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Zur Kündigung Bernd Biermanns : Bauer schweigt, Ilgen spricht, Görsch ist stocksauer

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kündigung von Stadtjugendpfleger Bernd Biermann hält Husums Politik weiter in Atem. Für die SPD meldeten sich jetzt der Ortsvorsitzende Matthias Ilgen sowie die Jungsozialisten Nordfrieslands zu Wort.

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erstellt am 01.Apr.2017 | 14:00 Uhr

Die Kündigung des Husumer Jugendpflegers Bernd Biermann beschäftigt die Bürger der Storm-Stadt weiter. In Leserbriefen und sozialen Netzwerken werden vor allem Teile der Politik für Biermanns Entscheidung verantwortlich gemacht und unter anderem scharfe Kritik an der SPD geäußert. Nachdem SPD-Fraktions-Chef Horst Bauer für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, äußerte sich nun Matthias Ilgen als Ortsverbandsvorsitzender zur Angelegenheit. „Die SPD Husum hat sich über Jahrzehnte hinweg immer für die Arbeit des Hauses der Jugend eingesetzt – auch als es am alten Standort zunehmend Rechtfertigungsdruck wegen sinkender Kinderbesuchszahlen gab. Wir haben uns für den neuen Standort stark gemacht“, sagt Ilgen. „Im Wandel der Zeiten muss sich die Jugendarbeit in einer Stadt ständig weiterentwickeln, und deshalb haben wir auch nicht ausgeschlossen, gegebenenfalls das Personal aufzustocken“, heißt es von ihm weiter. Mit dem ausführlichen Prüfbericht, den das Biss auf Antrag der Sozialdemokraten ausfüllen muss, gehe es darum, „die tatsächlichen Bedarfe zu erfassen“ und zu sehen, wie zum Beispiel die zusätzliche Integrationsarbeit von Flüchtlingen klug mit anderen Angeboten verzahnt werden könne. In den kommenden Wochen wolle die SPD Ideen für eine noch stärker vernetzte Jugendarbeit in der Stadt entwickeln und diese dann „über unsere Stadtfraktion in die politische Diskussion einbringen“.

Auch die Jusos Nordfriesland meldeten sich gestern in einer Pressemitteilung zu Wort. Man unterstütze die Husumer SPD in ihrer Entscheidung, heißt es dort. Denn ein Bedarf an zusätzlichem Personal sei im Biss momentan nicht zu erkennen, findet Truels Reichardt, Geschäftsführer der Jusos Nordfriesland und ehemaliger Praktikant im Biss. „In den vergangenen Jahren hat sich im Biss augenscheinlich eine Lebensferne zu Kindern und Jugendlichen breit gemacht. Während das nicht vorhandene Konzept, die sterile Umgebung
und die wirklichkeitsfremden Öffnungszeiten zu einer teilweise extrem niedrigen Auslastung führen, wurde durch einige Mitarbeiter in den letzten Jahren, spätestens seit dem Umzug in die Innenstadt, zu wenig Arbeit an, mit und für Kinder und Jugendliche geleistet“, findet Reichardt. Hauptgeschäftsführer Oliver Straßner verweist auf den Haushaltsplan der Stadt Husum für 2017: „355  400 Euro für die offene Jugendarbeit sind gut und wichtig. Aber das Geld muss dann auch dort ankommen, wo es hin soll – bei den Kindern und Jugendlichen.“ Sollte sich die Zahl der Besucher erhöhen, dürfe eine weitere Fachkraft allerdings nicht an der Politik scheitern.

Konrad Görsch (WGH), Vorsitzender des städtischen Ausschusses für Jugend und Soziales empfiehlt hingegen allen Stadtpolitikern, die sich heute „vollmundig zu diesem Thema äußern“, dem Biss doch einfach mal einen Besuch abzustatten. „Die meisten habe ich dort nie gesehen. Und das, obgleich ich regelmäßig in der Norderstraße zu Gast war und es immer noch bin.“ Die halbe Stelle, die Biermann gefordert habe, sei nur das I-Tüpfelchen gewesen und seine Kündigung als „Kurzschlusshandlung“ zu bezeichnen daher geradezu widersinnig. Vielmehr hätten Vorschriften, politischer Druck und politische Ignoranz das Fass in all den Jahren zum Überlaufen gebracht. Die WGH und er im Besonderen würden das Biss auch weiterhin unterstützen, kündigte Görsch an. Und zu Biermann sagte er: „Bernd und ich sind uns immer auf Augenhöhe begegnet. Das war für mich das wichtigste.“

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