Schnelles Glasfaser-Netz : Bekommt Schobüll noch eine Chance?

Isabell Thomas, Sabine Birkigt und Ingo Cornils vor dem Plakat „Ich bin dabei“ mit dem Bild von Ove Michaelis.
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Isabell Thomas, Sabine Birkigt und Ingo Cornils vor dem Plakat „Ich bin dabei“ mit dem Bild von Ove Michaelis.

Die Frist zur Zeichnung von Anteilen am Breitband-Internet ist verstrichen – aber die BBNG gibt nicht auf.

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02. März 2017, 06:00 Uhr

Die Quote von 68 Prozent der Haushalte, die sich Anteile reserviert haben, hat die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG) im Gebiet Schobüll, Halebüll, Hockensbüll und Lund zwar nicht erreicht: Nach Ablauf der Zeichnungsfrist am letzten Februartag fehlten noch 295 Anmeldungen, wie Isabell Thomas von der Schobüller Vertretung gestern mitteilte. 592 von 871 Haushalten hätten erreicht werden müssten. „Dennoch wollen wir das Projekt, auch Schobüll flächendeckend über Glasfaserkabel mit schnellem Internet zu versorgen, nicht einfach sterben lassen – dafür ist in den vergangenen Tagen zu viel Schwung in die Sache gekommen, sagt Sabine Birkigt, Prokuristin der BBNG. Tatsächlich seien in der Woche vor Toresschluss mehr Verträge gezeichnet worden als im gesamten Monat November.

Viele Interessenten hätten sich zunächst nicht für einen Glasfaser-Anschluss begeistern können, dann aber plötzlich ihre Meinung geändert, so Sabine Birkigt weiter. „Da ist ein Ruck durch Schobüll gegangen und die Bürger haben ein Wir-Gefühl entwickelt.“

Das sei wohl unter anderem der Plakataktion zu verdanken, die zur Werbung für das Glasfasernetz gestartet wurde, ist sich Isabell Thomas sicher. „Wir haben 20 Plakate mit Bildern von fünf verschiedenen Schobüller Persönlichkeiten und der Aufschrift ,Ich bin dabei – und Du?‘ im Ortsteil aufgehängt“, erläutert Ingo Cornils, der wie Isabell Thomas auch Mitglied des BBNG-Regionalforums ist. „Alles Multiplikatoren.“ Wie Ove Michaelis, der Besitzer der Star-Tankstelle, der überzeugt hinter dem Ausbau steht: „Wir müssen schnelles Internet bekommen, sonst haben wir über kurz oder lang nicht mal mehr Fernsehen.“

Zukunftsfähigkeit war auch das Pfund, mit dem BBNG und Schobüller Vertretung immer wieder gewuchert haben: „Wir schaffen damit unseren Kindern die Möglichkeit, hier zu arbeiten und nicht wegziehen zu müssen“, so Cornils. Eine Riesenchance für den Ortsteil, in dem der Anteil der über 60-Jährigen bei rund 80 Prozent liegt.

Ausgereicht hat es am Ende dann zwar doch nicht. Aber aufgeben mag Sabine Birgkit noch nicht: „Wir müssen jetzt erst einmal überlegen, wie wir weiter vorgehen, und verschiedene Möglichkeiten ausloten.“ Zudem habe noch jeder Schobüller die Chance, zu einem der Beratungstermine in Hattstedt zu kommen und dort zu zeichnen oder die BBNG direkt zu kontaktieren. „Kosten entstehen erst, wenn die 68 Prozent erreicht sind“, wirbt Sabine Birkigt.

Und möglicherweise wäre ja auch das Viöler Modell noch eine Option: Dort zahlt die Gemeinde jedem Bürger, der einen Vertrag mit der BBNG abschließt, einen Zuschuss von 200 Euro.

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