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Gelebte Willkommenskultur : Begegnung der Kulturen im Bürgertreff

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Garding gibt es seit einem halben Jahr einmal monatlich ein Treffen von Einwohnern mit Flüchtlingen. Zwischen 40 und 50 Flüchtlinge nehmen an der Zusammenkunft im Bürgertreff teil.

Was im Spätsommer vergangenen Jahres mit einer Idee beim Gardinger Bürgertreff begann, ist inzwischen zu einem regelmäßigen Treffen von Einwohnern mit Flüchtlingen geworden. An jedem zweiten Donnerstag im Monat kommt es seit einem halben Jahr im Diakonat der Gardinger Kirchengemeinde, ab 18 Uhr, zu einer „Begegnung der Kulturen“.

„Zwischen 40 und 50 ausländische Mitbürger zählen zu unseren regelmäßigen Gästen“, freut sich Pastor Thomas Knippenberg, der die Treffen leitet. Es gehe dabei um das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen sowie um Hilfestellungen bei Problemen. Dabei soll gleichzeitig der Gebrauch der deutschen Sprache trainiert werden, was für viele Gäste noch recht schwierig ist, weil sie erst seit wenigen Monaten im Lande sind. Ein Sprachkursus musste infolge einer Erkrankung der Dozentin vorläufig unterbrochen werden.

So ringt auch die Syrerin Ramina noch um Worte, wenn sie von ihrer Flucht mit zwei Kindern aus ihrer Heimat berichtet. Sie wartet auf ihren Mann, den es zunächst nach Norwegen verschlagen hat. Als Übersetzer hilft ihr Landsmann Osama, der bereit seit 15 Monaten in Garding lebt und im Hardehuus den Hausmeister unterstützt.

Eine Gruppe von jungen Männern aus Eritrea fühlt sich recht wohl in ihrer neuen Umgebung. Ihren Äußerungen ist jedoch zu entnehmen, dass sie dringend eine sinnvolle Beschäftigung suchen. An einem Tisch lernen sie von einer Helferin bei einem einfachen Kartenspiel die Unterscheidung von Zahlen und die Bezeichnung der Farben kennen.

Viel leichter hat es da der junge Syrer Khalel, der vor sechs Monaten nach Garding kam und jetzt ein Praktikum als Mechatroniker absolviert. Im berufsbegleitenden Unterricht und im Selbststudium hat er sich in kurzer Zeit erstaunliche Sprachkenntnisse angeeignet.

„Das ist ein Beispiel für gelingende Integration, um die wir uns bemühen“, sagt Elke Rieck, die zu den Initiatorinnen der Treffen gehört und für alle ein offenes Ohr hat. Besonders die jungen Menschen seien sehr wissbegierig und könnten helfen, den negativen Auswirkungen des demografischen Wandels zu begegnen.

Um die anwesenden Kinder kümmert sich mit viel Geduld Gisela Paulsen. Unter ihrer Anleitung malten sie auf Papier Ostereier bunt aus, die von der örtlichen Apotheke prämiert werden. „Das Schicksal der Menschen bewegt mich – deshalb helfe ich“, sagte die freundliche Seniorin. Beim Treffen im Mai erleben die Neubürger mit ihr eine Stadtführung. Der frühere Pastor des Heverbundes, Hans-Edlef Paulsen, beteiligt sich mit seiner Frau Karen ebenfalls an der Betreuung. „Wir haben die Flüchtlinge als freundliche Nachbarn kennengelernt und helfen gerne“, sagte er. Zu den regelmäßigen Betreuern gehört auch Regina Halbritter. Als ehrenamtliche Leiterin der Bücherei versorgt sie die Kinder und Erwachsenen mit geeigneter Literatur. Sie hat bereits vor Jahrzehnten bei der Integration von Aussiedlern mitgewirkt. Neu im Team ist Anja Bariani. Ihr gelingt es trotz der sprachlichen Barrieren, mit Migrantinnen in einen lebhaften Austausch zu kommen. „Es ist wichtig, Hemmschwellen zu überwinden und sich anzunähern“, so die St. Peteranerin. Spontan verspricht sie einer Flüchtlings-Mutter, ihr den gewünschten großen Kochtopf zu liefern.

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