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Windpark Scheinmark : Bargum will seine Finanzkraft stärken

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeindevertretung hat beschlossen, die Bargumer zu den geplanten Windrädern in der Gemarkung Scheinmark zu befragen. Sie erhofft sich eine Stärkung der Finanzkraft aus den Gewerbesteuereinnahmen.

Was denken die Bargumer über den Bau von Windkraftanlagen in der Gemarkung Scheinmark? Das wollen die Gemeindevertreter herausfinden, bevor sie selbst einen Entschluss zum Thema fällen. Daher beschlossen sie in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig, die Einwohner zur geheimen Abstimmungsrunde für einen Bürgerentscheid in das Gemeindehaus einzuladen. Am Sonntag, 29. November, soll jeder wahlberechtigte Bargumer auf seinem Stimmzettel eintragen können, ob er dafür votiert – oder nicht. Wie berichtet, gibt es Pläne, einen Bürgerwindpark zur Schulung von Servicepersonal für Windkraftanlagen innerhalb eines geschützten Landschaftsraumes zu errichten.

In drei Schichten will das Gremium das Abstimmungsbüro von 8 bis 18 Uhr besetzen. Die Frage für den Bürgerentscheid lautet: „Sind Sie dafür, dass in der Gemarkung Scheinmark in Zusammenarbeit mit der Firma Offtec in Enge-Sande, die Aufstellung von höchstens vier Windenergieanlagen realisiert werden soll, die dann unverzüglich nach Inbetriebnahme zum Teil an einen Bürgerwindpark mit Gesellschaftssitz in Bargum übertragen werden?“

Bei der Projektrealisierung soll folgendes festgeschrieben werden: Eine Stärkung der Finanzkraft der Gemeinde Bargum durch Gewerbesteuereinnahmen aus dem Betrieb der Windenergieanlagen (WEA) von den genannten Gesellschaften (siehe unten). Die Gewerbesteuer aus der Windenergieanlage des Bürgerwindparks Bargum werde somit zu 100 Prozent an die Gemeinde Bargum fließen. Weiter würden Beteiligungsmöglichkeit in den Bürgerwindparks und damit Einnahme- und Verdienstmöglichkeiten für die Bevölkerung garantiert.

Die Politiker sehen in dem Projekt die Leistung eines Beitrages zur Energiewende und die Möglichkeit einer ökologischen Energiegewinnung – wobei eine Beeinflussung des Tourismus aber nicht ausgeschlossen sei. Auch eine Veränderung des Landschaftsbildes sei zu berücksichtigen, zudem sei ein Werteverlust bei Immobilien nicht auszuschließen.

In der Einwohnerfragestunde der Sitzung wollte einer von 16 erschienenen Anwohnern von Bürgermeister Bernd Wolf wissen, weshalb er in der Sitzung des Kreis-Wirtschaftsausschusses das Ergebnis der privat initiierten Bürgerabstimmung offengelegt habe – obwohl in der Gemeindevertretersitzung vor einigen Wochen vereinbart worden war, die Zahlen nirgendwo zu verwenden. Zahlen habe er nicht genannt, antwortete Wolf, denn das Ergebnis sei rechtlich nicht relevant, sondern gebe nur ein Stimmungsbild ab. Daher solle nun auch der Bürgerentscheid auf den Weg gebracht werden. Wolf habe lediglich den Ausschuss-Mitgliedern auf Nachfrage gesagt, dass sich derzeit eine Mehrheit für das Vorhaben (70 Prozent) ausgesprochen hätte. „Nicht mehr und nicht weniger. Das kann nicht verkehrt gewesen sein“, so Wolf.

Jedoch ist die Crux bei der Realisierung der Pläne, dass das ausgewählte Areal ausgerechnet in einem von fünf charakteristischen Landschaftsräumen in Nordfriesland liegt, die eigentlich von WEA freigehalten werden sollen (wir berichteten). Bei aller Sympathie für die Expansionswünsche meldete die Kreisverwaltung ernste Bedenken gegen das Offtec-Vorhaben an und empfahl deshalb zunächst, ein landesweites Gutachten zu diesem Thema abzuwarten, ehe das Projekt befürwortet werden könnte. Zudem werden sich alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch setzen und nach Lösungen zu suchen. Der Kreistag wird am 13. November eine Entscheidung fällen.

 

 

Folgende Prototyp-Windenergieanlagen der Firma Siemens sind geplant: zwei SWT 7.0 mit einem Rotordurchmesser von 154 Metern und einer Gesamthöhe von 199 Metern, eine SWT 3.3, Rotordurchmesser 130 Meter, Gesamthöhe 150 Meter, sowie optional eine SWT 3.3, Rotordurchmesser 130 Meter, Gesamthöhe 150 Meter. Die Anlagen sollen nach Inbetriebnahme an folgende Gesellschaften übertragen werden: eine 7,0 MW an den Bürgerwindpark Bargum, die andere an die Firma Offtec in Enge-Sande und eine 3,3 MW an den Bürgerwindpark Scheinmark in Enge-Sande – sowie optional eine 3,3 MW WEA für einen weiteren Bürgerwindpark in Bargum. Alle Windenergieanlagen stehen auf Bargumer Gemeindegebiet – auch die vierte optionale WEA.

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