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Warten auf mehr Geld : Bäcker wollen sich größere Brötchen verdienen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nordfrieslands Brötchengeber machen dicke Backen: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert seit Juni fünf Prozent mehr Geld fürs Bäcker-Handwerk. Das zählt im Kreis 880 Beschäftigte.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2015 | 07:00 Uhr

Dicke Luft in Nordfrieslands Backstuben: Schon seit Juni warten rund 880 Bäckerei-Beschäftigte auf mehr Geld. „Vom Bäcker-Gesellen über die Verkäuferin bis zum Brotlieferanten – die Beschäftigten erleben eine echte Hängepartie“, sagt Finn Petersen, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Die NGG Schleswig-Holstein Nord fordert eine Lohnerhöhung von fünf Prozent für das Bäcker-Handwerk. Ein erfahrener Geselle hätte dann am Monatsende rund 113 Euro brutto mehr in der Tasche. „Bislang haben die Arbeitgeber allerdings noch kein akzeptables Angebot vorgelegt“, erklärt Petersen. Das ohnehin schon heiße Klima zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern hat sich in den vergangenen Wochen weiter aufgeheizt. „Denn schon seit Juni gibt es keinen Tarifvertrag für das Bäcker-Handwerk in Schleswig-Holstein mehr. Für die Beschäftigten bedeutet das Unsicherheit im Job. Und für die Arbeitgeber ist es der Versuch, sich um die längst überfällige Lohnerhöhung zu drücken. Sie spielen auf Zeit“, macht Petersen deutlich.

Darüber hinaus wirft die NGG der Bäcker-Innung Nord vor, einen Großteil der Beschäftigten vom Lohn-Plus abkoppeln zu wollen. „Wenn es nach den Arbeitgebern geht, sollen Ungelernte und Hilfskräfte in der Produktion keinen Cent mehr verdienen“, betont Petersen. Ein Streitpunkt ist zudem, wann es mehr Lohn geben soll: Die NGG hatte bei den laufenden Tarifverhandlungen ursprünglich eine rückwirkende Lohnerhöhung ab Juni gefordert. Die Bäcker-Innung Nord dagegen sei der NGG Schleswig-Holstein Nord zufolge lediglich bereit, über einen höheren Lohn ab September zu reden.

„Viele Bäcker im Kreis Nordfriesland fragen sich, warum eine deutliche Lohnerhöhung in anderen Bundesländern längst beschlossen ist – nur nicht in Schleswig-Holstein“, sagt der Gewerkschafter. Sollten die Arbeitgeber weiter auf stur schalten, werde man den Druck erhöhen, kündigt Petersen an. Am Montag, 17. August, werden die Verhandlungen in der dritten Runde fortgesetzt.

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