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90 Verkaufsstände an der Treene : Bauernmarkt der Rekorde

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mehr als 10.000 Besucher kamen bei sonnigem Wetter zum 20. Bauernmarkt nach Schwabstedt. In der Treenegemeinde waren 4,5 Kilometer Straßen für den Aufbau von 90 Verkaufsständen gesperrt.

Dem ortsansässigen Landarzt und Gemeinderat Nicolay Breyer ist er zu verdanken, der Schwabstedter Bauernmarkt. 1996 fand er auf Vorschlag des Mediziners erstmals statt, zwölf Anbieter bauten ihre Stände auf, jetzt wurde ein Rekord erreicht. 90 Stände lockten eine Besucherzahl in einem bislang ebenfalls noch nicht dagewesenen fünfstelligen Bereich in die Treenegemeinde. 4,5 Kilometer Straßen waren abgesperrt und die Schlange der geparkten Fahrzeuge reichte einmal quer durch den Ort und auf der Landesstraße bis weit hinunter nach Seeth. Ein zusätzlicher großer Parkplatz war zudem eingerichtet.

Die bereits anlässlich der Pfingstmärkte eingerichtete Einbahnstraßenführung hat sich auch beim Bauernmarkt bewährt. Angesichts der im Umkreis landauf landab stattfindenden größeren Veranstaltungen hatte sich Marktvogt Hans-Hermann Salzwedel bereits im Vorfeld siegessicher gegeben und prophezeit: „Die sind für uns keine Konkurrenz.“

In den ersten drei Jahren unter Gemeinderegie geführt und danach vom HGV übernommen – ging der Markt zum 20. Mal an den Start. In sehr großer Zahl nahmen die Besucher am Open-Air-Gottesdienst teil. Zum Auftakt sangen die derzeit in der Kirchengemeinde weilenden jungen Gäste aus Tansania, dann stimmte die Gemeinde das Lied „Wir pflügen und wir säen den Samen auf das Land“ an, der Posaunenchor Mildstedt begleitete. Dann hielt Pastor Michael Goltz eine Erdbeere und eine Zwiebel in die Höhe – verbunden mit der Frage: „Was will uns der Pastor damit sagen?“ In das Grübeln der Zuhörer hinein dann die Erklärung: „Beide vertragen sich auf dem Boden. Erdbeeren und Zwiebeln nebeneinander gepflanzt, sind gute Nachbarn, die einander gut tun.Aber auch wir Menschen brauchen das andere und Fremde. Das Wichtigste – auch in Anlehnung an unsere große „Bilderrahmen-Aklion“ - ist die Erkenntnis: Da ist noch Platz, denn wir sind keine geschlossene Gesellschaft. Sonst wäre das Monokultur. Seit ein paar Wochen hat sich hier eine ganz tolle Willkommenskultur etabliert.“

Nachdenkliche und mahnende Worte des früheren Ministerpräsidenten und jetzigen Schirmherrn, Peter-Harry Carstensen, folgten: „Geht mir gut mit den Flüchtlingen um. Sie sind diejenigen, die dieses große und reiche Angebot wie wir nicht haben. Sie mussten ihr Land verlassen wegen Krieg, Vergewaltigung und Mord. Es ist unsere Pflicht, ihnen zu helfen. Wir sehen gerade auf diesem schönen Bauernmarkt wieder, wie satt wir täglich werden.“

Seitens der vollzählig erschienenen sechs Kirchspielsbürgermeister überreichte Bürgermeisterin Christa Reese aus Ramstedt dem Marktvogt ein grünes T-Shirt mit Aufdruck. Die Besucher kamen wieder aus der gesamten Region. Karsten Japser (MdL) – im Vorjahr Schirmherr der Veranstaltung – nahm sich Zeit für einen Rundgang. Unter dem Motto „Kommen, schnacken, erleben und genießen“ wurde eine Fülle an Programm geboten. Vorsitzender Thomas Kühl vom Bauernverband informierte mit orangefarbenen T-Shirts und dem Aufdruck „Frag doch mal den Landwirt“, über aktuelle Probleme der Bauern. HGV-Vorsitzender Thore Hansen, zeigte sich überaus zufrieden angesichts der sehr großen Besucherzahl.

Neben einem Superangebot an Obst, Gemüse, Essen und Getränken durfte natürlich das Krähen der Hähne und Gackern der Hühner nicht fehlen. Vorsitzender Siegfried Sievertsen vom Geflügelzuchtverein Husum und Umgebung hatte mit Helfern etliche Volieren aufgebaut. Dreschvorführungen gaben die Oldtimerfreunde rund um den Glockenberg und Hufschmied Frank Thiesen schmiedete in Handarbeit und nach Erhitzen im 1200 Grad heißen Ofen echte Hufeisen für die Kinder.

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