Trommelberg : Bauprojekt: Familien verzweifelt gesucht

Das Trommelberg-Areal mit der alten Schule im Hintergrund: Hier soll künftig Wohnraum entstehen.
Das Trommelberg-Areal mit der alten Schule im Hintergrund: Hier soll künftig Wohnraum entstehen.

Beim generationenübergreifenden Wohnprojekt der Statthus-Gruppe fehlen die jungen Leute.

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24. März 2017, 12:31 Uhr

Es sind zwei ganz unterschiedliche Projekte, die am Trommelberg entstehen sollen: Zum einen möchte der Rendsburger Investor Michael Demandt auf einer Fläche von etwa 8000 Quadratmetern drei Wohnhäuser errichten, zum anderen möchte die Statthus-Gruppe ein generationenübergreifendes Wohnprojekt unter anderem in der ehemaligen Schule begründen (wir berichteten). Beide Projekte schreiten voran – doch der Statthus-Gruppe fehlen zu ihrem Glück noch Familien, die in einige der insgesamt 22 Wohnungen einziehen wollen.

„Unser Architekturbüro wird noch in dieser Woche den Bauantrag für unser Projekt im Rathaus einreichen“, sagt Michael Graf, Vorstandsmitglied der Statthus-Gruppe, „wir sind also gut im Zeitplan.“ In den kommenden Monaten soll dann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Gleichzeitig bekümmert Graf allerdings, dass bisher fast nur Alleinstehende oder Ehepaare ohne Kinder in der Gruppe dabei sind. Das derzeitige Durchschnittalter beträgt ungefähr 60 Jahre; lediglich ein Kind wird nach dem jetzigem Stand der Dinge im Statthus-Projekt leben – wenig generationenübergreifender für ein generationenübergreifendes Projekt, gegen den die Statthus-Gruppe weiter anarbeiten will. So erstellen sie derzeit einen Flyer, der gezielt junge Familien ansprechen soll. Zudem hat die Projektgruppe fünf Wohnungen, die sich besonders für Familien eignen, noch zurückgehalten. Zwei von ihnen bietet sie über Immobilienplattformen im Internet an, wahlweise zur Miete oder zum Kauf.

Ein paar Monate sind zwar noch Zeit, doch bisher ist das Werben um Familien erfolglos. Woran das liegt? Das kann Graf nur mutmaßen. Vielleicht daran, dass junge Familien in Nordfriesland ganz traditionell ein Haus kaufen wollen – und es angesichts der Immobilienpreise auf dem Land oft auch können. Das sei beispielsweise in Hamburg anders, weiß er, dort sei das Interesse an derartigen Wohnprojekten deutlich höher. Und vielleicht wären in einer Großstadt die Vorteile, die solch ein gemeinschaftliches Wohnprojekt bietet, bekannter: „Was macht man, wenn das Kind krank ist und beide Eltern trotzdem zur Arbeit müssen? Beim gemeinschaftlichen Wohnen gibt es gleich eine ganze Reihe von Omas und Opas, die sicher gern als Babysitter einspringen.“

Auch die Pläne von Michael Demandt schreiten voran: Statt wie eigentlich geplant 57 will er nun 75 Wohnungen verteilt auf drei Häuser errichten. Das berichtete Bauamtsleiter Jörg Schlindwein im Bauausschuss. An der Größe der Häuser ändere sich dadurch nichts, nur die einzelnen Wohnungen seien dadurch kleiner. Je Wohnung seien 0,8 Parkplätze geplant, so Schlindwein weiter. Da ein hoher Anteil von gefördertem Wohnraum dabei sei, reiche diese Anzahl seiner Ansicht nach aus. Zudem überlege der Investor, ein Car-Sharing am Trommelberg einzuführen, das würde den Bedarf an Parkplätzen eventuell auch mindern. Am Car-Sharing-Modell würde sich auch die Statthus-Gruppe gern beteiligen, erklärt Graf. Ohnehin kann er sich verschiedenste Formen der Zusammenarbeit zwischen den beiden Wohnprojekten vorstellen. Derzeit sei beispielsweise schon ein gemeinsames Energiekonzept in Arbeit.

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