Bagger im Naturerlebnisraum

 Der neu angelegte Niederseilgarten ist wegen der Baumaßnahmen  kaum zu erreichen.  Foto: ume
Der neu angelegte Niederseilgarten ist wegen der Baumaßnahmen kaum zu erreichen. Foto: ume

Für rund 95 000 Euro werden in Friedrichstadt ein Weg und zwei Treene-Treppen gebaut

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18. Juli 2012, 06:23 Uhr

Friedrichstadt | Im Januar 2010 liefen die Kettensägen im ehemaligen Schulwald entlang des Westersielzugs heiß. Denn dort wurden alte Pappeln gefällt, damit der Bereich zwischen dem Wasserlauf und Seebüll in einen Naturerlebnisraum verwandelt werden kann. Noch ist der Umgestaltungs-Prozess nicht abgeschlossen, denn die Pläne sind ehrgeizig.

Im Zuge einer Verbreiterung der Treene in den 1950er Jahren wurde das Gelände mit dem ausgebaggerten Material mehrere Meter hoch aufgespült. Das ursprünglich auf Meereshöhe liegende Seebüll ist so stellenweise um mehr als drei Meter in die Höhe gewachsen. Der gelichtete Pappelwald wurde Mitte der 1950er Jahre von der Bürger schule Friedrichstadt angepflanzt und wurde seither Schulwald genannt - und wurde anfänglich auch als solcher genutzt. Das Teilstück, das seit Januar 2010 in einen Naturerlebnisraum umgestaltet wird, hat eine Länge von gut 350 Meter und ist maximal 50 Meter breit und ist knapp 20 000 Quadratmeter groß. Das Areal beginnt an der Blauen Brücke und endet an der Landspitze am toten Arm der Treene.

Auch gegenwärtig wird wieder im Naturerlebnisraum ordentlich gebuddelt. Schließlich soll dort nur von einer kleinen Baumreihe vom Ufer des Westersielzugs getrennt ein zweieinhalb Meter breiter Weg entstehen. Von diesem führen dann zwei Abzweige an das Wasser hinab. Eine Treppe soll sowohl Rastmöglichkeiten auf den Stufen bilden, aber auch den Anglern einen sicheren Zugang zum Wasser ermöglichen. Zudem wird dort im Rahmen der Initiative Kanutourismus auch eine Ein- und Ausstiegsstelle geschaffen. Ein Ort, wo Kanuten ohne Probleme ihre Boote besteigen können. Die zweite Treppe im Bereich des Niederseilgartens soll als gestuftes Holzdeck den Zugang zum Wasser erleichtern. Dieser Platz, so heißt es im Konzept des Naturerlebnisraums, eignet sich besonders als Aussichtspunkt auf die Altstadt von Friedrichstadt. Zudem kann die "Treenetreppe" als Treffpunkt für Kinder und Jugend liche dienen und als komfortabler Angelplatz genutzt werden.

Ernst Otto Huß, Vorsitzender des Umweltausschusses, bedauert, dass die Bauarbeiten nun mitten in der touristischen Hochsaison laufen. Aber, so sagt er auf Anfrage, "sie hätten eigentlich schon im April anlaufen sollen. Doch wegen verschiedener Schwierigkeiten der beteiligten Firmen, ist nun erst Anfang Juli mit den Erdarbeiten begonnen worden."

Veranschlagt sind die Baumaßnahmen für den rund 350 Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Weg sowie die zwei Treppen mit rund 95 000 Euro. Eigentlich, sagt Huß, sei auch noch eine dritte Angelstelle, besonders für behinderte Angler, vorgesehen gewesen. Doch hätten die Sportfischer nicht genügend Eigenkapital auftreiben können. Denn dann, so der Ausschuss-Vorsitzende, hätte auch dieser Treenezugang in einem Rutsch mit gebaut werden können.

Die Pläne, den ehemaligen Schulwald in einen Naturerlebnisraum umzuwandeln, bestehen schon seit 2006. Im Oktober dieses Jahres wurde ein Gutachten zur Gestaltung eines Naturerlebnis parks am Westersielzug präsentiert. Im Juli 2007 wurde die Förderung in Aussicht gestellt.

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