Service-Nummer 115 : Behördendschungel wird gelichtet

Ilka Gregersen und Michael Hasche von der EDV-Abteilung haben das „Projekt 115“ im Amt Mittleres Nordfriesland vorangetrieben.
Ilka Gregersen und Michael Hasche von der EDV-Abteilung haben das „Projekt 115“ im Amt Mittleres Nordfriesland vorangetrieben.

Ämter Nordsee-Treene, Viöl, Eiderstedt und Mittleres Nordfriesland werden Montag (2. Februar) mit der Servicenummer 115 gekoppelt.

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29. Januar 2015, 18:00 Uhr

Vorreiter in Schleswig-Holstein waren die Landeshauptstadt Kiel und der Kreis Pinneberg, die bereits seit dem Jahr 2011 an die zentrale Behördenrufnummer 115 angeschlossen sind. Ab Montag, 2. Februar, sind auch die Ämter Nordsee-Treene, Viöl, Eiderstedt und Mittleres Nordfriesland an diese Nummer gekoppelt. Nicht direkt die Mitarbeiter in Mildstedt, Viöl, Garding oder Bredstedt, wie es Holger Funk vom Amt Nordsee-Treene erläutert, aber zumindest können dort von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr durchgehend Fragen zu vielen Bereichen, wie etwa wo man seinen Personalausweis beantragen kann, gestellt werden. Der Großteil der Bürger werde sich bestimmt weiterhin an seine jeweilige Amtsverwaltung wenden, ist sich Funk sicher, aber gerade im überregionalen Bereich sei diese doch häufig überfragt. Funk erläutert, dass beispielsweise bei einem Umzug in ein anderes Bundesland die dortigen Bestimmungen eben über die Rufnummer 115 erfragt werden könnten. Hinzu komme, dass auch die 115-Zentrale in Hamburg über genügend regionale Kompetenz verfüge. Zwar wüssten die dortigen Mitarbeiter nicht detailliert über jedes Baugebiet in den verschiedenen Gemeinden genau Bescheid, aber sie könnten zumindest dann direkt zu den betreffenden Baufachleuten in der Amtsverwaltung durchstellen. Die neue Behördenrufnummer hat übrigens den New Yorker Bürgerservice mit der Telefonnummer 311 zum Vorbild.

Deutschlandweit sind unter der Kurznummer 115 Bürgerservices von Kommunen, Landes- und Bundesbehörden vernetzt, so dass Auskünfte zu Verwaltungsanliegen, Zuständigkeiten für bestimmte Anliegen oder Informationen über Themen wie Eheschließung, Kinderbetreuung, Einbürgerung – alle unter dieser Nummer erfragt werden können. 65 Prozent der Anliegen sollen beim ersten Anruf direkt beantwortet werden, so lautet das Serviceversprechen des 115-Verbunds. Anfragen, die nicht sofort bearbeitet werden können, sollen an den zuständigen Ansprechpartner auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene weitergeleitet werden.

Holger Funk erläutert, dass es ja bereits im Internet eine ähnliche Funktion gebe, wie etwa den Zuständigkeitsfinder Schleswig-Holstein unter zufish.schleswig-holstein.de/. Auch in diesem Portal würden bereits Hinweis gegeben. Und dies Portal sei auch mit der 115 verknüpft, beziehungsweise könnten darauf die Hamburger bei Bedarf sofort zurückgreifen. Funk: „Die Menschen hier wissen wer für sie zuständig ist, also rufen sie bestimmt weiter bei uns an, so dass es wohl auch zu keiner Entlastung der Telefonzentralen kommen wird.“ Einen großen Vorteil für die Bürger sieht der Amtsmitarbeiter unter anderem auch darin, dass die Hamburger Zentrale immer erreichbar sei, während die Verwaltung des Amtes Nordsee-Treene in Mildstedt durchaus schon mal wegen einer Schulung geschlossen bleibe. Auch dann würden die Mitarbeiter der 115 weiterhelfen, bei Bedarf die jeweiligen Amtsmitarbeiter informieren, so dass gleich am nächsten Tag die Sache geklärt werden könne.

Michael Hasche von der EDV-Abteilung des Amts Mittleres Nordfriesland: „Wir haben eine mehrmonatige Vorbereitungsphase hinter uns. Dabei ging es vor allem um die Zuverlässigkeit.“ So wurden zahllose Datensätze kontrolliert und auch die technische Umsetzung überprüft – etwa im Punkt der Netzabdeckung im Bereich Mobilfunk. Laut Michael Hasche ist die 115 im gesamten Amtsgebiet über die großen Anbieter problemlos erreichbar.

Übrigens, die Behörden-Rufnummer 115 ist in der Regel zum Festnetztarif erreichbar und bereits in vielen Telefon-Flatrates enthalten.

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