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Husumer Nachrichten

17. Oktober 2017 | 15:30 Uhr

Mildstedt : Begeisterte Trommler

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Schlagzeuglehrer Arne Berger löst sein Geschenk zur Dörpshuus-Eröffnung ein. Die Teilnehmer wollen eine Fortsetzung.

Sprühende Begeisterung bei den Teilnehmern – und ein Klang, der bisweilen Gänsehaut beschert. Das, was Schlagzeug- und Trommellehrer Arne Berger seinerzeit eigentlich als Geschenk zur Eröffnung des Dörpshuuses Ole School überbrachte, hatte jetzt weitreichende Auswirkungen – und blieb keine Eintagsfliege. Zwar fand der Kursus nicht – wie ursprünglich geplant – draußen in der Südermarsch statt, und auch Quartiersmanagerin Cosima Mähl konnte nicht dabei sein, doch der fantastischen Stimmung tat dies keinen Abbruch.

„Ich dachte mir, ich verschenke mal etwas anderes als Blumen oder einen Umschlag mit Geld“, verrät der 45-Jährige am Rande der Einlösung dieses Präsentes. Arne Berger hat eine Wagenladung voller Djemben – um diese Trommeln handelt es sich – an diesem Abend dabei: große und kleine, schmale und wuchtige, bunte und schlicht-farbene. Einige Teilnehmer haben sogar eigene Trommeln mitgebracht. „Denkt an eure Finger“, gibt der Trommellehrer gleich zu Beginn zu bedenken. „Bei meinem ersten Workshop habe ich selbst wohl zu doll auf die Trommel geschlagen, denn anschließend konnte ich das Lenkrad im Auto nicht mehr anfassen.“ Wichtig sei zunächst mal eine entspannte Sitzhaltung. „Denn egal, welches Instrument du spielst, wenn du angespannt bist oder verkrampft, dann wirst du es an den Tönen und am Sound hören.“

Nach einer theoretischen lockeren Einführung geht es los: Die mit Ziegenfell bespannten Trommeln schräg nach vorne kippen. Das ist wichtig, damit der Ton, der unten aus dem Schall-Loch kommt, auch gut zu hören ist. Klar doch, dass neben den elf Teilnehmern auch der Trommellehrer ein Instrument in die Hand nimmt. Bereits nach einer halben Stunde erklingt schon ein tolles Trommelspiel. Spontanes Lob vom Lehrer: „Das klingt schon gut.“ Und auch dieses Signal kommt zwischendurch: „Wir machen auch eine kurze Pause – nur mal als Hoffnungsschimmer für euch.“

Und woher bezieht ein Interessent solch eine Djembe? „Man kann sie gut auf dem Flohmarkt kaufen oder aber auch im Internet. Natürlich kann man auch in ein Musikgeschäft gehen“, sagt der Fachmann. „Aber bitte dran denken: Die Djembe ist ein Gruppen-Instrument. In jedem Falle aber solltet ihr das Instrument, das ihr kaufen wollt, vor dem Kauf kurz bespielen.“ Die Preise variieren zwischen 20 und ungefähr 350 Euro. „Und am besten solltet ihr solch ein Instrument in einer Tasche transportieren.“

Staunen bei den Teilnehmern, die aus Mildstedt, Ramstedt, Rantrum, Friedrichstadt und Ostenfeld kommen: Denn zwischendurch geht es in den Nebenraum – ohne Trommeln. Hier wird mit den Füßen ein 4-Viertel-Takt geübt. Immer wieder. „Musikmachen passiert nicht nur mit dem Instrument“, gibt der Trommellehrer, der in Bredstedt unter BigBeatberger Unterricht erteilt, seine langjährige Erfahrung weiter. Und dann sein Vorschlag: „Wir versuchen jetzt mal, einen eigenen Beat zu gestalten. Ich verrate euch aber auch: Das ist nicht einfach, was wir hier heute Abend gemacht haben. Aber ich sehe, es hat euch viel Spaß gebracht.“ Nach einer Stunde erklingt dann ein beachtliches Stück, das unglaublich mitreißend wirkt. Selbst Arne Berger lässt sich zu spontanem Lob hinreißen: „Das klingt schon sehr gut.“

Stundenlang hätte das so gehen können. Arne Berger präsentiert ein Geschenk, bei dem er so ganz und gar nicht auf die Uhr schaut: Normalerweise unterrichtet er eine Doppelstunde lang. Das wäre auch die Länge eines Kurses. In diesem Falle – der Kursus startete um 19 Uhr – endet er gegen 23 Uhr.

Nachhaltig sei dieser gemeinsame Abend gewesen, loben die Teilnehmer – und haben eigentlich nur noch den einen Wunsch: regelmäßig weitermachen. Rasch notieren sie auf einer Liste ihre Namen und geben sie dem Trommellehrer mit. Sein positives Signal: „Lasst uns dazu die genauen Modalitäten festlegen und in Kontakt bleiben.“ Und während die begeisterten Teilnehmer ihre abendlichen Heimfahrten antreten, bleibt für Arne Berger noch einiges an Arbeit nach: Große und kleine Trommeln müssen wieder in den Transporter bugsiert werden. Er lächelt: „Ach was, kein Problem. Ich freue mich vielmehr darüber, dass ich heute Abend mit solch einer fantastischen Gruppe zusammenarbeiten durfte. Das war wirklich erstklassig.“

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