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bauboom in der Stadt : Bauherren stehen in den Startlöchern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bredstedter Stadtvertretung hebt die alte Ortsgestaltungs-Satzung auf, da sie sehr kompliziert und detailgenau ist. Dies hätte Verzögerungen mit der Baugenehmigung durch den Kreis gegeben. Nun soll eine neue Satzung erlassen werden.

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erstellt am 01.Sep.2013 | 17:24 Uhr

Mit einer Schweigeminute begann die Sitzung der Bredstedter Stadtvertretung. Bürgermeister Knut Jessen erinnerte an den vor wenigen Tagen, kurz vor seinem 77. Lebensjahr, verstorbenen Rüdiger Godt. „Godt hat sich am liebsten in zweiter Reihe für die Belange der Stadt engagiert. Die Jugend lag ihm am Herzen“, so Jessen. Viele Jahre sei er als Stadtvertreter sowie in mehreren Ausschüssen als bürgerliches Mitglied tätig gewesen, war hilfsbereit, habe immer konstruktiv mitgearbeitet und seine Stimme zur rechten Zeit erhoben.

Um nicht den Fortgang von zwei wichtigen Baumaßnahmen zu verzögern oder gar zu gefährden, war es – so wollte es die Baugenehmigungsbehörde des Kreises – nötig, die Ortsgestaltungs-Satzung sowie die Erhaltungssatzung der Stadt aus dem Jahr 1992 aufzuheben, um danach schnellstmöglichst neue Vorschriften auf den Weg zu bringen. Bei den Projekten ging es um das frühere Möbelhaus Tondern in der Osterstraße, das jetzt abgerissen werden soll, sowie die bereits dem Erdboden gleichgemachte Gebäude Hohle Gasse 13 bis 17 (ehemaliger Penny-Markt), an deren Stelle ein moderner Wohnkomplex entstehen soll (wir berichteten). Würde sich der Kreis als Genehmigungsbehörde strikt an die Satzung halten, müsste er die Bauanträge zum jetzigen Zeitpunkt ablehnen. Deshalb empfehle die Behörde dringend die Aufhebung. Nur dann und im Falle einer Neuauflage des Papiers würde das Go zum Bauen gegeben werden. „Die Sache eilt also. Die Bauherren wollen mit ihren Millionen-Projekte sobald wie möglich und vor Wintereinbruch beginnen“, betonte Jessen. Eine neue Satzung werde bereits von den Stadtplanern in Zusammenarbeit mit dem Amt Mittleres Nordfriesland erarbeitet. Mit einhergehen müsse laut Empfehlung ebenfalls die Aufhebung der Erhaltungssatzung. Sie habe den Zweck, historischen Gebäudebestand zu schützen. Solche Bauten gebe es aber konkret derzeit nicht. Die Erhaltungssatzung in der vorliegenden Form mache eher für die historischen Stadtteile Tönnings oder Friedrichstadts Sinn.

Während drei Stadtvertreter die Aufhebung der Erhaltungssatzung problematisch beurteilten und ihre Meinung mit zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme signalisierten, votierte das Gremium einstimmig pro Aufhebung der Gestaltungssatzung. Beide Satzungen, so der Tenor, sollen auf jeden Fall neu gestaltet werden. Auch die Erhaltungssatzung ist bereits in Arbeit. Nicht minder wichtig war der dritte Beschluss, den das Gremium aufgrund des Eil-Antrages des SSW einstimmig absegnete. Darin ging es um den Antrag der Stadt gegenüber der Landesregierung, Fracking in jeder Form so lange zu verbieten, bis ein wissenschaftlicher und technischer Stand erreicht ist, der Gefahren sicher ausschließen kann. „Alle Gemeinden im Amt werden die Resolution unterzeichnen. Sie war auch Thema in der Sitzung des Wasserverbandes Nord auf Pellworm“, sagte der Bürgermeister. Die Gefahr sei noch nicht vorbei.

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