auch auf der HN-Facebook-Seite wurde an der Geschichte Anteil genommen und der Suchaufruf häufig geteilt.

Streblows Vorschlag, das „Buch der Hasengeschichten“ dem Jüdischen Museum in Berlin zu verkaufen, findet die frühere Besitzerin gut. Dort gibt es bereits eine Vitrine, die an das Leben und Werk von Tom Seidmann-Freud erinnert. Kuriosum am Rande: Genau zu dem Zeitpunkt, als Streblow das „Buch der Hasenschichten“ kaufte, wurde bekannt, dass es im Verlag Bokelberg neu aufgelegt wird.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 13:00 Uhr

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