Bekommt Tating ein Luxus-Golfhotel?

Umwelt-Ausschuss ließ sich über das Projekt informieren / Mögliches Reetdach-Dorf stößt auf Ablehnung

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05. November 2011, 08:10 Uhr

Tating | Mehr als 20 Bürger verfolgten den konstruktiven Gedankenaustausch, den der Ausschuss für Umwelt, Tourismus und Dorfentwicklung unter dem Vorsitz von Peter Hamkens vollführte. Vor allem die Idee eines Luxushotels mit 18-Loch-Golfplatz in Tating-Esing - so kündigte es die Tagesordnung an - machte neugierig. Gerd von Heidler und Hans-Wolfgang Staudinger aus St. Peter-Ording stellten ihr Vorhaben vor. Inzwischen haben die Initiatoren ihre Pläne den Gegebenheiten gemäß modifiziert. Planerisch sei derzeit kein 18-Loch-Golfplatz möglich, sondern eine Erweiterung des bestehenden 9-Loch-Golfplatzes. Da es schwierig sei, für ein Luxushotel Investoren zu finden, präsentierten Hans-Wolfgang Staudinger und Gerd von Heidler eine Alternative: Sie sieht zehn bis zwölf Reetdachdoppelhaushälften vor, deren Verkauf oder Vermietung eine Finanzierungsgrundlage darstellen solle. Das Luxushotel werde aber nicht ausgeschlossen, betonten die Planer. Eine Gewerbeeinheit zum Verkauf von Golf-Equipment soll das Gefüge ergänzen. Doch es gibt noch viele verschiedene Möglichkeiten der Planung, der Trägerschaft und der Finanzierung auszuloten. "Ohne die Zustimmung der Tatinger Bevölkerung bewegen wir nichts", betonte Staudinger und fragte an, ob die Tatinger sich grundsätzlich diese Idee vorstellen könnten.

In der Runde entwickelte sich ein grundsätzlich positives Stimmungsbild, denn, so drückte es Hans-Jürgen Kloss aus, "alles, was uns touristisch weiterbringt, ist willkommen." Allerdings dürfe kein Dorf neben dem Dorf entstehen, darin waren sich die Gemeinderats- und Ausschussmitglieder einig mit Blick auf den durch Studien untermauerten Vorrang der Dorfinnenentwicklung. Deshalb stießen die Reetdachhäuser auf wenig Gegenliebe. Interesse hingegen bestand am Hotelkonzept. "Ideal wäre eine Verbindung mit dem Dorfkern", schlug Kloss vor. Dirk Jacobs machte auf die Notwendigkeit aufmerksam, die rechtlichen Möglichkeiten, gerade bezüglich des Bauens im Außenbereich, mit dem Kreis Nordfriesland zu klären. Auf die Frage von Werner Burck, was Tating langfristig von dem Projekt habe, verwiesen die Projektinitiatoren auf die touristische Relevanz. "Wenn wir mehr wissen über Alternativen oder andere mögliche Investoren, können wir weitermachen", lautete das aufgeschlossene Fazit des Gremiums.

Großen Anklang fand die Grund lagenarbeit, die der Werbefachmann Jürgen Birkigt bei der weiteren Ausgestaltung der Internetseite der Gemeinde geleistet hat. "Ohne ein einheitliches Vorstellungsbild darüber, was Tating gegenwärtig ausmacht und wie Tating in Zukunft aussehen soll, kann es keine Werbung für die Gemeinde geben", betonte Jürgen Birkigt. "Tating ist ein klassisches Eiderstedter Dorf, das seinen Einwohnern wie auch seinen Gästen mit seiner exzellenten küstennahen Lage im unmittelbaren Hinterland von St. Peter-Ording mit seinen markanten Alleinstellungsmerkmalen und seinen vielfältigen Erlebnisbereichen beste Lebensqualität bieten kann", lautete das Konzept für seine erste Slogan-Idee: "Tating auf Eiderstedt vornedran". Zugleich sprachen sich alle Anwesenden dafür aus, den Vorschlag von Peter Hamkens anzunehmen. Er brachte einen Antrag an den Förderverein für regionale Entwicklung in Potsdam ins Spiel, zu stellen über das Amt Eiderstedt. "Hier können sich Kommunen um eine kostenlose Bearbeitung ihrer Internetseite bewerben", teilte der Ausschuss-Vorsitzende mit.

Im Interesse einer effektiven Zusammenarbeit bei der Erstellung einer Informationsbroschüre über Tating propagierte Carolin Kühn, die Marketingkoordinatorin der Tourismuszentrale Eiderstedt (TZE), die Gründung eines Arbeitskreises, bestehend aus je einem Vertreter des Tourismusvereins Tating, des Tourismusausschusses und der TZE. Weitere Kräfte könnten eingebunden werden.

In Sachen Tennisplatz-Verpachtung teilte Bürgermeister Hans Jacob Peters mit, dass termingerecht gekündigt worden sei. Derzeit fänden Gespräche mit einem Interessenten statt.

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