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Sylter Abgeordnete sauer : Bahn-Chaos: Minister soll eingreifen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Drei Sylter Kreistagsabgeordnete verlangen von Verkehrsminister Reinhard Meyer, die Missstände auf der Bahnstrecke Westerland-Niebüll unverzüglich zu beheben. Auch der Kreistag wird sich mit dem Pendler-Problem befassen.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 10:15 Uhr

Der Unmut wächst: Bis zu 4000 Sylt-Pendler leiden unter vermehrten Zug-Verspätungen auf der Bahnstrecke zwischen Niebüll und Westerland. Immer mehr Arbeitnehmer organisieren sich via Facebook und bereiten Protestaktionen vor. Wie die Pendler und viele ihrer Arbeitgeber hat auch die Politik jetzt endgültig die Nase voll. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer wird aufgefordert, unverzüglich einzugreifen, um die Missstände zu beheben.

Ausfallende Züge, Verspätungen von zehn Minuten bis zu einer halben Stunde und manchmal noch mehr, seien zur Zeit die Regel: „Die Zustände haben mit einer ordnungsgemäßen Abwicklung der Verkehre nichts mehr gemein und sind für Bevölkerung, Touristen und Wirtschaft nicht mehr tolerabel“, ärgern sich die Sylter CDU-Kreistagsabgeordneten Heinz Maurus – er ist Kreispräsident von Nordfriesland–, Manfred Uekermann und Frank Zahel. Gemeinsam forderten sie am Wochenende Minister Meyer auf, unverzüglich für einen fahrplanmäßigen Bahnverkehr auf der Strecke Niebüll-Westerland zu sorgen. Außerdem kündigten die drei Insel-Abgeordneten an, dass „die unhaltbare Situation“ auch den Kreistag beschäftigen wird. Dieser tritt aber erst am Freitag, 11. März, 9.30 Uhr, wieder im Husumer Kreishaus zusammen.

Bis dahin will und kann niemand warten: „Wir fordern Sie auf, als Besteller der Leistung Schienenpersonennahverkehr diesen Zustand mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beheben“, verlangen die Sylter von Minister Meyer. „Wer seine Leistung nicht vertragsgemäß erbringt, hat auch keinen Anspruch auf ihre Bezahlung und wer einen Dritten hindert, seine Leistung ordnungsgemäß zu erbringen, gehört in Regress genommen“, betont Manfred Uekermann.

Seit der Trassenvergabe durch die DB AG auf der Strecke Niebüll–Westerland, folge der Zugverkehr seinen eigenen Gesetzen und nicht mehr dem Fahrplan, monieren die Christdemokraten. Die erhöhte Frequenz der Autozüge mit dem neuen Angebot „Syltshuttle plus“ und der neuen Personenbeförderungs-Variante bringe die Verkehre offensichtlich durcheinander – und dies, obwohl der Bahn-Konkurrent RDC den Betrieb noch gar nicht aufgenommen hat.

Bereits vor der Trasssen-Vergabe hätten Unternehmen, Gemeinden und der Kreis Nordfriesland vor einem Chaos auf der Schiene gewarnt. „Die sogenannten Spezialisten bei der Bahn haben beschwichtigt, die Landesregierung hat abgewartet und der Bundesverkehrsminister hat auf die Zuständigkeiten bei der DB verwiesen“, so die Kreistagsabgeordneten. „Jetzt muss mit dieser Ignoranz Schluss sein! Wir erwarten, dass diese Missstände im Rahmen eines vernünftigen Dialogverfahrens durch eine Kompromisslösung der Beteiligten schnellstmöglich beseitigt werden. In gar keinem Fall lassen wir uns auf die nächste Fahrplan-Runde vertrösten“, bekräftigt Heinz Maurus.

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