Im Test : Bahnhof Husum: Vier minus – nachsitzen!

Die Husumer Station schnitt bei dem aktuellen Test gleich zwei Noten schlechter ab als beim Test zuvor.
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Die Husumer Station schnitt bei dem aktuellen Test gleich zwei Noten schlechter ab als beim Test zuvor.

Informationsqualität: gut, Wartequalität: befriedigend , Servicequalität: glatte fünf – beim Bahnhofstest gab es für Husum keine Lorbeeren.

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14. März 2018, 17:50 Uhr

Ein Knotenpunkt der Marschbahn zwischen Hamburg und Westerland mit Abzweigen Richtung Kiel und Bad St. Peter-Ording: Der Bahnhof ist sozusagen Husums Tor zur weiten Welt. Da sollte man meinen, dass sich die Deutsche Bahn viel Mühe gibt mit dem Betrieb in und um den 1910 errichteten Bau. Das Zeugnis, dass die Berliner Agentur BahnStadt dem Bahnhof in ihrer „33. Qualitätskontrolle an den Bahnstationen in Schleswig-Holstein“ ausstellt, spricht allerdings eine andere Sprache. Alle 182 dem Personennahverkehr dienenden Haltepunkte im Land hatte die Agentur Ende 2017 unter die Lupe genommen und jetzt das für Husum wenig schmeichelhafte Ergebnis für den Winter 2017/18 offiziell vorgestellt. Die Untersuchungen werden halbjährlich durchgeführt.

Bei der Bewertung des Zustands der Bahnsteigoberflächen hinsichtlich Schadensfreiheit und Sauberkeit konnte Husum noch befriedigend abschneiden. Allerdings wurden hier Unebenheiten auf dem Bahnsteig festgestellt, die bei Regen zu größerer Pfützenbildung führten. Gegenüber der Untersuchung im Sommer mussten die Tester zudem ein zerstörtes Bahnhofsnamensschild vermerken. Auch die Uhren funktionierten nicht alle so, wie sie eigentlich sollten. Und diverse Schmierereien an der Bahnsteigausstattung fielen ebenfalls unangenehm auf.

Zerstörte Scheiben der Aushang-Vitrinen waren schon bei der Untersuchung ein Jahr zuvor festgestellt worden. Nur repariert wurden sie im Verlauf der vergangenen zwölf Monate leider nicht, moniert der Bericht. Auch Beschädigungen an den Scheiben des Bahnhofsgebäudes selbst wurden negativ registriert.

Die Toiletten in Husum sind ein Fall für sich – deren Zustand hat schon bis in den Kreistag hinein Wellen geschlagen. Die Politiker hatten sich nicht nur über die Verschmutzungen beschwert, sondern auch darüber, dass die WC-Anlage bereits ab 21 Uhr dicht ist, obwohl bis nach Mitternacht Züge verkehren. Der Bericht vermerkt hier nur, dass das Behinderten-WC während der Kontrolle wegen Schäden ganz verschlossen war und verzeichnet in den geöffneten Räumlichkeiten Schmierereien und Kritzeleien.

Dass der Aufzug zum Bahnsteig der Gleise 4 und 5 am Tag der Untersuchung defekt war, ist leider ein wiederkehrendes Problem. Zur Erinnerung: Im Februar 2016 gab es sogar eine Phase, wo beide Aufzüge nicht funktionierten (wir berichteten). Immerhin waren alle Beleuchtungskörper in Betrieb – nicht unwichtig im Winter.

Nach der Summierung der Details fasst der Bericht das Gesamtergebnis für Husum zusammen: Ein „befriedigend“ gab es bei der Benotung der Qualität des Wartekomforts und sogar ein „gut“ bei der Informations-Qualität. Dafür gab es für die Service-Qualität eine „mangelhaft“. Und so fiel die Gesamtbewertung des Bahnhofs nur „ausreichend“ aus. Denn: „Ein defekter Aufzug oder ein defekter Fahrausweisautomat führen immer zu einer ,fünf‘ im Bereich Service. Und wenn die Station in einem Teilbereich mit einer ,fünf‘ bewertet ist, kann der Bahnhof in seiner Gesamtnote maximal nur noch eine ,vier‘ erreichen“, sagt Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis. Damit hatte sich der Husumer Bahnhof allerdings gleich um zwei Noten gegenüber der letzten Bewertung verschlechtert.

Die WC-Anlage, so Meyer-Lovis weiter, sei zwar Eigentum der DB AG, werde aber von einem älteren Privatier betrieben. „Und grundsätzlich ist die Anlage in Ordnung.“ Allerdings habe man sich in der vergangenen Woche entschlossen, ein „Facelift“ durchzuführen. Und was die Betriebszeiten angeht, weist er darauf hin, dass keinerlei Pflicht zur Vorhaltung derartiger Anlagen im Bahnhof bestehe.

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