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Gebiet wird vernässt : Bagger wühlen im Wilden Moor

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein will das 630 Hektar große Wilde Moor bei Schwabstedt wieder vernässen. Vier Bagger sind im Einsatz, um Wälle zu bauen, damit das Wasser im Gebiet gehalten wird.

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erstellt am 17.Aug.2014 | 15:00 Uhr

Das Naturschutzgebiet Wildes Moor bei Schwabstedt ist ein atlantisches Hochmoor und gehört zu den beliebten Ausflugszielen in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge, schließlich wird es alljährlich von weit mehr als 1000 Menschen besucht, wie Gebietsbetreuer Christoph Rabeler sagt. Eine genaue Zahl gibt es aber nicht, denn Zählungen werden nicht vorgenommen, doch seien die Informationsflyer, die am Eingang zum Moor und zum Moorlehrpfad bereitliegen, sehr stark nachgefragt. Und dort, am Haupteingang zum rund 630 Hektar großen ökologischen Kleinod, ist von der nur knapp 500 Meter entfernten Baustelle nichts zu hören, obwohl mitten im Moor, am Wanderweg, vier Bagger im Einsatz sind. Daher ist der Weg gegenwärtig auch nicht zu nutzen, wird aber wohl ab März 2015 wieder für Spaziergänger begehbar sein.

Doch was haben Bagger in einem Naturschutzgebiet zu suchen? Jutta Walter, Projektleiterin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, erläutert den Grund. Da im Moor früher auch Torf abgebaut wurde, sei es auch entwässert worden. Bereits vor mehreren Jahren hat die Stiftung daher einen Teil der Entwässerungsgräben zuschütten, beziehungsweise verfüllen lassen, um dem Moor die Chance zu geben, langsam wieder aufzuwachsen. Und der Erfolg sei zu sehen, unterstreicht Holger Mordhorst, Planer und Bauleiter. Teilweise sei das alte Hochmoor in den Bereichen um bis zu 30 Zentimeter in die Höhe gekommen. Doch immer noch verliere das Wilde Moor Wasser, sagt Jutta Walter. Daher werde es nun quasi mit einem Wall umgeben, beziehungsweise einer wird auch in der Mitte gebaut. Und genau diesen Damm errichten zur Zeit die Bagger. Und wenn sie mit den Arbeit mitten im Moor fertig sind, dann rollen sie zwar aus dem Moor heraus, aber an dessen Rand wartet weitere Arbeit auf sie. Insgesamt verschlingt die Baumaßnahme rund 350 .000 Euro. 75 Prozent steuert die EU aus Mitteln für den ländlichen Raum bei, die restlichen 25 Prozent kommen von der Landesregierung, genauer aus dem Topf, in den die Ausgleichszahlungen für den Flächenverbrauch im Land fließen.

Im Einsatz sind Spezialbagger, darunter ein Sondermodell mit zwei jeweils 1,20 Meter breiten und gut fünf Meter langen Raupen. Hinzu kommt, dass diese Baumaschine nur knapp die Hälfte von vergleichbaren Baggern wiegt. Dennoch, bei jedem Absenken der Schaufel bebt und schwankt der Boden in einem Umkreis von gut 20 Metern. „Die Fahrer arbeiten ganz vorsichtig auf dem weichen Untergrund“, sagt Jutta Walter. Die Deckschicht des alten Wanderwegs wird abgetragen, direkt neben dem Weg gelagert und dann aus dem Boden Baumstämme herausgeholt, die vor gut 20 Jahren als Tragschicht eingebracht worden sind, immerhin gut 460 Festmeter auf einer Strecke von gut 100 Metern. Schließlich wird Boden aus dem näheren Umkreis aufgeschüttet. Darüber kommt ein Vlies, und darauf wiederum die alte Deckschicht. Allerdings sei der Weg danach noch nicht gleich wieder nutzbar, es müsse erst eingesät werden. Frühestens im März nächsten Jahres sei er fertig, unterstreicht die Projektleiterin der Stiftung Naturschutz. Ohnehin können die Arbeiten nur bis zum März laufen, weil dann die Brutsaison beginnt. Bis Anfang August 2015 wird das Wilde Moor dann nur den Pflanzen und Tieren gehören, ehe dann wieder die Bagger zupacken, um langfristig das Moor zu erhalten.

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