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Hoffnung für den Fluss : Behörden haben Treene im Visier

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für die Treene wird ein Managementplan aufgestellt, um die Qualität des Gewässers zu verbessern. Bislang ist das Schutzgebiet in der schlechtesten Kategorie gelistet.

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erstellt am 19.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Die Treene ist eines der beliebtesten Angelgewässer im Land, doch sie ist ganz offensichtlich krank. Zwar gibt es genug Fisch zu fangen, aber wie lange noch, fragen nicht nur die Sportfischer. Auch die Naturschützer sind besorgt, denn dort wo Sportfischer ihrem Hobby nachgehen und lohnenswerte Fänge anlanden, dort finden üblicherweise auch Tiere ihre Nahrung. Aber Veränderungen sind deutlich zu sehen, die Artenvielfalt schwindet. Der Fluss schlängelt sich von Oeversee bis nach Friedrichstadt durch die Landschaft, um dann in die Eider zu münden. Der Unterlauf der Treene ist ein Teil des im Jahr 2008 ausgerufenen FFH-Gebietes „Treene Winderattersee bis Friedrichstadt und Bollingstedter Au“. Damit ist sie auch ein Bestandteil des Schutzgebietnetzwerkes Natura-2000. Und die EU schreibt vor, dass für dieses Gebiet ein so genanter Managementplan aufgestellt werden muss.

Darauf bereitet sich gegenwärtig das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume vor. Federführend ist dabei Julia Jacobsen von der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge. Alle Eigentümer, Nutzer, kommunale Vertreter und interessierten Bürger sind zur Auftaktveranstaltung für Montag, 6. März, in den Stapelholmer Heimatkrog nach Seeth eingeladen. Denn es handelt sich bei der Aufstellung eines Managementplanes keinesfalls nur um das Ausfüllen von Fragebögen. Ein solcher Plan, erläutert Julia Jacobsen, soll nicht nur den Ist-Zustand beschreiben, sondern Möglichkeiten aufzeigen, diesen möglichst zu verbessern, mindestens aber zu halten.

Doch ob es wirklich sinnvoll ist, den Zustand des FFH-Gebietes nur zu halten, zweifeln Naturschützer an, denn es wurde in die schlechteste der drei möglichen Kategorien, nämlich C, eingestuft. „Daher muss es das Ziel des Managementplanes sein, die Qualität zu verbessern“, betont Julia Jacobsen und weist gleichzeitig daraufhin, dass es ein so genanntes Verschlechterungsverbot gibt.

Doch allein will dies das Flintbeker Amt nicht bewerkstelligen. Daher sollen sich alle Interessierten daran beteiligen, möglichst viel von ihrem Wissen preisgeben. Beispielsweise über die Problematik des Pflanzensterbens in einigen Bereichen des Flusses. Dort werden nämlich immer wieder ganze Pflanzeninseln beobachtet, die auf dem Wasser treiben. Mittlerweile sind sogar, wie auch Julia Jacobsen bestätigen kann, ganze Uferbereiche gänzlich ohne Vegetation. Erschwerend kommt hinzu, dass es auch zu Ufer-Ausspülungen komme. Aus all dem zusammengetragenen Wissen könnten dann Maßnahmen in den Plan geschrieben werden, die sich positiv auf den Lebensraum Fließgewässer auswirken könnten. Dazu gehören neben einer Vielzahl von Pflanzen und Vögeln auch die Kleine Bachmuschel, die Meer- und Flussneunaugen, die zum Laichen in die Treene kommen sowie der Rapfen.

Doch was ist die Ursache für das beobachtete Sterben, beispielsweise ganzer Schilfgürtel? Niemand weiß es bisher, doch könnte in den Managementplan auch hineingeschrieben werden, dass zu den heute schon üblichen Untersuchungsparametern zur Beurteilung der Wasserqualität, auch noch weitere aufgenommen werden. „Die Treene ist ein komplexes System“, sagt dazu Juli Jacobsen, neben den Einträgen aus der Landwirtschaft kann in einigen Bereichen auch eine natürliche Sedimentation die Ursache sein. Doch bislang sei der Grund noch nicht gefunden.

Nach dem Auftakttreffen zur Erstellung eines Managementplanes werde es noch weitere Zusammenkünfte geben, um schließlich den vorgesehenen Plan zu schreiben. Dieser müsse dann Ende dieses Jahres durch das Landwirtschafts- und Umweltministerium abgesegnet werden. Alles, was dann in diesem Plan festgehalten worden sei, wie beispielsweise Steinschüttungen oder eine verschärfte Wasserüberwachung, sei für die Behörden verbindlich. So ist der Managementplan nicht nur ein weiteres Stück Papier, um neben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, einen der größten Flüsse des Landes zu schützen. Die Treene könnte eine Chance erhalten, wieder zu einem echten Paradies für Angler, Flora und Fauna zu werden.

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