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Finanzamt Nordfriesland in Husum : Bagger rollen frühestens in drei Jahren an

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Jetzt geht es mit dem Land an die Feinabstimmung: Es gibt einen Aufstellungsbeschluss für das künftige Finanzamt Nordfriesland in Husum.

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erstellt am 24.Nov.2015 | 20:04 Uhr

Dass hier schon bald die Bagger anrücken werden, ist nicht zu erwarten: „Es handelt sich ja nur um einen Aufstellungsbeschluss, dem detaillierte Beratungen zwischen unserem Bauamt und dem Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) folgen müssen“, sagt Bürgermeister Uwe Schmitz. „Da stehen wir noch ganz am Anfang.“ Und tatsächlich wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen, bis der Raumbedarf für das neue Finanzamt Nordfriesland vollständig ermittelt ist. Fest steht allerdings, dass dem Nachbargrundstück zum derzeitigen Finanzamts-Sitz in der Danckwerthstraße bei den Planungen für einen Erweiterungsbau zentrale Bedeutung zukommen wird. Doch was genau dort entstehen soll und kann, steht derzeit noch in den Sternen.

Hintergrund für den Aufstellungsbeschluss ist die Entscheidung des Landes, das Finanzamt Nordfriesland, das sich bislang auf die Standorte Husum und Leck verteilte, bis 2020 sukzessive zusammenzulegen (wir berichteten). Die Weichen hierfür wurden im März vergangenen Jahres gestellt. Zuvor hatte das Finanzministerium die Organisationsstrukturen sämtlicher Ämter im Land unter die Lupe genommen. Dabei offenbarten die Verhältnisse in Nordfriesland ein Alleinstellungsmerkmal besonderer Art: Nicht nur, dass die Standorte Husum und Leck rund 40 Kilometer auseinander liegen, die Mitarbeiter verteilen sich auch noch auf sieben verschiedene Gebäude. Grund für diese eigentümliche Arithmetik war die Zusammenlegung der eigenständigen Ämter 2005.

Um organisatorische Reibungsverluste und Doppelstrukturen zu vermeiden, stellte die Kieler Finanzverwaltung alle bisherigen Verteilungen auf den Prüfstand und kam – nach mehrmonatigem politischen Tauziehen zwischen Husum und Leck – zu dem Ergebnis, dass eine Konzentration des Finanzamtes in der Storm-Stadt mittel- und langfristig die beste Lösung sei. Allerdings sollte nichts übers Knie gebrochen und der Übergang so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden, hieß es damals und zwar aus gutem Grund: Durch den Abzug der Bundeswehr sei Leck eh schon arg gebeutelt. Deshalb soll der erste Schritt zur Konzentration nicht vor 2019 vollzogen werden.

Das Gelände, auf dem der Anbau des Finanzamtes Nordfriesland vorgesehen ist, weckt aber nicht nur die Begehrlichkeiten der Finanzverwaltung. Auch die Augenarzt-Praxis im Westen hat gegenüber der Stadt Erweiterungswünsche angemeldet. „Es könnte also sein, dass wir da zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, sagt Bürgermeister Schmitz.

Nach den Kieler Planungen soll der Erweiterungsbau bis 2019 fertig gestellt sein. Dann werden zunächst 35 Mitarbeiter von Leck nach Husum kommen. Etwa 20 gehen bis zum endgültigen Umzug in den Ruhestand, der Rest bleibt vorerst in Leck. 2020 dürfte das Finanzamt Nordfriesland dann über einen Personalbestand von 250 Mitarbeitern verfügen und sich auch in Husum nicht länger auf mehrere Standorte verteilen.

Das neue Gebäude wird übrigens nicht nur ausreichend Platz für Mitarbeiter-Büros bereithalten müssen. „Wir brauchen auch Parkraum“, sagt Uwe Schmitz: „Ich denke, da wird es eine kombinierte Lösung geben müssen.“ Doch wie gesagt: Was genau in der Danckwerthstraße noch passieren wird, ist Sache von GMSH und Stadtbauamt.

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