St. Peter-Ording : Bauausschuss gegen Sonderregelung

In diesem Bereich der Straße Im Bad soll es bei zwei Geschossen bleiben.
In diesem Bereich der Straße Im Bad soll es bei zwei Geschossen bleiben.

St. Peter-Ording: Mehrheit lehnt von der CDU beantragte Dreigeschossigkeit für zwei Grundstücke in der Straße Im Bad ab.

shz.de von
03. August 2018, 16:00 Uhr

Seit Jahren wird im Bauausschuss von St. Peter-Ording über den Bebauungsplan Nr. 1 diskutiert. Nun ist das Gremium den entscheidenden Schritt weiter: In der jüngsten Zusammenkunft wurde der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst. Demnächst werden die Unterlagen zur öffentlichen Einsicht im Amt Eiderstedt ausliegen. Das solle noch im August erfolgen, erklärte Sven Jacobsen von der Amtsverwaltung auf Anfrage.

Der B-Plan Nr. 1 betrifft im sehr begehrten Ortsteil Bad eines der Filetstücke, nämlich das Areal südlich und östlich der Straße Im Bad zwischen dem Restaurant Meeresbrise und dem Appartmenthaus Loreley (nördlich der Straße Kieferneck). Dort befinden sich etliche Restaurants, Läden und Appartmenthäuser. Es ist eine bunte Mischung aus älterer und neuer Bausubstanz. Mit der Neuaufstellung möchte die Gemeinde bestimmte Rahmenbedingungen für eine geordnete Entwicklung des Gebiets vorgeben.

Vor vier Wochen war das Thema auf Antrag der CDU von der Tagesordnung genommen worden (wir berichteten). Es bestand noch Beratungsbedarf vor allen Dingen wegen der Geschosshöhen. Aber die deswegen anberaumte Arbeitssitzung des Ausschusses hatte weniger zu einer Einigung geführt, als vielmehr die Fronten zwischen den CDU-Mitgliedern im Ausschuss einerseits und den anderen Fraktionen verdeutlicht. Das jedenfalls wurde allen Anwesenden, darunter auch vielen Bürgern, klar.

Bauausschuss-Vorsitzender Kurt Kahlke (SPD) trug die seitens der Verwaltung erarbeitete Beschlussvorlage vor. Sie hatte sich gegenüber der der letzten Sitzung nicht verändert. Stadtplaner Helmut Reggentin erläuterte ausführlich die Satzung. Darin wird der Erhalt der Zweigeschossigkeit für die Grundstücke Nr. 17 (Meeresbrise), 19 (Villa im Bad) und 21 (Pension Fortuna) bestimmt. Für die Pension, ein älteres Backsteingebäude, ist eine Beibehaltung der Höhe von 12,70 Meter bei einem Umbau weiterhin möglich. Ansonsten gilt eine Höhe von 12,50 Meter. Der Abstand der Gebäude zur Straße ist mit sieben Metern festgelegt. Für das Grundstück des Restaurants Die Insel und der Apotheke wird die Grundflächenzahl von 0,25 auf 0,3 angehoben. Vor etwa zweieinhalb Jahren hatte man sich im Bauausschuss schon einmal über die Anzahl der Geschosse auseinandergesetzt und diese mit zwei Geschossen festgelegt. Richard-Flohrs Richardsen (CDU) beantragte nun für die Grundstücke Nr. 19 und 21 bei Vorlage eines beabsichtigten Ansichts-Bauplanes die Genehmigung der Dreigeschossigkeit sowie einen Abstand zur Straße von nur fünf Metern und begründete dies mit einer städtebaulich verträglichen Nachverdichtung.

Von der Argumentation her verlief die Diskussion dann kontrovers. Sehr deutlich wurde, dass es in der Arbeits-Sitzung bereits hart hergegangen war. Dem Argument, dass bei dem vorhabenbezogenen B-Plan für die Grundstücke Im Bad Nr. 13 und 15 dem Investor Zweigeschossigkeit vorgeschrieben worden war und hier dann nicht anders verfahren werden könne, wollte sich die CDU nicht anschließen. So kam es zur „Kampfabstimmung“. Die Vorlage der Verwaltung wurde mit den Stimmen von SPD (zwei), AWG (1) und FDP (1) gegen die drei Nein-Stimmen des CDU angenommen.

Ein weiteres Thema war der geplante Solarpark in Tating. Im Juli hatte die Gemeinde St. Peter-Ording bereits ihre Bedenken geäußert. Eine lange Diskussion erübrigte sich also. Der Ausschuss nahm das Vorhaben mit Bedauern zur Kenntnis. „Schade, dass die Gemeinde Tating das trotz unserer Bedenken – gemeinsame Lokale Tourismusorganisation, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, nur eingeschränkte Begrünung und mögliche Blendwirkungen – umsetzen will“, formulierte es Kurt Kahlke.

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