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Feuerwehren öffnen die Türen : Begeisterung fürs Helfen entfachen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim Tag des offenen Gerätehauses gewähren am 11. Februar Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet Einblick in ihre Arbeit.

Sie stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück, um anderen zu helfen. Ihr selbstloser Einsatz für das Gemeinwohl macht sie zu einer unverzichtbaren Säule im System der Gefahrenabwehr – und darüber hinaus. Wohlgemerkt: alles auf freiwilliger und ehrenamtlicher Basis. Die Rede ist von den Mitgliedern der Feuerwehr, deren Allzeit-Bereitschaft in der Öffentlichkeit leider viel zu oft als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Demografischer Wandel und die gesellschaftliche Entwicklung tun ein Übriges: Immer weniger Menschen fühlen sich dazu berufen, mit der Wasserspritze Brände zu löschen.

Gegen diesen Trend setzt der Amtswehrführer des Amtes Landschaft Sylt, Andreas Petersen aus Kampen, eine Idee: einmal einen Tag lang die Werbetrommel für den Dienst in der Feuerwehr rühren – und zwar kreisweit. Zum dritten Mal geben am Sonnabend, 11. Februar, nun zahlreiche Wehren in Nordfriesland einen umfassenden Einblick in ihr Innenleben. Der Tag des offenen Gerätehauses vermittelt einen Eindruck davon, wie einfach es für jeden ist, sich in der Feuerwehr zu engagieren.

Warum dies so wichtig ist, erklärt Kreisbrandmeister Christian Albertsen: „Stellen Sie sich vor, Sie sind in Not, wissen sich nicht anders zu helfen, als den Notruf ,112‘ zu wählen, und keiner kommt.“ Für sich selbst möchte er sich diese Situation nicht vorstellen. „Es muss nicht das brennende Haus oder der Verkehrsunfall sein“, so Albertsen. „Es gibt genug andere Situationen, in denen die Feuerwehr gerufen wird.“ Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren rückten dann aus Überzeugung an, aufgrund eigener Erfahrungen – „oder einfach aus Hilfsbereitschaft“. Im Kreis gehören zurzeit 5411 Personen den 130 Freiwilligen und zwei Pflicht-Feuerwehren an. Ihr Durchschnittsalter beträgt 40,3 Jahre, der Anteil der Frauen liegt bei 6,7 Prozent. Damit sind 3,3 Prozent der Nordfriesen Mitglied in einer Feuerwehr. „Wir werden künftig das an Hilfe bekommen, was wir selbst bereit sind, an Hilfe zu geben“, erklärt Albertsen. Ein großer Teil der aktiven Mitglieder komme aus der Jugendfeuerwehr, dafür sei man sehr dankbar – „aber da ist auch immer diese Ungewissheit, ob sie bleiben“.

Den demografischen Wandel sieht Albertsen indes nicht als Hauptproblem. „Es ist wohl eher die Bequemlichkeit: Man muss ja nur auf dem Handy vier Knöpfe – 1, 1, 2 und ,wählen‘ – drücken und die Hilfe kommt. Wozu sich also selbst engagieren und Arbeit davon haben“, mahnt der Kreisbrandmeister. Das Motto „Mal eben dem anderen helfen“ sei leider in Vergessenheit geraten.

Die Feuerwehren können auch anderntags besucht werden, nähere Infos sind in vielen Fällen im Internet erhältlich.

Teilnehmende Wehren:

Amt Nordsee-Treene: Friedrichstadt, Koldenbüttel, Mildstedt, Rantrum, Seeth, Winnert, Wittbek, Nordstrand; Amt Eiderstedt: St. Peter-Ording, Oldenswort, Tating, Tetenbüll, Tönning; Amt Viöl: Haselund, Hoxtrup, Oster-Ohrstedt, Schwesing, Sollwitt-Pobüll, Wester-Ohrstedt; Amt Mittleres Nordfriesland: Bredstedt (14 bis 18 Uhr); Amt Südtondern: Achtrup, Humptrup (17 bis 21 Uhr), Galmsbüll (17 bis 19 Uhr), Leck (10 bis 14 Uhr), Oster-Schnatebüll, Klintum, Stadum (14.30 bis 17 Uhr), Süderlügum (17 bis 21 Uhr); Amt Landschaft Sylt: Kampen.

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