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Projekt „Alltagshilfen“ : Begleitung mit Herz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Menschliche Nähe nicht nur zur Weihnachtszeit: Das Projekt „Alltagshilfen“ des Diakonischen Werks bringt Menschen in Husum zusammen.

Feiner Nieselregen schlägt gegen das Fenster, die Dämmerung ist an diesem Nachmittag früh hereingebrochen. Irgendwie trostlos – aber in der sanft beleuchteten Stube der 93-jährigen Frauke Nommensen aus Husum ist es keineswegs trostlos: Dicht neben die immer noch jugendlich wirkende weißhaarige Dame im Rollstuhl hat Beate Kammann ihren Sessel gerückt und gemeinsam lesen die beiden Frauen in den alten Novellen von Theodor Storm.

Beate Kammann kommt seit Mitte August einmal wöchentlich für eine Stunde auf Besuch zu Frauke Nommensen. Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin im Projekt „Alltagshilfen – besuchen, begegnen, begleiten“. Träger dieses Projektes ist das Diakonische Werk. Die Koordination erfolgt über das Seniortrainer-Kompetenzteam Nordfriesland im Mehrgenerationenhaus. „Ich bin viel allein. Die Gegenwart von Beate Kammann ist eine willkommene Abwechslung. Die Chemie zwischen uns beiden stimmt“, sagt Frauke Nommensen. Bei schönem Wetter machen die beiden Frauen einen kleinen Ausflug hinunter zum Wasser, ansonsten sitzen sie gern beieinander, trinken eine gute Tasse Kaffee, schnacken oder schauen sich Fotoalben an, die die gebündelten Erinnerungen der 93-Jährigen beinhalten.

Beate Kammann ist gelernte Krankenschwester und familiär stark eingebunden. Trotzdem hat die 47-Jährige aber das Bedürfnis, andere Menschen zu unterstützen. Über das Projekt „Alltagshilfen“, das bereits in Friedrichstadt gut angenommen wurde, hatte sie gelesen. Eine Bekannte gab ihr den Tipp, dass auch in Husum ein solches Projekt existiert – und so war es für sie nur ein kleiner Schritt, sich als ehrenamtliche Helferin zu melden. „Ich spüre die Dankbarkeit. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen“, sagt Beate Kammann.

Die „Alltagshilfen“ ersetzen keine professionelle Pflege, sondern sind dafür gedacht, Menschen – gleichgültig welchen Alters – zu besuchen, ihnen zuzuhören, sie beim Einkauf oder auch zum Konzert zu begleiten, kurz, ihnen die Teilhabe am Leben zu ermöglichen und dem Alltag ein paar Glanzlichter aufzusetzen: Von Mensch zu Mensch und völlig unbürokratisch. Einmal im Monat treffen sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zum Erfahrungsaustausch im Mehrgenerationenhaus. Koordiniert wird das Projekt „Alltagshilfen“ von Ulrike Brede.

Herzlich willkommen – und natürlich immer erwünscht – sind noch mehr Menschen, die sich vorstellen können, ebenfalls an diesem erfüllenden Vorhaben teilzunehmen. Und die Koordinatorin freut sich natürlich auch immer über Spenden für das Projekt. Weitere Informationen gibt es im Mehrgenerationenhaus unter Telefon 04841/2153.

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erstellt am 21.Dez.2015 | 19:44 Uhr

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