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Klimadeich Wobbenbüll : Bauarbeiten haben begonnen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein 1000 Meter langer Deich zwischen der Hattstedter Marsch und der Geest bei Wobbenbüll soll die 1200 Einwohner künftig besser vor Sturmfluten schützen. Die Kosten betragen rund fünf Millionen Euro.

Er ist kurz, aber wirkungsvoll: Ein 1000 Meter langer Deich zwischen der Hattstedter Marsch und der Geest bei Wobbenbüll soll die 1200 Einwohner künftig besser vor Sturmfluten schützen. Der neue Deich wird die nach Nordstrand führende Landesstraße queren, wozu der Bau einer Stöpe vorgesehen ist. Mit dem ersten Spatenstich durch Johannes Oelerich, dem Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), und Reinhold Schaer, dem Bürgermeister von Wobbenbüll, starteten am 9. Juni die Bauarbeiten.

„Es ist der kürzeste Deich, den wir bisher gebaut haben, aber er schützt außer den Einwohnern eine Fläche von 2400 Hektar und 180 Millionen Euro an Sachwerten“, freut sich LKN-Chef Johannes Oelerich. Der westliche Abschnitt ist eine Deichverstärkung, der östliche ein Neubau. Der Deich hat eine Höhe von 8,20 Metern über dem Meeresspiegel und entspricht mit seiner flachen, 1:10-geneigten Außenböschung und der fünf Meter breiten Deichkrone dem neuen Standard des Klimadeichs. Ein im vergangenen Jahr vor Ort errichtetes Holzgerüst hatte die Kontur des Deiches bereits für einige Wochen anschaulich gemacht.

Der Deichbau ist erforderlich, weil Berechnungen zeigten, dass bei einer Sturmflut – wie sie alle 200 Jahre vorkommen kann – zu viel Wasser über den Deich laufen und mit einem Bruch zu rechnen sein würde.

Für den Kern des Deiches werden maximal 70.000 Kubikmeter Sand verwendet, der mit täglich etwa 50 Lastkraftwagen herangefahren wird. Während der Bauzeit in den Sommermonaten gibt es für die Anwohner ein dementsprechend erhöhtes Aufkommen an Schwerverkehr. Eine Ampelanlage und die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer werden den Verkehr in der Dorfstraße in Wobbenbüll beruhigen. Diese verkehrlichen Maßnahmen sind ohnehin erforderlich, weil der Wasserbeschaffungsverband Treene die Wasserleitung an der Dorfstraße erneuern wird.

Der Klei für die Abdeckung des Deiches, etwa 100.000 Kubikmeter, wurde seit Herbst 2015 aus dem unmittelbar benachbarten Naturschutzgebiet Beltringharder Koog entnommen und zwischengelagert. Die dabei angelegten Wasserflächen und Feuchtgebiete sind Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen für das dortige Naturschutzgebiet.

An der Innenseite des Deiches bei Wobbenbüll ist ein schmales Rückhaltebecken für Regenwasser vorgesehen. Während der Bauarbeiten soll die Straße nach Nordstrand zweispurig befahrbar bleiben.

Der Deichbau kostet insgesamt rund fünf Millionen Euro. 53 Prozent der Kosten trägt die EU, 33 Prozent der Bund und 14 Prozent das Land. Die Arbeiten sollen bis September 2017 abgeschlossen sein.

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erstellt am 10.Jun.2016 | 12:15 Uhr

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