Schnelle Leitung für Behrendorf : Bahn frei für das Glasfasernetz

Die Windanlagenbetreiber ermöglichen das Glasfasernetz in Behrendorf.
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Die Windanlagenbetreiber ermöglichen das Glasfasernetz in Behrendorf.

Der Zweite Bürgerwindpark Behrendorf unterstützt den Ausbau der schnellen Leitung im Ort: Er finanziert das Glasfasernetz vor. Mitte März kann bereits mit den Bauarbeiten begonnen werden.

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06. Januar 2015, 08:00 Uhr

„Man mag es ja gar nicht sagen, aber die Telefonleitungen bei uns im Dorf wurden teilweise schon Anfang der 1950 Jahre gelegt“, sagt Behrendorfs Bürgermeister Jens Andreas Carstensen. „Eigentlich wundert man sich, dass es immer noch funktioniert“, stellt er fest. Erst im Sommer des vergangenen Jahres habe es einen Ausfall bei mehreren Häusern gegeben, erst nach einer Woche konnten die Leute wieder telefonieren. Und wie prekär die Lage in der Gemeinde ist, zeigt die Tatsache, dass ein Behrendorfer, der seinen ehemaligen Stall in ein Wohnhaus umgebaut hat, seinen fünf Mietern kein Internet anbieten kann, die Kapazitäten sind erschöpft, wie es der Bürgermeister formuliert.

Daher hat der Gemeinderat auch die Nachbargemeinden Sollwitt und Löwenstedt genau unter die Lupe genommen, denn in beiden Dörfern ist das schnelle Glasfasernetz bereits ausgebaut, beziehungsweise kurz vor der Fertigstellung.

Wie in Sollwitt, wo der dortige Bürgerwindpark der Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG) angeboten hat, die Finanzierung eines modernen Glasfasernetzes bis in jedes Haus vorzufinanzieren, hat auch der Zweite Bürgerwindpark Behrendorf dieses Angebot der BBNG unterbreitet. Die Verträge wurden nach längerer juristischer Prüfung kurz vor Weihnachten unterzeichnet. Es gibt, so BBNG-Geschäftsführerin Ute Gabriel-Boucsein, auch schon einen Zeitplan, der aber ganz extrem vom Wetter abhänge. Nach den Planungen könnten die Tiefbauarbeiten Mitte März beginnen. Wenn alles gut laufe, so die Geschäftsführerin weiter, könnten die Behrendorfer vermutlich schon im Herbst ultraschnell im weltweiten Netz unterwegs sein.

Noch steht die Summe, was der Ausbau in Behrendorf kosten wird, nicht fest. Dafür, so erläutert die BBNG-Chefin, müssten erst alle Angebote eingeholt sein.

Der eigentliche Ausbau des Netzes kann allerdings nach den Regeln der BBNG erst beginnen, wenn sich mindestens 68 Prozent der Haushalte für einen Ausbau aussprechen und einen Anschluss zeichnen. Daher findet am Donnerstag (22.) ab 19.30 Uhr im Behrendorfer Dörpshuus eine Infoveranstaltung statt. Bürgermeister Carstensen ist ganz optimistisch. „Das werden wir locker zusammenbringen“, ist er überzeugt.

Der Zweite Behrendorfer Windpark habe sich seinen Worten nach zur Finanzierung entschlossen, da es sich um eine Unterstützung der Region handele. Zwar seien die Zinsen der BBNG für dass vorgestreckte Kapital nicht gerade sehr toll, aber die Entscheidung für den Bau des Netzes konnte wegen der ohnehin schlechten Zinslage weltweit nach seiner Einschätzung sicherlich schneller getroffen werden.

Rein technisch wird Behrendorf wie auch Sollwitt an die Zentrale in Löwenstedt angeschlossen. Da in Sollwitt aber der Netzausbau nahezu abgeschlossen ist, müsse nun die Lücke nach Behrendorf geschlossen werden. Dabei handele es sich aber nur um eine Strecke von knapp 500 Metern, wie BBNG-Geschäftsführerin Ute Gabriel-Boucsein sagt.

„Im Dorf haben wir einige Unternehmen, die schon auf ein schnelles Internet warten“, sagt Bürgermeister Carstensen. Und auch viele Privatleute hätten ihn schon darauf angesprochen. „Ich bin überzeugt, dass die Glasfasertechnologie für die nächsten 100 Jahre gut sein wird, denn heutzutage nutzen wir ja nur einen Bruchteil der vorhandenen Kapazitäten. Da müssen irgendwann mal die End- und Verteilgeräte ausgetauscht werden, die Leitung selbst ist zukunftssicher“, ist der Behrendorfer Gemeindechef überzeugt.

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