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Mit Video : Bahnunfall in Kotzenbüll: Ein Toter und zwei verletzte Kinder

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In Kotzenbüll ist ein Auto mit einem Zug zusammengestoßen. Der Fahrer ist gestorben, zwei Kinder wurden verletzt.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2016 | 18:13 Uhr

Kotzenbüll | Auf der Bahnstrecke zwischen Tönning und St. Peter-Ording hat sich am Sonntag gegen 10 Uhr ein schwerer Unfall ereignet. Der 51-jährige Fahrer eines Peugeot 407 Kombi befuhr den „Schlagbaumweg“ aus Richtung Norden kommend. Am unbeschrankten und nur mit einem Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang erfasste ein Regionalzug der Deutschen Bahn den PKW im vorderen Bereich frontal. Der Wagen wurde rund 35 Meter mitgeschleift. Der Zug kam erst nach mehreren hundert Metern zum Stehen.

Sofort kümmerten sich der Triebwagenführer und weitere Zuginsassen um die beiden verunglückten Kinder aus dem Fahrzeug. Ihnen war es noch selber gelungen, sich aus dem Fahrzeugwrack zu befreien. Der Fahrer hingegen war eingeklemmt und musste von Feuerwehrkräften der Wehr Tönning befreit werden. Er verstarb im Autowrack.

Die Rettungsleitstelle in Harrislee löste Großalarm aus. Neben Rettungseinheiten, Feuerwehren und Notärzten wurde auch der Hubschrauber Christoph Europa 5 an die Unfallstelle beordert.

Der neunjährige Junge wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Das zwölf Jahre alte Mädchen wurde per Rettungswagen ebenfalls in eine Klinik transportiert. Alle drei waren auf dem Weg zu einer Veranstaltung in Nordfriesland. Der Wagen ist im Kreis Schleswig-Flensburg zugelassen.

Die rund 40 Zuginsassen blieben unverletzt, ein Fahrgast und der Zugführer mussten notärztlich ambulant behandelt werden. Sie hatten einen Schock erlitten. Die Feuerwehr Kating half bei der Evakuierung der Reisenden am Bahnhof Kating, alle Passagiere wurden im Schienersatzverkehr mit Bussen zum Zielort St. Peter gebracht.

Notfallseelsorger vor Ort

„Wir haben sofort mehrere Notfallseelsorger zur Betreuung der Fahrgäste und der beiden Kinder über die Leitstelle angefordert, berichtet Einsatzleiter Dr. Stefan Klützke von der Freiwilligen Feuerwehr Tönning. Für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr war präventiv zudem ein Fachwart Feuerwehrseelsorge für psychosoziale Unterstützung vor Ort. Auch wird es in der Feuerwehr eine Aufarbeitung des Erlebten geben“, so Klützke.

Fast genau vor einem Jahr war es an einem ebenfalls unbeschrankten Bahnübergang bei Garding, der nur wenige Kilometer entfernt liegt, auch zu einem tödlichen Unfall gekommen. Dort starb ein fünf Jahre altes Kind aus Hamburg, Mutter und weitere Insassen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt.

Die Unfallursache ist bislang unklar. Die Landespolizei hat die Ermittlung zur Unfallursache am Übergang Kotzenbüll übernommen. Der Unfallwagen wurde für technische Ermittlungen sichergestellt. Vor dem Bahnübergang ist die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Kurz vor dem Bahnübergang gibt es durch Reetsträucher leichte Sichtbeeinträchtigungen.

Die Bahnstrecke zwischen Husum und St. Peter-Ording war ab 10.20 Uhr komplett gesperrt. Ab 13.40 Uhr wurde sie wieder freigegeben.

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