Achtruper Schüler spielten Theater : Besinnung auf bekannte Werte

Dramatische Ereignisse im Lande der Azonaren und Stechmichs. Foto: Ulrich Jeß
Dramatische Ereignisse im Lande der Azonaren und Stechmichs. Foto: Ulrich Jeß

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08. Juli 2009, 12:07 Uhr

Achtrup | Mit zwei gut besuchten Vorstellungen schloss die von Imke Harms und Christiane Henningsten geleitete, rund 40 Mädchen und Jungen umfassende Theatergruppe der Klassen 3 und 4 der Grundschule Achtrup ihre Arbeit des Schuljahres 2008/2009.

Ein ganzes Schuljahr hindurch hatten sich die Kinder und ihre Betreuer mit der Einstudierung des von Michaela Knospe verfassten Spieles "Die fantastischen Abenteuer des kleinen Drachen Qualmi" befasst, dessen Handlung auf dem gleichnamigen Kinderbuch der bekannten Autorin beruht. Bei der Herstellung und dem Aufbau der transportablen Kulissen, die unterschiedliche Orte zu verschiedensten Zeiten vor Augen führen, sowie bei der Handhabung der Tontechnik waren die Spielleiterinnen durch den Hausmeister Michael Tiebor tatkräftig unterstützt worden.
Keine Lust auf Gemeinheiten
Das Theaterstück, das alle Grenzen von Zeit und Raum sprengt, beginnt mit dem Drachen-Ehepaar Kieselstein, das sich beim Betrachten eines Eies von der Größe eines Luftballons auf seinen Nachwuchs freut. Ein richtig böser, gemeiner und Feuer spuckender Drachensohn soll es werden, darin sind sich die Eltern einig. Denn je fieser man ist, desto höheres Ansehen genießt man bei Drachens. Leider stellt sich im Verlaufe der 70-jährigen Vorschulzeit des "Qualmus" oder auch "Qualmi" genannten Drachenkindes heraus, dass dieses völlig aus der Art geschlagen ist, keine Lust auf Gemeinheiten sondern auf kameradschaftliches Zusammenspiel mit Gleichaltrigen hat und deshalb als lächerliches "Weichei" verachtet wird.
Abenteuerliche Reise
Die Einschulung in die Klasse des für seine Rohheit und Unfreundlichkeit gerühmten Lehrers Krötenwarz soll für "Besserung" sorgen. Das Morgenlied, das er anstimmen lässt, zielt auf totale Einschüchterung ab. Qualmi findet aber Gleichgesinnten namens Gasor vor, der von rüden Angebern nach allen Regeln der Kunst schikaniert wird. Die beiden Unangepassten beschließen, auszubüchsen. Auf der Flucht wird Gasor entführt. Qualmi versinkt in einem Erdspalt, der sich als Folge wüster Kampfhandlungen aufgetan hat. Beim Versuch, seinen Freund wieder zu finden und ihm zur Hilfe zu kommen, erlebt er kaum schier unglaubliche Abenteuer. Darin einbezogen sind Gruppen von Lebewesen unterschiedlichster Art, Lebens- und Denkweise aus zeitlich weit auseinander liegenden Erdepochen. So trifft er auf kämpferische Azonaren, gefährliche Stechmichs, sanfte Hippogenier und Exemplare der Gattung Kleinaugen, auch Menschen genannt. Letztere haben gelernt, einen "RZÜ" (Raum- und Zeitüberbrücker), zielgerichtet zu programmieren, was am Ende dazu führt, dass Gasor gefunden und befreit wird. Dank des Know-How der Kleinaugen gelingt es Qualmi und Gasor, in ihre an Vulkanen reiche Heimat "Speibergen" heimzukehren. Dort sorgen sie dafür, dass die Werte menschlichen Verhaltens nach und nach auch bei den Drachen Wertschätzung finden.

Schulleiter Hans-Peter Carstensen sparte nach dem Happy-End nicht mit Lob für die Akteure, die ein Riesenpensum an Text bewältigt und alle Charaktere klar aufgezeigt hatten. "Kinder, ich bin stolz auf Euch."

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