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Projekt Zukunftsstadt : Berlin wartet auf Friedrichstadt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nicht ein Vertreter aus dem Holländerstädtchen beteiligt sich am Zukunftsstadt-Kongress in Berlin. Dort waren mehr als 400 Abgesandte der Gemeinden versammelt, die in dem Wettbewerb den ersten Schritt absolviert haben.

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erstellt am 24.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Rund 400 Teilnehmer aus Kommunen und Wissenschaft haben zwei Tage lang in Berlin auf einer gemeinsamen Konferenz des Umwelt- und Bau- sowie des Bildungs- und Forschungsministeriums über Modelle für eine nachhaltige Stadtentwicklung beraten. Begonnen im Wissenschaftsjahr 2015 entwickeln bundesweit 51 Kommunen als Sieger des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ Ideen für eine nachhaltige Stadtgestaltung. Beteiligt sind Bürger sowie Partner aus der Wissenschaft und Wirtschaft. Eine der 51 Kommunen, die sich deutschlandweit gegen mehr als 250 Mitbewerber durchgesetzt hat, ist Friedrichstadt.

Initiiert wurde die Teilnahme des Holländerstädtchens an dem bundesweiten Programm von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland (WFGNF). Eigentlich war sie für die Stadt angetreten, um den zunehmenden Leerstand zu bekämpfen. Daraus entwickelte sich schnell eine viel weiterreichende Strategie – nicht nur der Leerstand sollte bekämpft, sondern die ganze Stadt vorangebracht werden.

Ein wenig Enttäuschung klingt bei Regionalmanager Tilmann Meyer von der WFGNF durch, denn kein Stadtvertreter aus Friedrichstadt ist der Einladung nach Berlin gefolgt, um am Kongress teilzunehmen. Meyer ist zwar überzeugt, dass dies nicht zu einer negativen Bewertung der Jury führen wird, aber aus der Hauptstadt hätten sicherlich neue Ideen mitgebracht werden können. „ Doch mehr als dazu raten, können wir nicht“, sagt Meyer.

Gegenwärtig bereitet sich die Stadt auf die Endphase des bundesweiten Wettbewerbs Zukunftsstadt vor. In vier kommunalen Ausschüssen wurden jeweils Arbeitskreise gebildet (wir berichteten), die gemeinsam mit interessierten Bürgern jeweils dem Ausschuss zugeordnete Themen bearbeiten. Diese wurden zuvor durch Befragungen und in Arbeitsgruppen-Sitzungen festgelegt. Nun haben sich die vier Arbeitskreise bereits einmal getroffen, um die für sie jeweils wichtigsten Bereiche zu vertiefen. Das Ziel ist es, daraus eine Vision für die Stadt zu entwickeln, die langfristig umgesetzt werden kann. Bis Mitte März müssen die Bereiche festgezurrt sein, um sie dann der Bundesjury vorzulegen. Sollten die Friedrichstädter Gedanken überzeugen, dann fließen aus der Bundeskasse weit mehr als 100.000 Euro in die Stadt, damit die Vorschläge langfristig umgesetzt werden können. Die Arbeitskreise tagen nicht öffentlich, allerdings kann jeder Bürger, der Interesse an der Mitarbeit hat, dazu stoßen. Jeweils um 19 Uhr kommt der Arbeitskreis des Ausschusses für Schule, Jugend, Sport und Soziales am Dienstag, 1. März, und der des Ausschusses Umweltschutz, Landschaftspflege, Energie und Technik am Mittwoch, 2. März, im Rathaus zusammen.

Die WFGNF begleitet den Prozess, doch längerfristig soll ein eigener Stadtmanager die Aufgabe übernehmen. Die Stadt hat die Stelle ausgeschrieben, mehr als 20 Bewerbungen sind eingegangen. Die ersten Bewerbungsgespräche seien bereits geführt worden, sagt Meyer. Zudem stehe er als Regionalmanager der Stadt beratend zur Seite und wird die neue Kraft einarbeiten. Möglichst schnell will Friedrichstadt den neuen Stadtmanager einsetzen. Wann er seinen Dienst antritt, steht aber noch nicht fest. Möglichst, so formulierte es Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt, schon Mitte März oder Anfang April.

Etwa zwölf Studenten der HafenCity Universität Hamburg wollen zudem nochmals nach Friedrichstadt kommen, um das Projekt zu begleiten. Dabei wäre es ganz toll, so sagt Tilmann Meyer, wenn sie für gut eine Woche in der Stadt untergebracht werden könnten, um den Ort auch richtig kennen zu lernen. Die Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung ist eine staatliche, technisch orientierte Universität, die sich hauptsächlich auf Bauwesen sowie Stadtentwicklung konzentriert und damit einzigartig in Europa ist. Sie soll künstlerische, rechts- und sozialwissenschaftliche sowie technische Methoden und Aspekte verbinden.

Zum Wettbewerb der Zukunftsstadt sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, gestern in Berlin: „Wir wollen durch die Innovationsplattform Zukunftsstadt nicht nur neue Programme und Initiativen entwickeln, sondern auch dazu beitragen, die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu schließen und Forschungsergebnisse in kommunale Praxis zu übertragen.“ Weiter betonte er, dass damit die weltweiten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen somit auch in der Stadtentwicklung verwirklicht werden.

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