Fensterhersteller aus Langenhorn : Baltic-Fenster ist insolvent: Es geht um 120 Arbeitsplätze

Im Jahre 2000 wurde im Langenhorner Ortsteil Mönkebüll die hochmoderne, automatisierte Fertigungsanlage eröffnet.
Im Jahre 2000 wurde im Langenhorner Ortsteil Mönkebüll die hochmoderne, automatisierte Fertigungsanlage eröffnet.

Das Sanierungskonzept soll zum Frühsommer greifen. Die Gehälter der 120 Beschäftigten sind bis 30. April gesichert.

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16. Februar 2018, 18:00 Uhr

Langenhorn | Das Langenhorner Unternehmen Baltic Fenster & Türen GmbH hat am 14. Februar beim Amtsgericht Husum Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Sanierungsspezialist Peter-Alexander Borchardt von der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte bestellt. Borchardt ist in gleicher Funktion auch für den thüringischen Standort Baltic TH Fenster & Türen GmbH in Korbußen (bei Gera) zuständig. Unter seiner Verantwortung werden die beiden Betriebe nun uneingeschränkt fortgeführt.

Alle Lieferanten und Kunden würden einzeln über die rechtlich veränderte Sachlage informiert, heißt es in einer Mitteilung. Die Gehälter der 103 Beschäftigten in Langenhorn und Fockbek sowie der 17 Mitarbeiter in Korbußen werden bis zum 30. April 2018 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Sanierungsmaßnahmen sollen Arbeitsplätze retten

Das bestätigt auch Jens Christiansen (42), Sohn des Unternehmensgründers Heinz Christiansen, gegenüber unserer Zeitung. Er ist Wirtschaftsinformatiker, trat 2006 in die Geschäftsleitung ein und ist seit 2011 alleiniger Baltic-Geschäftsführer. Befragt nach den Ursachen erklärt er: „Sie sind vielfältig. Wir haben vor einiger Zeit einen innerbetrieblichen Sanierungsprozess angestoßen und gute Fortschritte gemacht.“ Diesen gelte es nun, schneller und besser fortzusetzen.

„In dem Insolvenzverfahren sehen wir eine rechtliche Möglichkeit und ein Werkzeug zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise.“ Als Zeitfenster hält er eine Spanne von drei bis fünf Monaten für realistisch. „Wir erhoffen uns, dass wir am Ende strukturell, organisatorisch und wirtschaftlich schneller wieder auf stabilen Füßen stehen und so gut auf die Zukunft vorbereitet sind.“

Christiansen ist zuversichtlich. „Wir haben ein sehr motiviertes Team, das zusammenhält und die kommenden Entwicklungsschritte mittragen wird.“ Ausschließen könne er derzeit nicht, dass die Sanierung auch personelle Veränderungen mit sich bringt, so der Firmenchef auf Nachfrage. „Wir werden alles tun, um die Arbeitsplätze zu erhalten.“

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