Altengerechte Wohnungen in Friedrichstadt : Bau des Seniorenzentrums beginnt

Schwereres Geschütz folgt: Ein Maschinenmonster wird eintreffen, um in einem Arbeitsgang für die Gründung Pfahllöcher zu bohren und gleichzeitig mit Beton zu verfüllen.
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Schwereres Geschütz folgt: Ein Maschinenmonster wird eintreffen, um in einem Arbeitsgang für die Gründung Pfahllöcher zu bohren und gleichzeitig mit Beton zu verfüllen.

Im Großen Garten in Friedrichstadt entstehen 79 Einzelappartements mit befahrbarem Duschbad. Auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Areal will eine Dithmarscher Gesellschaft ein Seniorenzentrum errichten.

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16. Mai 2015, 10:00 Uhr

Es tut sich was am Großen Garten im Holländerstädtchen. Der Bau beginnt am Dienstag (19.). Dann soll ein wahres Maschinenmonster eingetroffen sein. In einem Arbeitsgang werden für die Gründung Pfahllöcher gebohrt und gleichzeitig mit Beton verfüllt. Die Maschine, erläutert Friedhelm B. Kretschmann als Investor, sei für die Rader Hochbrücke zu schwer, so dass sie über die Westküstentraße nach Friedrichstadt komme.

Im ersten Schritt sollen dann die Gründungen für das Seniorenheim und die 17 altengerechten Wohnungen fertig gestellt werden. Vielleicht schon zwei, drei Monate später, so Kretschmann, könne dann die Gründung für die Ferienwohnungen beginnen. Doch ob es tatsächlich Ferienwohnungen werden, steht noch nicht fest, denn das Interesse daran soll nicht so groß sein, wie an den altengerechten Einheiten. Daher werde überlegt, sie in solche umzuwandeln. Dies hätte wiederum zur Folge, dass der so genannte Durchführungsvertrag mit der Stadt dementsprechend geändert werden müsste.

Der Name Großer Garten weckt in Friedrichstadt nicht nur gute Erinnerungen. Schließlich war das einst weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Ausflugslokal über Jahrzehnte hinweg ein Treffpunkt im südlichen Nordfriesland. Doch dann hörte der Pächter auf, und der neue Interessent für die Übernahme des städtischen Gebäudes sprang wieder ab, da die von einer süddeutschen Brauerei geforderten Preise für die Übernahme des Mobiliars überzogen erschienen. Jahrelang brachte der Große Garten keine Mieteinnahmen für die Stadtkasse – ganz im Gegenteil, er belastete sie nur. Denn das Gebäude musste zumindest im Winter so temperiert werden, dass keine Frostschäden auftreten konnten. Zudem fanden im Großen Garten auch die Aufführungen des Landestheaters statt. Das Bewahren vor dem Verfall kostete die hoch verschuldete Stadt jährlich rund 20  000 Euro. Endlich schien 2011 das Ende der Misere in Sicht, ein Dithmarscher Hotelier wollte dort, unmittelbar neben dem Stapelholmer Platz, ein hochmodernes Familienhotel errichten. Gegen die Pläne liefen die Anlieger Sturm. Die Kommunalpolitiker hingegen waren froh, den Klotz los zu sein. Also wurde ein Bebauungsplan gezielt für das Vorhaben Familienhotel aufgestellt. Doch der Investor verabschiedete sich wieder von seinen Plänen, es fehlte das Kapital. Bis Ende August 2012 sollte gewartet werden, ob es neue Interessenten geben würde, doch außer einigen Voranfragen tat sich nichts, so dass schließlich das alte Lokal abgerissen wurde.

Auf dem knapp 8000 Quadratmeter große Areal will die Großer Garten Immobilien GmbH aus Dithmarschen, in 1-A-Lage als Kernstück ein Seniorenzentrum errichten. Es hat 79 Plätze in Einzelappartements mit eigenem befahrbarem Duschbad. Neben dem Seniorenheim sollen in einem separaten Gebäude 17 Ferienappartements mit einer Größe zwischen 40 und 95 Quadratmetern gebaut werden. Der Gebäudekomplex wird parallel zur Treene gebaut. Die 17 Wohnungen des betreuten Wohnens entstehen ebenfalls in einem separaten Gebäude, das im östlichen Bereich des Großen Gartens, in Richtung des Sportplatzes errichtet werden soll. Die Pläne sehen Wohnungsgrößen zwischen 40 und 65 Quadratmeter vor.

Derzeit, so Investor Friedhelm B. Kretschmann, laufe die Vermarktung der Wohnungen auf Hochtouren. Es habe sich gezeigt, dass einige Interessenten allerdings größere Wohnungen wünschten. Daher werde daran gearbeitet, einige Einheiten zusammenzulegen, so dass größere Einheiten entstehen könne.

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