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Themen für die Zukunft : Balsmeier will Austritt aus dem Amt Eiderstedt prüfen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

St. Peter-Ordings Bürgermeister hat sich für eine vierte Amtszeit die Themen „Versyltung“, Arbeitsplätze und Pendler auf die Agenda geschrieben. Am Sonntag, 5. Oktober, sollen die Bürger zur Wahl gehen.

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erstellt am 30.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Die Bürger von St. Peter-Ording sind am Sonntag, 5. Oktober, zur Wahl ihres Bürgermeisters aufgefordert. Einziger Kandidat ist Rainer Balsmeier, seit 1996 Amtsinhaber und seit 2009 zugleich auch in Personalunion Tourismus-Direktor. Seine inzwischen dritte Amtszeit endet am 30. April 2015.

„Es gibt einen gemeinsamen Wahlvorschlag der Parteien“, betonte Bürgervorsteher Boy Jöns in seiner Begrüßung im Olsdorfer Krug. Die Fraktionen der Gemeindevertretung hatten mit Plakaten dorthin zu einem Gespräch mit Balsmeier eingeladen. Ein Kandidat sei zwar nicht die große Auswahl, aber Jöns erläuterte diese Entscheidung mit der seit Jahren hervorragenden Zusammenarbeit.

Der 57-Jährige stellte sich dann gern dem Auftrag einer Vorstellung nach 18 Jahren Tätigkeit und Wohnen in St. Peter-Ording. Nach achtjähriger Verwaltungstätigkeit auf Wangerooge wurde er zum hauptamtlichen Bürgermeister des Tourismusortes gewählt. Er betonte, dass er wie bisher auch das Amt des Tourismus-Direktors ausüben werde. Er sei kein Mitglied einer Partei oder Wählergemeinschaft.

Sich selbst bezeichnete Balsmeier als ehrlich und zuverlässig. Eine enge Zusammenarbeit mit den politischen Gremien sei für ihn selbstverständlich. Bürgernähe gehöre dazu. Sich selbst sieht er als „Dienstleister für unsere Gemeinde.“ Als Thema an erster Stelle stehe Gemeindeentwicklung und Standortsicherung. St. Peter-Ording sei als Tourismusstandort weiter zu entwickeln und zu sichern. Der demographische Wandel könne dabei auch eine Chance sein. Sanierung und Erneuerung von Straßen und Kanalsystem seien weiterhin Thema. Erhalt und Sicherung des Schulstandortes und –angebotes, Wohnungseigentum und Mietwohnungen und im Zusammenhang damit sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze stünden ebenso auf der Tagesordnung. Hinsichtlich des touristischen Angebotes sei der Strand mit den Pfahlbauten als Alleinstellungsmerkmal zu erhalten. Das 2006 entwickelte Tourismuskonzept müsse, unter Einbeziehung von Bürgern mit neuen Beteiligungsmöglichkeiten, fortgeschrieben und als Teil davon ein Strandentwicklungskonzept zum Abschluss gebracht werden. Unter dem Stichwort Eiderstedt wurde Rainer Balsmeier mehr als nur deutlich. Vor sieben Jahren sei die Gemeinde wegen der damaligen gesetzlichen Regelungen dem Amt Eiderstedt auch in der Annahme beigetreten, dass Landesregierungen ihre eigenen Gesetze ernst nehmen und durchsetzen. Das aber wäre wohl eine fatale Fehleinschätzung gewesen. Mit der Verlagerung der Verwaltung weg aus dem Ort an das Amt Eiderstedt, seien allein schon aus strukturellen Gründen Qualitätseinbußen verbunden. „Damit können wir insgesamt nicht zufrieden sein.“ Ob ein Austritt aus dem Amt möglich sei, will Balsmeier in den kommenden zwei Jahren intensiv überprüfen und mit dem Innenministerium Gespräche führen.

Fragen und Antworten zu Themen wie „Versyltung“, Arbeitsplätze und Pendler, Naturschutz, Hundestrand, Großveranstaltungen, Flüchtlingsunterbringung, Form und Nutzung von Bebauung, Supermarkt in Ording, Verkehrssituation im Gewerbegebiet, Ferienwohnungen, Verlegung der Bauhöfe und Nutzung des Geländes, „Mutter- und Kind-Heim-Köhlbrand“, „Donnerstag im Dorf“, Bebauungspläne und Vor- und Nachteile beim Verbleib im Amt standen dann auf der Agenda. Seitens der Fragenden war dieses alles von ausgesprochener Sachlichkeit geprägt.

Balsmeier erwies sich dabei als Kenner seiner Gemeinde und machte kein Hehl daraus, wo ihn persönlich der Schuh drücke oder wo eben keine gesetzlichen Möglichkeiten wären. Vieles nahm er dabei auch für sich mit, etwa die Verkehrssituation im Gewerbegebiet. Zu einem Hundeauslaufgebiet am Strand sagte er: „Ob wir das schaffen?“ Hinsichtlich „Versyltung“ sah er wegen des Halbinselcharakters weniger ein Problem. Allerdings plage ihn schon die hohe Anzahl von Pendlern – deswegen auch die Schaffung von Wohnraum am Ort.

Dass für die Arbeit Zahlen hilfreich sind, machte er deutlich an der Anzahl von 16 918 Betten und ihrer Verteilung. Was Hotels und Pensionen anginge, sei der Ort mit 11,4 gegenüber 24 Prozent im Durchschnitt unterrepräsentiert. Balsmeier ließ es sich auch nicht nehmen, konkret zu sagen, wo er Möglichkeiten der Verwirklichung für den Ort sieht: Überfahrt Ording im Rahmen des Strandentwicklungskonzeptes und Verbesserungen für Wintergäste am Strand, Barrierefreiheit, Elektromobilität sowie den zweiten Bauabschnitt Kurpromenade vom Dorf zum Bad.

Bernd Nielsen von Westmarken sagte ganz offen, dass er mit zunächst großer Skepsis und Wutgefühlen gekommen wäre, aber nun einen guten Gesprächspartner erlebt habe. Nach fast zwei Stunden beendete Bürgervorsteher Boy Jöns die Veranstaltung dann mit dem Appell, am Sonntag zur Wahl zu gehen und Rainer Balsmeier als Bürgermeister für eine vierte Amtszeit zu wählen.

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