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Schneller Einsatz nach Sturmfluten : Bagger bessern Nordstrander Deich aus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kaum war Orkantief „Xaver“ abgezogen, da begannen auf Nordstrand die Reparaturarbeiten am neuen Deichabschnitt. Die Nordsee hatte auf einer Strecke von 200 Metern stellenweise den Kleiboden vom Sandkörper abgetragen.

Als wäre nichts gewesen, zeigt sich Nordstrand am Tag nach „Xaver“. Absolut windstill ist es. Die erste Fähre von Pellworm hat bereits im Hafen Strucklahnungshörn angelegt. Nur der sichtbar angeschlagene neue Deich spricht seine eigene Sprache. Mit dem Tageslicht haben Mitarbeiter der bauausführenden Firma damit begonnen, einen für Lastkraftwagen befahrbaren Zufahrtsweg zur Abbruchstelle zu schaffen. Mit Hochdruck heißt es nun Ausbessern und Lücken schließen. Der nächste Sturm kann schneller kommen als man denkt.

Nordstrands Wehrführer Dirk Peters macht sich ein Bild von den Schäden. „Wir haben großes Glück gehabt“, sagt er. Er selbst sei während des tobenden Orkans nicht am Deich gewesen. Er habe im Feuerwehrgerätehaus im Krisenstab die Stellung gehalten und sei mit ausgerückt, als es um die Beseitigung entwurzelter Bäume oder Hilfeleistungen bei Dachschäden ging. Er habe die Meldungen der Deichläufer zwar verfolgt, aber nun das ganze Ausmaß des Schadens zu erkennen, sei schon eine Hausnummer für sich.

Der Wahl-Nordstrander Manfred-Guido Schmitz macht Fotos. „Das hätte ich nicht erwartet“, sagt er. Er habe also nicht umsonst seinen Notkoffer gepackt, als er die dramatischen Meldungen zum ersten Mal hörte. „Wir sind haarscharf einer Katastrophe entgangen. Wenn der Deich gebrochen wäre, hätte man nicht mehr rechtzeitig evakuieren können. Mir hat die Vorsorge für die Einwohner gefehlt“, erklärt ein Bürger, seinen Namen möchte er nicht genannt wissen. Ganz anders sieht es der Hobby-Rungholtforscher und frühere Halligwart von Südfall, Robert Brauer. „Nordstrand war nie in Gefahr“, so seine Überzeugung. Der alte Deichkörper, der noch unter dem neuen aufgeschütteten da sei, hätte auf jeden Fall gehalten. Selbst prognostizierte 3,50 Meter über NN hätten nichts geschadet. Abgesehen davon hätte sich natürlich das Klima geändert. Nach seinen Beobachtungen sind die Stürme heftiger und intensiver geworden, aber auch kürzer, ähnlich wie in den USA.

In allen drei Nordstrander Kirchen sind gestern Dankgebete für den überstandenen Orkan gesprochen worden.

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