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Strecke Niebüll-Westerland : Bahn-Chaos: DB und Land sind am Zug

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Verspätungen und Zugausfälle: Nordfrieslands Kreistagsabgeordnete haben die Nase voll. Einstimmig fordern sie von der Deutschen Bahn AG, endlich die Misstände auf der Strecke Niebüll-Westerland zu beheben.

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erstellt am 13.Mär.2016 | 15:00 Uhr

Immer wieder Verspätungen und Zugausfälle, unter denen Tausende Pendler und andere Reisende leiden: Die teilweise chaotischen Zustände auf der Bahnstrecke zwischen Niebüll und Westerland beschäftigten am Freitag, 11. März, einmal mehr den nordfriesischen Kreistag. Die Deutsche Bahn AG wurde einstimmig aufgefordert, die Missstände zu beheben – und zwar „unverzüglich“.

Allerdings sehen Nordfrieslands Kreispolitiker auch das Land in der Pflicht: Wer die Schienenpersonennahverkehrs-Leistung bestellt, müsse auch „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ dafür sorgen, dass ein ordnungs- und fahrplangemäßer Betrieb auf der Strecke Niebüll – Westerland sichergestellt ist, so die Intention des von der CDU eingebrachten und von allen sieben Fraktionen getragenen Vorstoßes. Die Bundesrats-Initiative des Landes mit dem Ziel gesetzlicher Änderungen wird zwar begrüßt. Diese löse jedoch nicht die aktuellen Probleme, da es zusätzlichen Handlungsbedarf gebe.

Auch wenn der Kreis keine direkte Handhabe hat, gegen den „Sylter Bahnsinn“ vorzugehen, soll sich der Wirtschaftsausschuss noch einmal des Themas annehmen. Der Kreistag möchte, dass seine Mitglieder die leidige Situation mit der DB-Konzernbevollmächtigten Manuela Herbord und dem Nah.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers erörtern.

Der postulierte Wettbewerb auf der Schiene hat Konflikte und Nachteile für die Bevölkerung, den Tourismus und die Wirtschaft gebracht: „Eigentlich leiden alle darunter – selbst die, die Trassen gewonnen haben“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Uekermann. Und: „Das ist hausgemacht.“ Die Kapazität der Strecke sei bis zur Belastungsgrenze ausgereizt. Die Folge: Verspätungen, Staus bei der Autoverladung, Zugstreichungen, Sicherheitsrisiken und unnützer Verkehr, der für geschlossene Schranken sorgt. „Das Land ist Besteller und muss jetzt etwas tun“, betonte Uekermann.

Die aktuellen Störungen seien allein von der DB zu verantworten, denn zurzeit sei noch kein einziger Wettbewerber auf der Strecke, machte FDP-Fraktionschef Jörg Tessin deutlich. Zu ändern sei dies nur durch den Verzicht auf Trassen. Während Tessin eine Lanze für den Wettbewerb brach, stellte SPD-Fraktions-Chef Thomas Nissen klar: „Auf dieser Strecke funktioniert Wettbewerb nicht, da brauchen wir dirigistische Eingriffe.“ Daseinsvorsorge müsse Vorrang haben. Dass weitere Gespräche im Wirtschaftsausschuss weiterhelfen, bezweifelte allerdings sein Fraktionskollege Matthias Piepgras: „Wir sind ein zahnloser Tiger. Sie verarschen uns und sie werden es wieder tun.“

„Es ist höchste Eisenbahn, dass die DB-Verantwortlichen zur Räson gebracht werden“, sagte Niels Schardelmann-Bendixen (SSW). „Es müssen endlich Taten folgen“, forderte Jürgen Jungclaus, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Nordfriesland/Die Unabhängigen (WG-NF). „Diese Strecke ist nicht wettbewerbsgeeignet. Was dort zurzeit abläuft, ist nicht hinnehmbar“, bekräftigte der Sylter Frank Zahel (CDU). „Wir hatten einen reibungslosen Verkehr, der kaputt gemacht worden ist. Jetzt brauchen wir gesetzliche Änderungen, damit wir nicht alle Jahre wieder vor solchen Problemen stehen“, forderte Ulrich Stellfeld-Petersen (SSW).

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